Palliativversorgung für sterbenskranke Kinder

Nina Reese

Hessen bietet zukünftig mehr Hilfe für sterbenskranke Kinder

06.03.2014

Für Kinder und Jugendliche mit schweren unheilbaren Erkrankungen ist es besonders wichtig, nicht nur körperlich, sondern auch psychisch bestmöglich unterstützt zu werden. Hier setzt die sogenannte „Palliativmedizin“ an, welche auf einem ganzheitlichen Konzept in der Betreuung von Patienten mit einer voranschreitenden, schweren Erkrankung sowie einer begrenzten Lebenserwartung beruht. Um gerade jungen Patienten und ihren Familien besser helfen zu können, soll es in Hessen zukünftig eine flächendeckende Versorgung geben, die darauf abzielt, Beschwerden so weit wie möglich zu lindern und die Lebensqualität der kranken Kinder in der noch verbleibenden Zeit zu verbessern.

Palliativmedizin hilft, den körperlichen und psychischen Zustand schwer kranker Patienten zu verbessern
Es sind besonders schwere Schicksale, wenn die Medizin Kindern und Jugendlichen, die an einer schweren, unheilbaren Krankheit leiden, nicht mehr helfen kann. In diesen Fällen ist es für die jungen Patienten und deren Familien besonders wichtig, Unterstützung zu erhalten, um die schwere Zeit so gut wie möglich meistern zu können. Hier bietet die sogenannte „Palliativmedizin“ Hilfe, die im Gegensatz zur heilenden (kurativen) Medizin darauf ausgerichtet ist, den körperlichen und psychischen Zustand schwer kranker Patienten kurz- bis mittelfristig zu verbessern. Im Zentrum steht dabei die Linderung der Symptome wie beispielsweise Schmerzen, Atemnot, Übelkeit und Erbrechen, Verwirrtheit oder innerer Unruhe. Einen ebenso hohen Stellenwert hat bei diesem ganzheitlichen Betreuungs-Konzept aber auch die Kommunikation mit den kranken oder sterbenden Patienten und deren Angehörigen, zudem schließt das Konzept auch Behandlungsmaßnahmen wie Chemotherapie, Strahlentherapie oder operative Medizin mit ein.

Hessen bietet speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichtete ambulante Palliativversorgung
Um gerade jungen Patienten eine bestmögliche ganzheitliche Unterstützung bieten zu können, ist in Hessen zukünftig eine speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichtete ambulante Palliativversorgung geplant, die flächendeckend eingesetzt werden soll. „Ziel der SAPV für Kinder und Jugendliche ist es, für eine bestmögliche Linderung der Symptome und Verbesserung der Lebensqualität der Patienten zu sorgen und die Patienten und ihre Angehörigen zu Hause zu unterstützen“, erklärt Michaela Hach, Geschäftsführerin des hessischen Fachverbandes der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (Fachverband SAPV Hessen e.V.). Hessen ist damit das erste Bundesland, das eine spezifische Palliativversorgung für Kinder und Jugendliche anbieten wird, für die im Vorfeld dem Verein zufolge intensive Verhandlungen mit den Landesverbänden der Krankenkassen notwendig waren.

Betreuung sterbenskranker Kinder und Jugendlicher ist sehr komplex
Ein wichtiger Schritt, denn laut Michaela Hach sei die Betreuung sterbenskranker Kinder und Jugendlicher sehr viel komplexer im Vergleich zu Erwachsenen, dementsprechend würde ein speziell auf die Bedürfnisse der jungen Patienten abgestimmtes Versorgungsangebot benötigt werden. Dabei sind sterbenskranke junge Menschen kein Einzelfall: Laut dem Fachverband leiden allein in Hessen mehr als 1500 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an schweren unheilbaren Erkrankungen, von denen etwa 300 auf eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung angewiesen wären, da die herkömmliche medizinische Versorgung hier nicht mehr weiterhelfen könne.

Drei Versorgungsgebiete geplant
Geplant sei die Umsetzung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung dem Verband nach in drei Versorgungsgebieten, um eine flächendeckende Unterstützung gewährleisten zu können: Das "KinderPalliativTeam Südhessen" mit Sitz in Frankfurt, das "Palliative Care Team für Kinder und Jugendliche" in Gießen für die Versorgung in Mittelhessen und das "Kinder Palliativ Team Nordhessen" mit Sitz in Kassel für Nordhessen. (nr)

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