Penis-Amputation nach Dauererektion und Schmerzen

Heilpraxisnet

Mann fordert Schmerzensgeld vom Arzt wegen Penis-Amputation nach nicht erkannter Dauererektion

26.06.2014

Ein Patient verklagt seinen Arzt, da dieser eine Dauererektion (Priapismus) mit beginnender Sepsis bei dem Mann zu spät erkannt haben soll. In der Folge musste ein Teil des Penis sowie des linken Unterschenkels amputiert werden. Für seine hundertprozentige Erwerbsunfähigkeit und dauerhafte Zeugungsunfähigkeit fordert der Patient 500.000 Euro Schmerzensgeld von dem Urologen. Die Verhandlung findet am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht München statt.

Patient fordert 500.000 Euro Schmerzensgeld wegen Penis-Amputation
Der 34-Jährige wirft einem Urologen vor, eine Dauererektion mit beginnender Sepsis nicht erkannt und die notwendige Behandlung zu spät in die Wege geleitet zu haben. Nach Ansicht des Patienten musste deshalb eine Amputation von Teilen seines Geschlechtsorgans und des linken Unterschenkels vorgenommen werden, die bei rechtzeitiger Einweisung in eine Klinik hätte verhindert werden können. Der Mann fordert 500.000 Euro Schmerzensgeld von seinem Arzt.

Das Landgericht Traunstein wies die Klage in erster Instanz ab, da kein Behandlungsfehler festgestellt werden konnte. Nun wird der Fall vor dem Oberlandesgericht München verhandelt.

Dauererektion kann das Schwellkörpergewebe im Penis dauerhaft schädigen
Unter einer Dauererektion verstehen Ärzte eine schmerzhafte Versteifung des männlichen Gliedes, die nicht auf sexuelle Erregung zurückzuführen ist und für mindestens zwei Stunden besteht. Das Blut, das während der Versteifung in den Penis fließt, kann dann nicht mehr natürlich abfließen. Bereits nach wenigen Stunden kann in der Folge eine Schädigung des Schwellkörpergewebes auftreten, wenn keine ärztlichen Maßnahmen ergriffen werden. Nach etwa 24 bis 48 Stunden ist das Schwellkörpergewebe vollständig zerstört, so dass eine Versteifung des Gliedes nicht mehr möglich ist (erektile Dysfunktion). (sb)

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