Schinkenspeck, Alkohol und Adipositas verursachen Magenkrebs

Wissenschaftler stellten fest, dass der Konsum von Alkohol und verarbeiteten Fleisch dazu führen können, dass Menschen Magenkrebs entwickeln. Ein weiterer Faktor für die Entstehung ist Übergwicht. (Bild: psdesign1/fotolia.com)
Alexander Stindt
Internationaler Bericht zeigt mögliche Entstehungsursachen von Magenkrebs
Das Trinken von Alkohol, essen von verarbeitetem Fleisch und Übergewicht, erhöhen das Risiko, dass Menschen Magenkrebs entwickeln. Somit sollten wir weniger Fleisch essen und unseren Alkoholkonsum einschränken, um unsere Gesundheit zu schützen. Bewegung und gesunde Ernährung hilft, Übergewicht zu vermeiden.

Bei einer systematischen Überprüfung von weltweiten Forschungsergebnissen konnten Wissenschaftler vom World Cancer Research Fund (WCRF) und dem American Institute for Cancer Research (AICR) feststellen, dass täglicher Alkoholkonsum, essen von verarbeitetem Fleisch und Übergewicht Faktoren sind, welche die Entwicklung von Magenkrebs begünstigen. Die Forscher veröffentlichten jetzt einen Bericht, der die Ergebnisse ihrer Studie aufzeigt.

Wissenschaftler stellten fest, dass der Konsum von Alkohol und verarbeitetem Fleisch dazu führen kann, dass Menschen Magenkrebs entwickeln. Ein weiterer Faktor für die Entstehung ist Übergewicht. (Bild: psdesign1/fotolia.com)
Wissenschaftler stellten fest, dass der Konsum von Alkohol und verarbeitetem Fleisch dazu führen kann, dass Menschen Magenkrebs entwickeln. Ein weiterer Faktor für die Entstehung ist Übergewicht. (Bild: psdesign1/fotolia.com)

Bericht analysiert die Daten von 17,5 Millionen Probanden
Der veröffentlichte Bericht: Diät, Ernährung, körperliche Aktivität und Magenkrebs zeigte, dass das Trinken von drei oder mehr alkoholische Getränken täglich ausreicht, um unser Risiko für die Entstehung von Magenkrebs zu erhöhen. Männer, Raucher und Ex-Raucher sind dabei am stärksten betroffen, warnen die Autoren. Außerdem reicht es aus, fünfzig Gramm (Menge eines Hot-Dogs)verarbeitetes Fleisch täglich zu essen, um das Risiko für Krebserkrankungen im unteren Bauch um 18 Prozent zu erhöhen. Es lagen bereits Beweise vor, dass der Konsum von verarbeitetem Fleisch auch das Risiko für Dickdarmkrebs erhöht, sagen die Mediziner.

Neue Ergebnisse beweisen, dass Krebserkrankungen des oberen Magens (Cardia) oft mit Übergewicht oder Fettleibigkeit zusammenhängen. Der aktuelle Bericht zeigt, dass sich unser Risiko für Cardia-Magenkrebs um 23 Prozent erhöht, wenn unser Body-Mass-Index um jeweils fünf Punkte ansteigt, erläutern die Wissenschaftler. Der Bericht analysierte die wissenschaftliche globale Forschung zum Thema Magenkrebs. Dafür untersuchten die Forscher 98 ältere Studien. In diesen wurden 17,5 Millionen Erwachsene erfasst, von denen später etwa 77.000 Magenkrebs entwickelten.

Es gibt einfache Wege, um eine Magenkrebserkrankung zu vermeiden
Weltweit gibt es etwa eine Million neue Magenkrebsfälle pro Jahr. Die Erkrankung ist damit die fünfthäufigste Krebsart und dritt tödlichste Krebserkrankung, sagen die Autoren. Alleine in den Vereinigten Staaten könnte einer von sieben (15 Prozent) Magenkrebsfällen verhindert werden, wenn Menschen nicht mehr als drei alkoholische Getränke täglich trinken, kein verarbeitetes Fleisch essen und auf ein gesundes Körpergewicht achten. Dadurch könnten etwa 4.000 Magenkrebserkrankungen pro Jahr verhindert werden, sagen die Experten.

Der Bericht sollte ein Weckruf sein. Adipositas wurde jetzt mit elf Arten von Krebs in Verbindung gebracht, aber es gibt einfache Schritte, die eine Krebsprävention und eine bessere Gesundheit ermöglichen, sagen die Autoren. Das Essen von mehr Gemüse, Bohnen, Früchten und anderen pflanzlichen Lebensmitteln, in der Kombination mit etwas mehr Bewegung, könne das Krebsrisiko bereits deutlich senken, so Alice Bender, Leiterin der Ernährungsprogramme bei AICR.

Das Risiko der Entwicklung von Magenkrebs hängt also mit einer Reihe von verschiedenen Lifestyle-Faktoren zusammen, fügt die Medizinerin hinzu. Die Erkenntnisse aus dem aktuellen Bericht helfen, der Öffentlichkeit die Gesundheit zu schützen und besser zu verstehen, warum die genannten Faktoren das Risiko der Entwicklung von Magenkrebs beeinflussen können, sagen die Forscher. (as)

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