Öko-Test zeigte: Schadstoffe in vielen Müslis festgestellt

Alfred Domke
Gesundheitsgefährdende Mineralöle und Glyphosat: Öko-Test findet Schadstoffe im Müsli
Für viele Deutsche startet der Tag mit einem leckeren Müsli. Doch die verschiedenen Getreidemischungen sind oft nicht so gesund wie sie scheinen. Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat bei der Untersuchung von 16 Müslis in vielen Produkten gesundheitsgefährdende Schadstoffe entdeckt.

Gesunder Start in den Tag
Bei vielen Bundesbürgern kommt morgens ein leckeres Müsli auf den Frühstückstisch. Wer dabei auf Fertigmischungen zurückgreift, tut seinem Körper aber nicht unbedingt Gutes. Schließlich sind manche Frühstücks-Cerealien wahre Zuckerbomben, so dass uns das morgendliche Müsli auch dick machen kann. Zudem sind einige Getreidemischungen mit gesundheitsgefährdenden Schadstoffen belastet. Das hat das Verbrauchermagazin Öko-Test nun festgestellt.

Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat 16 Basis-Müslis genauer unter die Lupe genommen und in vielen davon gesundheitsgefährdende Schadstoffe entdeckt. (Bild: Timmary/fotolia.com)

Am besten Vollkornprodukte
Der wichtigste Bestandteil eines Müslis sind Getreideflocken. Hafer, Gerste, Dinkel und Co: idealerweise sollten die Flocken Vollkornprodukte sein. Diese liefern besonders viel wertvolle Mineralstoffe wie Zink, Eisen, Magnesium, Phosphor oder Kalium.

Zudem stecken sie voller wichtiger Ballaststoffe. Die gesunden Fasern helfen, die Verdauung anzuregen und Verstopfung vorzubeugen.

Zahlreiche Hersteller peppen ihre Müslis zudem mit Zutaten wie Amaranth, Chiasamen und Quinoa auf.

Kein gesundheitlicher Mehrwert
Doch brauchen wir wirklich weit gereistes „Superfood“ für unser morgendliches Müsli?, fragt „Öko-Test“ und gibt selbst Antworten:

Amaranth etwa, der überwiegend aus Süd- und Mittelamerika stammt, enthält viel Calcium, Magnesium und Eiweiß. Auch Quinoa ist gesund. Die Körner sind reich an Kalium, Eisen und Eiweiß – für Veganer also durchaus eine Nährstoffquelle. Die Betonung liegt auf Veganer:

„Für Mischköstler ist der Nutzen von Amaranth und Quinoa eher vernachlässigenswert“, erklärt Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Allerdings hilft immer auch ein Blick auf die Zutatenliste:

„Miniportionen über ein Müsli gestreut tragen nicht wirklich zu einer besseren Nährstoffversorgung bei“, so Restemeyer. Denn in den meisten Müslis stecken nur zwei, drei Prozent Amaranth oder Quinoa.

Heimische Ware statt exotischem Superfood
Warum überhaupt in die ökologisch bedenkliche Ferne schweifen? „Ein gesundheitlicher Mehrwert im Vergleich zu heimischen Produkten ist nicht gegeben“, erläutert Restemeyer.

Auch ein Müsli mit heimischen Zutaten deckt den Nährstoffbedarf ausreichend. Beispielsweise Hafer und Gerste. Solche Müsli-Mixs schützen die Gesundheit.

Haferflocken enthalten fast genauso viel Eiweiß wie Quinoa und Amaranth, dazu viel Vitamin B1, außerdem Eisen, Magnesium, Folsäure und Zink.

Auch Leinsamen machen sich gut im Müsli: Sie haben einen besonders hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren. Außerdem steckt in ihnen viel Eiweiß und Folsäure sowie reichlich Mineralstoffe.

Mineralöle und Pflanzengift in Lebensmitteln
Öko-Test wollte nun wissen, wie es um die Qualität von Basis-Müslis steht und hat 16 Produkte auf Schadstoffe untersuchen lassen.

Laut dem Verbrauchermagazin sind zwar fast alle getesteten Müslis zu empfehlen, doch leider wurden bei der Untersuchung in vielen Produkten gesundheitsgefährdende Mineralöle festgestellt:

In insgesamt zehn Sorten konnten gesättigte Mineralöle (MOSH) nachgewiesen werden. MOSH können sich laut Gesundheitsexperten in Lymphknoten, Leber, Milz und Fettgewebe anreichern und Organe schädigen.

Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA stuft MOSH (Mineral oil saturated hydrocarbons) als „potenziell besorgniserregend“ ein.

Des Weiteren fanden die Tester in mehrere Produkten das Pestizid Glyphosat. Dieses Pflanzengift wurde im vorletzten Jahr von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach aktualisierten Erkenntnissen der internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft.

Drei Müslis sind „sehr gut“
Die Verunreinigungen waren sowohl in konventioneller als auch in Bio-Ware festgestellt worden. So fanden sich Rückstände unter anderem in Produkten von Alnatura, Basic, Denree, Edeka, MyMuesli, Norma, Kaufland, Rossmann, Rewe, Netto und Globus.

Neben den Schadstoffen enthielten einige Basismüslis zudem zusätzlichen Zucker. Trotz der Mängel wurde jedoch kein Produkt schlechter als „befriedigend“ bewertet.

Drei Müslis wurden von den Testern als „sehr gut“ eingestuft. Dabei handelt es sich um Ware von dm, Aldi Nord und Rapunzel.

Das ausführliche Testergebnis aller 16 Produkte ist in der aktuellen Ausgabe (9/2017) von Öko-Test zu finden. (ad)