Studie: Dauernd Alkohol trinken macht dumm

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Neue Studie: Zu viel Alkohol macht dumm- Kognitive Fähigkeiten nehmen ab

16.01.2014

Es gibt etliche Studien, die sich in der Vergangenheit mit den Auswirkungen des Alkoholkonsums auf die menschliche Gehirnleistung befasst haben. Nahezu alle kommen zu dem Ergebnis, dass zu viel Alkohol das Gehirn schneller altern lässt und zu einem Abbau der kognitiven Fähigkeiten führt.

So auch das Ergebnis einer aktuellen Studie von Forschern aus Großbritannien und den USA. Für die Studie wurden das Trinkverhalten von insgesamt 5054 Männern und 2099 Frauen im Durchschnittsalter von 56 Jahren genauer unter die Lupe genommen. Im Fokus der Wissenschaftler standen Männer, die mehr als 36 Gramm Alkohol am trinken; was in etwa 0,75 Liter Bier oder 0,4 Liter Wein entspricht. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift „Neurlogy“.

Die Forscher ermittelten, dass dabei die kognitiven Fähigkeiten um anderthalb bis sechs Jahre schneller abnahmen, als bei einer Vergleichsgruppe von Männern, die abstinent lebten oder nur moderat tranken. Unter kognitiven Fähigkeiten ist allgemein jede Aktivität zu verstehen, die zur Verarbeitung von Wissen genutzt wird und die auf Grundlage von Sinnesreizen verarbeitet werden. Dazu umfassen Kognitive Fähigkeiten sämtliche Wahrnehmungen auf intellektueller und verstandesmäßiger Grundlage, in deren Folge es neue Gedächtnisinhalte produziert werden.

Die Ergebnisse der Studie ergaben auch, dass es zu keinem Unterschied bei der Gedächtnisleistung von Nichttrinkern und Männern, die weniger als 20 Gramm Alkohol zu sich nahmen gibt. Starker Alkoholkonsum führt dem zufolge zu einem schnelleren Abbau der Gehirnleistung bei Männern, erklärte Studienautorin Séverine Sabia vom University College in London. Wer aber denkt, dass nur das männliche Gehirn davon betroffen ist der irrt sich. Auch bei Frauen kommt es zu einem Rückgang der kognitiven Funktion. Die Forscher berechneten einen Durchschnittswert von 2,4 Jahren. Aufgrund anderer Bewertungsgrundlagen wird das Ergebnis von den Wissenschaftlern aber als nicht bedeutsam genug eingestuft.

Auf lange Sicht kann ein zu hoher Alkoholkonsum auch den Körper schädigen. Mögliche Folgen eines überhöhten und längerfristigen Alkoholgenusses können Lebererkrankungen wie , eine (Hepatitis) oder sogar eine Leberzirrhose hervorrufen.

Starker Alkoholkonsum im Jugendalter führt zu ähnlichen Ergebnissen
Doch nicht nur Menschen mittleren Alters müssen dabei Einbußen hinnehmen. Eine größere Studie aus dem Jahr 2010, die sich mit übermäßigem Alkoholkonsum im Jugendalter beschäftigt hatte, konnte ebenfalls aufzeigen, dass zu viel Alkohol zu Veränderungen der Hirnstruktur führt. In dieser Studie, deren Ergebnisse im Fachjournal „Science Daily“ veröffentlicht wurden, durchliefen die Jugendlichen diverse psychologische Tests, die die kognitiven Fähigkeiten bewerteten. Festgestellt wurde damals, dass Jugendliche mit stark erhöhtem Alkoholkonsum signifikant schlechter bei den Tests abschnitten. Den Probanden wurden Aufgaben zur Aufmerksamkeit und zur exekutiven Funktionen gestellt, darunter fallen komplexe mentale Funktionen wie Planen, Problemlösen und Handlungskontrolle, also ebenfalls bewusste Steuerungen, die als kognitive Funktionen zusammengefasst werden. (fr)

Bild: ratzfatz / pixelio.de