Pollenflug: Jeder Niesanfall birgt ein erhebliches Unfallrisiko

Bei Menschen, die an Pollenallergie und Heuschnupfen leiden, kommt es immer wieder zu heftigen Niesattacken. Sitzen sie währenddessen gerade am Steuer, kann dies für sie und andere Verkehrsteilnehmer gefährlich werden. (Bild: zstock/fotolia.com)
Alfred Domke
Pollenallergie und Heuschnupfen: Niesattacken bergen Unfallgefahren
Autofahrer, die an Heuschnupfen leiden, können sich und andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Durch die typischen Niesattacken können die Allergiker vom Fahren abgelenkt werden. Einige Tipps können dabei helfen, sich besser vor den Pollen zu schützen.

Niesanfälle werden zum Sicherheitsrisiko
Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) zählt Heuschnupfen zu den häufigsten allergischen Erkrankungen. Bei Betroffenen kommt es neben der verstopften oder laufenden und juckenden Nase zu Symptomen wie tränenden und juckenden Augen, Müdigkeit oder Schlafstörungen. Zudem ist die Pollenallergie durch die immer wiederkehrenden Niesanfälle gekennzeichnet. Diese sind nicht nur lästig, sondern können – für Verkehrsteilnehmer – zum Sicherheitsrisiko werden. Immer wieder warnen Experten vor den gefährlichen Niesattacken am Steuer. Der TÜV Thüringen empfiehlt Autofahrern in einer aktuellen Mitteilung, die Gefahren eines Niesanfalls nicht zu unterschätzen.

Bei Menschen, die an Pollenallergie und Heuschnupfen leiden, kommt es immer wieder zu heftigen Niesattacken. Sitzen sie währenddessen gerade am Steuer, kann dies für sie und andere Verkehrsteilnehmer gefährlich werden. (Bild: zstock/fotolia.com)
Bei Menschen, die an Pollenallergie und Heuschnupfen leiden, kommt es immer wieder zu heftigen Niesattacken. Sitzen sie währenddessen gerade am Steuer, kann dies für sie und andere Verkehrsteilnehmer gefährlich werden. (Bild: zstock/fotolia.com)

Eine Sekunde der Sinnesaussetzung
„Das kann gefährlich werden, denn bei jedem Nieser schließen wir für zirka eine Sekunde reflexartig die Augen. Im Stadtverkehr hat man in dieser Zeit fast 14 Meter blind zurückgelegt. In einer verkehrsberuhigten Tempo-30-Zone sind es immerhin etwa zwei Wagenlängen, die der Fahrer ohne visuelle Wahrnehmung rollt. Nicht auszudenken, wenn genau in diesem Moment ein Kind die Fahrbahn quert“, sagt Achmed Leser, Unfallexperte vom TÜV Thüringen. Da ein Niesanfall nur schwer zu unterdrücken ist, kann diese eine Sekunde der Sinnesaussetzung im schlimmsten Fall über Leben und Tod entscheiden. Leser empfiehlt Allergikern, sich gut auf die Pollenflugsaison einzustellen. „Wer auf Pollen allergisch reagiert, sollte in jedem Fall die Filter der Klima- beziehungsweise Lüftungsanlage im Fahrzeug regelmäßig warten und die Filter frühzeitig tauschen lassen. Ein zugesetzter Pollenfilter hat faktisch keine Wirkung“, so der Experte.

PKW bei Pollenflug öfter gründlich reinigen
„Die Fenster am Fahrzeug sollten gerade bei Fahrten außerorts geschlossen bleiben. Vorteilhaft ist es, die Klimaanlage auf die Umluft-Funktion einzustellen“, erläutert Leser. Der Experte hat noch einen weiteren Tipp parat, wie sich Autofahrer vor Pollen schützen können: Das Fahrzeug bei Pollenflug häufiger gründlich reinigen. „Vor allem der Innenraum braucht jetzt eine regelmäßige Säuberung. Dabei reicht es nicht, den Wagen nur auszusaugen, auch die Innenraumoberfläche, wie Armaturenbrett, Mittelkonsole und Türverkleidung, sollten des Öfteren mit einem feuchten Lappen vom Staub befreit werden“, so Leser.

Während der Pollenhauptsaison möglichst aufs Autofahren verzichten
Für die Verkehrssicherheit wäre es natürlich am besten, wenn Allergiker während der Hauptpollensaison möglichst auf das Autofahren verzichten würden. Betroffenen wird ohnehin immer wieder geraten, während dieser Zeit, falls möglich, in pollenarme oder -freie Regionen zu verreisen. Egal ob Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger: Allergikern können neben Medikamenten meist auch Hausmittel bei Heuschnupfen helfen. Um die Beschwerden zu bekämpfen beziehungsweise zu lindern, bieten sich verschiedene Methoden wie Akupunktur, die Eigenbluttherapie oder Hypnose an. (ad)

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