Neue Studie: Ist die vegetarische und vegane Ernährung bei Kindern und Jugendlichen gesund?

Sebastian
Vegan oder Vegetarisch auch für Kinder?
Ist die vegetarische oder vegane Ernährung für Kinder und Jugendliche geeignet? Bekommen sie mit einer vorwiegend pflanzlichen Ernährungsform genügend Nährstoffe zugeführt? Wie gesund ist der Verzicht auf tierische Lebensmittel für Kinder? Diese und weitere Fragen stellen sich immer mehr Eltern. Doch verlässliche Informationen suchen sie vergebens – denn bislang wurde das Thema nicht genügend erforscht und es kursieren widersprüchliche Empfehlungen. Das soll sich nun ändern: das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, die Universität Witten-Herdecke, die Fachhochschule des Mittelstands (FHM), die Universität Bonn, die Charité Universitätsmedizin Berlin, sowie die Filderklinik in Filderstadt-Bonlanden arbeiten an einer gemeinsamen Ernährungsstudie zur vegetarischen und veganen Ernährung von Kindern und Jugendlichen, der VeChi-Youth-Studie (Vegetarian and Vegan Children and Youth Study).

Sie werden immer mehr: Die Zahl der in Deutschland lebenden Vegetarier und Veganer nimmt stetig zu. Dass es sich längst nicht mehr um eine Trenderscheinung handelt, belegen die Zahlen des ProVeg Deutschland e.V. (ehemals Vegetarierbund Deutschland e.V.). Der Verein geht aktuell davon aus, dass rund zehn Prozent der Bevölkerung, also zirka acht Millionen Menschen, Vegetarier sind. Laut den Ergebnissen einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Skopos ernähren sich 1,3 Millionen Menschen rein pflanzlich, also sind zirka 1,6 Prozent der Deutschen Veganer.

Vegan ist in. Doch ist die Ernährungsweise auch für Kinder gesund? (Bild: Oksana Kuzmina/fotolia.com)

Bei beiden Ernährungsformen: Tendenz steigend. Nicht nur Erwachsene wählen diese Form der Ernährung: Auch Kinder und Jugendliche essen vermehrt vegetarisch oder vegan. Viele Eltern sind in diesem Fall verunsichert, wie gesund die fleischfreie Ernährung ist und ob die Nährstoffversorgung ihrer Kinder gesichert ist. Verlässliche Daten gibt es bisher kaum, die etwa aufzeigen könnten, ob es mögliche Probleme gibt oder aus denen heraus Beratungskonzepte entstehen könnten.

Deshalb starteten das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, die Universität Witten-Herdecke, die Fachhochschule des Mittelstands (FHM), die Universität Bonn, die Charité Universitätsmedizin Berlin, sowie die Filderklinik in Filderstadt-Bonlanden nun gemeinsam mit einer Ernährungsstudie: der VeChi-Youth-Studie (Vegetarian and Vegan Children and Youth Study).

Aus den Ergebnissen der Studie sollen wissenschaftlich gestützte und praxisnahe Empfehlungen für eine vegetarische, vegane und Mischkost-Ernährung von Kindern und Jugendlichen abgeleitet werden. „Leider sehen wir relativ häufig Kinder, die durch Fehlernährung gesundheitliche Probleme erlitten haben. Deshalb ist es uns so wichtig, mit dieser Studie gesicherte wissenschaftliche Daten zu erheben, die es uns ermöglichen, praktische Ernährungstipps für eine sichere und gesunde Ernährung geben zu können“, so Prof. Alfred Längler von der Universität Witten/Herdecke, der das Studienzentrum in Herdecke leitet.

Aktuell suchen die Studieninitiatoren der VeChi-Youth-Studie noch nach Teilnehmern im Alter zwischen sechs bis 18 Jahren. Die teilnehmenden Familien sollen an drei aufeinanderfolgenden Tagen alle Lebensmittel und Getränke, die sie gegessen und getrunken haben, wiegen und protokollieren und einen Fragebogen zu Gesundheit und Lebensstil ausfüllen. Außerdem werden Körpergröße, -gewicht und Hautfaltendicken erhoben, der Blutdruck gemessen sowie Blut- und Urinproben entnommen. Hierfür ist eine einmalige Untersuchung in einem der drei Studienzentren in Herdecke, Berlin oder Filderstadt nötig. Alle Teilnehmer bekommen als Dankeschön eine einmalige Aufwandsentschädigung von 50 Euro sowie die Auswertung des Ernährungsprotokolls und die Ergebnisse der Blut- und Urinuntersuchung. Angesprochen sind insbesondere auch nicht-vegetarische Kinder und Jugendliche.

Mehr Informationen zum Ablauf der Studie sowie zur Online-Anmeldung auf www.vechi-youth-studie.de und auf www.gemeinschaftskrankenhaus.de