RKI Studien: Etwa jeder Zweite erleidet eine Krebserkrankung

Fabian Peters
Fast eine halbe Millionen Deutsche erkranken pro Jahr an Krebs
Deutschlandweit sind im Jahr 2012 rund 475.000 Menschen neu an Krebs erkrankt, so eines der Ergebnisse des aktuellen Reports „Krebs in Deutschland“, der alle zwei Jahr vom Robert Koch-Institut (RKI) und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (GEKID) veröffentlicht wird. In dem Report werden 27 unterschiedliche Krebsarten erfasst sowie die Krebserkrankungen insgesamt dargestellt.

252.060 Männer und 225.890 Frauen sind laut Mitteilung des RKI im Jahr 2012 in Deutschland an Krebs erkrankt. In dem aktuellen Report werden die Erkankungshäufigkeit und Sterblichkeit bezogen auf 27 unterschiedliche Krebsarten auch im regionalen und internationalen Vergleich dargestellt. Ebenso sind die Tumorstadien und die Überlebensaussichten dokumentiert. Für den Report wurden zudem erstmals auch die Überlebensraten bis zu 10 Jahren nach Diagnose berechnet, berichtet das RKI.

Der aktuelle Krebs-Report des RKI zeigt eine Stagnation der Krebsneuerkrankungen. (Bild: vitanovski/fotolia.com)
Der aktuelle Krebs-Report des RKI zeigt eine Stagnation der Krebsneuerkrankungen. (Bild: vitanovski/fotolia.com)

Stagnation der Krebserkrankungen
Die Daten der epidemiologischen Krebsregister bis zum Jahr 2012 zeigten laut Mitteilung des RKI, „dass sich für die zurückliegenden fünf Jahre eher eine Stagnation der Erkrankungszahlen abzeichnet.“ Dies ist eine durchaus erfreuliche Botschaft, da der Trend trotz zunehmender Alterung der Bevölkerung besteht. In den vergangenen Jahrzehnten war der Anstieg der Krebserkrankungen laut Angaben des RKI wesentlich durch das steigende Durchschnittsalter geprägt, weil viele Krebserkrankungen im Alter vermehrt auftreten. Hier scheint eine Trendwende absehbar. „Das ist insgesamt eine erfreuliche Entwicklung“, betont der RKI-Präsident Lothar H. Wieler.

Darmkrebs-Neuerkrankungen rückläufig
Bei einigen der häufigsten Krebserkrankungen sind den Ergebnissen des aktuellen Reports zufolge rückläufige Trends zu beobachten, was maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Fallzahlen insgesamt hat. Insbesondere beim Darmkrebs seien zuletzt bei beiden Geschlechtern die Neuerkrankungen zurückgegangen, so die Mitteilung des RKI. Allgemein könne jedoch nicht von einer Trendwende gesprochen werden, da bei zahlreichen Tumorarten weiterhin eher von steigenden Zahlen auszugehen sei. Hierzu zählen laut Angaben des RKI „auch einige besonders gefährliche Krebsformen, wie Bauchspeicheldrüsen- und Leberkrebs.“ In dem aktuellen Report bildeten bei Männern Prostatakrebs (63.710 Neuerkrankungen im Jahr 2012), Lungenkrebs (34.490) und Darmkrebs (33.740) die häufigsten Krebserkrankungen, während Frauen vor allem an Tumoren der Brustdrüse (69.550), des Darms (28.490) und der Lunge (18.030) erkrankten.

Überlebenschancen äußerst unterschiedlich
Die einzelnen Krebsarten unterscheiden sich laut Mitteilung des RKI für die Betroffenen erheblich in ihren Konsequenzen. So sei beispielsweise Hodenkrebs so gut behandelbar, dass Betroffene in der Regel nicht mit Einschränkungen ihrer Lebenserwartung zu rechnen haben. Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs bleibe die Prognose hingegen bis heute sehr schlecht. Inwiefern sich die Überlebensraten bei den verschiedenen Krebserkrankungen unterscheiden, ist aus dem aktuellen Report ebenfalls ersichtlich. Auch werden hier umfassende Informationen zu den maßgeblichen Risikofaktoren geboten. (fp)