Neue Bananen können das Leben von tausenden Kindern retten

Alexander Stindt
Neue entwickelte Bananen-Art enthält sehr viel Provitamin A
Forschern ist es gelungen, spezielle Bananen zu züchten, welche besonders viel Provitamin A enthalten. Diese sogenannten biofortifizierten Früchte könnten in Zukunft dazu beitragen, dass Leben von hunderttausenden Kindern zu retten, welche jedes Jahr an einem Mangel an diesem Vitamin versterben.

Den Wissenschaftlern der Queensland University of Technology gelang es bei ihrer Untersuchung eine Banane zu generieren, welche besonders viel Provitamin A enthält. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Plant Biotechnology Journal“.

Experten ist es jetzt gelungen eine neue Art von Bananen zu züchten, welche sehr viel Provitamin A enthält. Wegen des Mangels an Vitamin A versterben jährlich hunderttausende Kinder. (Bild: Brent Hofacker/fotolia.com)

Experten entwickeln neue Art von Bananen
Forschern in Australien ist es jetzt gelungen eine besonders fleischige Bananen zu züchten, welche reich an Provitamin A ist. Dieses Provitamin wird vom menschlichen Körper in Vitamin A umgewandelt. Die biofortifizierten Bananen wurden entwickelt, indem die Experten Gene aus einer Bananenart aus Papua-Neuguinea verwendeten, welche reich an Provitamin A ist, aber nur kleine Früchte produziert. Diese Gene wurden mit einer sogenannten Cavendish-Banane kombiniert, einer sehr hochleistungsfähigen Art von Bananen, sagen die Mediziner. Die neuen biofortifizierten Bananen wurden innerhalb der letzten zehn Jahre mit der Hilfe einer Finanzierung von 7,6 Millionen US-Dollar durch die Bill & Melinda Gates Foundation von den Forschern entwickelt.

Der Wert von Provitamin A wurde mehr als verdoppelt
Bei der Studie präsentierte das Team Ergebnisse aus ihrem Nachweis eines Feldversuches in Australien. In diesem war es das Ziel, eine bestimmte Konzentration von Provitamin A innerhalb der Früchte zu erreichen. Dieses Ziel wurde mit der neuen Art von Bananen nicht nur erreicht, sonder sogar überschritten, erläutern die Autoren der Studie. Es gelang den Wissenschaftlern den Wert von Provitamin A mehr als zu verdoppeln.

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Hunderte von verschiedenen genetischen Variationen wurden getestet
Im Laufe der Jahre waren wir in der Lage, eine Banane zu entwickeln, die hervorragende Provitamin A-Werte erreicht hat, erklären die Forscher. Das Erreichen dieser wissenschaftlichen Ergebnisse sei ein wichtiger Meilenstein in dem Streben, eine Ernährung für einige der ärmsten Gemeinschaften in Afrika zu liefern. Wir haben in unserem Labor und in Feldversuchen in Queensland Hunderte von verschiedenen genetischen Variationen getestet, bis wir schließlich die besten Ergebnisse erzielt haben, erklären die Experten.

Feldversuche in Uganda sollen jetzt die Ergebnisse replizieren
Die produzierten Gene wurden in Reagenzgläsern nach Uganda geschickt, wo sie in ugandische Bananen für Feldversuche eingefügt wurden. Im nächsten Stadium werden Feldversuche in Uganda durchgeführt, um die Ergebnisse zu replizieren. Gekochte Bananen sind ein Grundnahrungsmittel in den ländlichen Teilen von Uganda, erläutern die Mediziner. Bananen reich an Provitamin A könnten den Menschen dort dabei helfen, ihre Ernährung deutlich zu verbessern.

Bestenfalls werden die neuen Bananen in Uganda bis zum Jahr 2021 erfolgreich angebaut
Schätzungsweise sterben jedes Jahr bis zu 750.000 Kinder an einem Mangel an Vitamin A. Weitere Hunderttausende Kinder erblinden als Folge dieses Mangels, sagen die Autoren. Es gebe weltweit signifikante Einbrüche bei der Versorgung mit Vitamin A bei Kindern im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren, erläutern die Forscher weiter. In Uganda lag die Prävalenz von Kindern mit Vitamin A-Mangel im Jahr 2006 bei 20 Prozent. Im Jahr 2011 hatte sie sich auf 38 Prozent erhöht. Die sogenannte ostafrikanische Hochlandkoch-Banane ist eine ausgezeichnete Quelle für Stärke, sie wird grün geerntet und dann gehackt und gedämpft, erklären die Wissenschaftler. Aber diese Bananenart weise eine niedrige Konzentration an Mikronährstoffen auf, vor allem an Provitamin A und Eisen. Die Forscher hoffen jetzt, dass ihre Bananen von den ugandischen Bauern bis spätestens zum Jahr 2021 erfolgreich angebaut werden können. (as)