Test: Mineralöl fast immer in Nussschokolade

Astrid Goldmayer

Stiftung Warentest: Jede dritte Nussschokoladen schneidet im Test gut ab

22.11.2013

Die Experten von Stiftung Warentest haben 26 Nussschokoladen untersucht, darunter auch Bio-Schokolade. Das Ergebnis: Nur jede dritte Nussschokolade scheidet im Test mit der Note „gut“ ab. Vier hochpreisige Produkte von Edelmarken schnitten „sehr gut“ ab, während drei nur ein „mangelhaft“ erhielten. Darunter die Nussschokolade von Rittersport, Kaufland und das Bio-Produkt von Rapunzel.

Nussschokolade wurde auch auf Schadstoffe geprüft
Nussschokolade gehört zu den beliebtesten Naschereien der Deutschen. Vor allem in der Vorweihnachtszeit achtet manch einer weniger auf die Kalorien und gönnt sich das eine oder andere Täfelchen extra. Grund genug für Stiftung Warentest, 26 Nussschokoladen verschiedener Hersteller und Preissegmente genauer unter die Lupe zu nehmen, darunter Milch-, Vollmilch und Edelvollmilchschokoladen. Sechst der getesteten Produkte sind mit dem Biosiegel und 15 mit einem Nachhaltigkeitssiegel wie Utz certified oder Fairtrade zertifiziert. Die Preise für eine 100 Gramm-Tafel variieren zwischen 39 Cent und 3 Euro.

Die Verbraucherschützer untersuchten die Nussschokoladen unter anderem hinsichtlich ihres Gehalts an Nüssen, für den es bisher keine gesetzliche Regelung gibt, und ihres Geschmacks. Zudem wurden Aussehen, Sensorik, Aromatisierung, der Gehalt an Schadstoffen wie Schimmelpilze, Keime, Mineralöle, Pestizide und Kadmium sowie die Verpackung und Deklaration überprüft.

Nussschokolade von Rittersport, Kaufland und Rapunzel fällt durch
Dabei zeigten sich gravierende qualitative Unterschiede. So konnten die Experten die Nussschokoladen der Hersteller Rittersport, Kaufland und Rapunzel nur mit „mangelhaft“ bewerten. Bei dem Produkt von Ritter Sport kritisierten die Verbraucherschützer vor allem die Angabe „natürliches Aroma“ im Zutatenverzeichnis. Dem Testergebnis zufolge ist auch der chemisch hergestellte Aromastoff Piperonal in der Nussschokolade enthalten.

Ähnlich unwahre Angaben hinsichtlich der Aromastoffe entdeckte Stiftung Warentest auch bei der Schokolade von Kaufland. Hier sei auf dem Etikett lediglich der Vermerk „Vanilleextrakt" aufgeführt. Das Produkt enthalte aber auch auch synthetisches Vanillin, so die Tester. Darüber hinaus wiesen die Prüfer im Kaufland-Produkt sogenannte Aflatoxine nach. Dabei handelt es sich um Schimmelpilzgifte aus Nüssen, die krebserregend sind. Die entdeckten Mengen hätten jedoch unter dem zulässigen Höchstgehalt für Nüsse gelegen, betonten die Tester.

Eine fehlerhafte Zutatenliste fanden die Verbraucherschützer auch bei der Nussschokolade des Bio-Herstellers Rapunzel. Laut Testbericht waren 28 Prozent weniger Haselnüsse im Produkt enthalten als auf der Verpackung angegeben. Zudem habe die Angabe von Vollrohrzucker und Rohrzucker als Hauptzutaten nicht gestimmt, da sie nicht zum Gesamtzuckergehalt passe, so Stiftung Warentest.

Neun Nussschokoladen wurden von Stiftung Warentest mit der Note „gut“ bewertet
Immerhin neun Schokoladen erhielten die Note „gut“. Dazu gehörten auch vier höherpreisige Edelmarken (Lindt, Feodora, Hachez und Swiss + Confisa), die in der sensorischen Beurteilung „sehr gut“ abschnitten. Die günstigen Nussschokoladen der Discounter Aldi und Lidl schnitten ebenfalls mit der Note „gut ab.

Stiftung Warentest bewertete zudem zehn der 26 Schokoladen als „befriedigend“ und vier Produkte mit „ausreichend“. Der Testbericht der Verbraucherschützer kann online kostenpflichtig abgerufen werden. (ag)

Advertising

Bild: Rainer Sturm / pixelio.de