Panikattacken – Wenn Angst kein normales Gefühl mehr ist

Gegen die Panikattacken im Alltag können verschiedene relativ einfache Maßnahmen ergriffen werden. (Bild: Antonioguillem/fotolia.com)
Fabian Peters
Angststörungen: Was bei Panikattacken helfen kann
Alle Menschen haben Ängste und Sorgen. Manche haben Angst vor Prüfungen, andere haben Angst vor Spinnen oder vorm Fliegen. Es gilt als völlig normal, wenn man bei bestimmten Gelegenheiten ängstlich ist. Es gibt aber auch krankhafte Angst, die ohne solche Auslöser entsteht. Experten erklären, was man dann machen kann.

Angst ist etwas normales
Ängste und Sorgen sind weit verbreitet. Manche fürchten sich vorm Zahnarzt, andere vor Schlangen oder Spinnen. In entsprechenden Situationen stellen sich bei Betroffenen dann Symptome wie Herzrasen, innere Unruhe oder Atemnot ein. Angst ist grundsätzlich etwas normales, wenn Furcht jedoch unbegründet ist und überhand nimmt, sprechen Experten von einer Angststörung. Rund ein Viertel aller Menschen macht einmal im Leben eine solche seelische Erkrankung durch. Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat in einer Patienteninformation Wissenswertes über normale und krankhafte Angst sowie über Behandlungsmöglichkeiten zusammengefasst.

Gegen die Panikattacken im Alltag können verschiedene relativ einfache Maßnahmen ergriffen werden. (Bild: Antonioguillem/fotolia.com)
Gegen die Panikattacken im Alltag können verschiedene relativ einfache Maßnahmen ergriffen werden. (Bild: Antonioguillem/fotolia.com)

Verschiedene Arten von Angststörungen
Angst schützt uns in manchen Situationen und kann sogar lebensrettend sein. Bei einer Angststörung handelt es sich jedoch nicht um Angst vor einer echten Bedrohung. Betroffene haben übersteigerte Angst oder fürchten sich vor Dingen oder Situationen, die andere Menschen normal finden. Es gibt verschiedene Arten von Angststörungen. Eine davon ist die Panikstörung, die häufig mit Todesangst oder Panikattacke einher geht. Bei einer generalisierten Angststörung führen langanhaltende Ängste und Sorgen zu Anspannung, innerer Unruhe und Nervosität. Eine soziale Phobie führt dazu, dass man Angst vor einer negativen Beurteilung durch andere Menschen hat. Und bei einer spezifischen Phobie haben Betroffene Angst vor einzelnen Dingen oder Situationen, die an sich nicht gefährlich sind wie beispielsweise Spinnen, Spritzen oder Fliegen. Solche Störungen können auch mit körperlichen Beschwerden wie Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Atemnot, Übelkeit, Brustenge und Schwindel einhergehen.

Betroffene sollten Hilfe suchen
Personen, die im Fahrstuhl ein kribbeliges Gefühl haben oder sich vor Spinnen ekeln, haben deshalb noch keine Angststörung. Wie die Experten des ÄZQ erläutern, sollte man aber das Gespräch mit einem Arzt oder Therapeuten suchen, wenn man beispielsweise mehr als die Hälfte des Tages über die eigenen Ängste nachdenkt. Oder auch, wenn Lebensqualität und Bewegungsfreiheit erheblich eingeschränkt sind, man depressiv wird oder Suizidgedanken hat. Zudem sollten diejenigen, die ihre Ängste mit Drogen oder Alkohol bekämpfen oder deren Partnerschaft oder Arbeitsplatz durch die Angst gefährdet sind, unbedingt Hilfe suchen.

Angststörungen sind gut behandelbar
In der Regel sind Angststörungen gut mit Psychotherapie oder auch medikamentös zu behandeln. Bekannt ist zudem, dass Ausdauersport gegen Angststörungen sowie Entspannungstechniken zum Stressabbau hilfreich sein können. Bei Panikattacken können kleine Tipps gegen Atemnot, Angst und Herzrasen helfen. Beispielsweise indem man sich bewusst macht, dass die Attacke normalerweise in zehn bis 30 Minuten überstanden ist. Die jeweilige Behandlung hängt von der jeweils vorliegenden Angststörung ab, aber auch von den persönlichen Wünschen und Vorstellungen. Von alleine verschwinden Angststörungen nur selten. Und selbst erfolgreich behandelte Angststörungen können im weiteren Leben wieder auftreten.

Sich den angstauslösenden Situationen stellen
In der Patienteninformation werden einige Tipps gegeben, was Betroffene tun können, um mit ihrer Angst umzugehen. Am wichtigsten ist es, sich den angstauslösenden Situationen zu stellen und nicht vor ihnen zu flüchten. Zudem hilft es, sich klar zumachen, dass Angstanzeichen wie Herzrasen oder Schwindel nicht zu schädlichen Folgen wie Ohnmacht oder Herzinfarkt führen. Betroffene brauchen sich nicht zu schämen, einen Arzt oder eine psychologische Beratungsstelle aufzusuchen: „Niemand sucht sich seine Krankheit aus“, schreiben die Experten. Da sich Krisen mit Unterstützung leichter überwinden lassen, sollte angebotene Hilfe von Freunden oder der Familie angenommen werden. Man sollte sich bewusst machen, dass die Behandlung einer Angststörung Zeit braucht. (ad)

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