Statistiken: Immer mehr Menschen sterben an Bauspeicheldrüsenkrebs

Alexander Stindt
Mediziner fordern neue Methoden zur frühen Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs
Bauspeicheldrüsenkrebs ist eine der Krebsarten mit den schlechtesten Aussichten auf Genesung. Irische Forscher warnten jetzt davor, dass immer mehr Menschen an den Folgen von Bauspeicheldrüsenkrebs versterben. Die Mediziner fordern, dringend neue Möglichkeiten zu entwickeln, um die gefährliche Erkrankung frühzeitig festzustellen.

Die irischen Wissenschaftler stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass immer mehr Menschen an Bauspeicheldrüsenkrebs sterben. In Irland würden mittlerweile etwa vier von fünf Menschen mit Bauspeicheldrüsenkrebs innerhalb eines Jahres nach der Diagnose an der Erkrankung versterben.

Immer mehr Menschen in Europa sterben an Bauspeicheldrüsenkrebs. Mediziner fordern, dass dringend neue Methoden zur frühzeitigen Diagnose der Erkrankung entwickelt werden. (Bild: Coloures-pic/fotolia.com)

Bauspeicheldrüsenkrebs in Deutschland
In Deutschland sorgt Bauspeicheldrüsenkrebs jedes Jahr für 16.000 neue Krankheitsfälle. Und die Zahl der Erkrankungen nimmt weiter zu. In den vergangenen 40 Jahren hat sich die Anzahl der an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten Menschen hierzulande mehr als verdreifacht. Bauspeicheldrüsenkrebs bildet etwa drei Prozent aller Krebserkrankungen in Deutschland. Eine frühe Diagnose erhöht deutlich die Überlebenschancen. Daher ist es dringend nötig, dass bessere Tests zur Diagnose der Erkrankung entwickelt werden.

Von 500 neu Erkrankten sterben in Irland etwa 400 Patienten innerhalb eines Jahres
In Irland werden jährlich fast 500 neue Erkrankungen an Bauspeicheldrüsenkrebs festgestellt. Rund 400 Betroffenen versterben dann innerhalb der nächsten zwölf Monate an der Erkrankung, sagen die Experten. In den nächsten zehn Jahren wird Bauspeicheldrüsenkrebs zu einer der vier tödlichsten Erkrankungen werden, berichten irische Mediziner. Im Jahr 2026 würden schätzungsweise 11.279 Menschen in Irland an der Krankheit versterben. Im Jahr 2014 habe dieser Wert noch bei 8.817 Todesfällen gelegen.

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Übergewicht erhöht das Risiko
Der Mangel an medizinischen Durchbrüchen bei der frühzeitigen Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs bedeute, dass bei vielen Patienten die Erkrankung zu spät diagnostiziert wird. So kommt auch eine rettende Behandlung oder Operation für Betroffene meist viel zu spät, mahnen die Forscher. Das zugrunde liegende Risiko könne aufgrund von verschiedenen Faktoren entstehen. Einer davon ist, dass immer mehr Menschen übergewichtig sind, sagen die Mediziner.

Mediziner entwickeln neuen Test zur Diagnose
Die Wissenschaftler der Dublin City University widmen sich in ihrer aktuellen Forschung der Entwicklung eines neuen Tests zur frühzeitigen Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Bis heute weise Bauspeicheldrüsenkrebs eine der niedrigsten Überlebensraten aller Krebsarten auf. Doch konnten in Studien bereits Veränderungen in der DNA von Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs nachgewiesen werden. Dies bietet möglicherweise neue Optionen zur Diagnose.

Zwar verstehen die Mediziner bisher den Einfluss der Gen-Varianten auf die Entwicklung von Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht vollständig, doch sollen neue Technologien hier Aufschluss bringen, berichtet die Tageszeitung „Irish Independent“. Die neue Forschung verwende 3D-Modelle, um zu untersuchen, wie die Veränderungen die Entwicklung von Bauchspeicheldrüsenkrebs beeinflussen. So soll sichergestellt werden, dass die Krankheit in Zukunft frühzeitiger erkannt werden kann.

Was sind Warnzeichen für Bauspeicheldrüsenkrebs?
Die Warnzeichen von Bauspeicheldrüsenkrebs sind vage. Die ersten bemerkbaren Symptome von Bauchspeicheldrüsenkrebs können oft Schmerzen im Rücken oder Magen-Bereich sein, sagen die Wissenschaftler. Diese Schmerzen können kommen und gehen und verschlimmern sich häufig nach dem Liegen oder nach dem Essen. Eine erkrankte Person kann auch unter einem unerwarteten Gewichtsverlust und auftretender Gelbsucht leiden. (as)