Studie: Katzenbesitzer mit erhöhter Wahrscheinlichkeit für Aggressionen und Jähzorn?

Katzen übertragen einen Parasiten, der für Jähzorn und unkotrollierte Wutanfälle verantwortlich sein könnte (Bild: Azaliya (Elya Vatel)/fotolia.com)
Alexander Stindt
Durch Katzen übertragener Parasit kann unkontrollierte Wutanfälle auslösen
Gehören Sie zu den Menschen, die eine niedliche Katze zu Hause haben? Diese Katze könnte Ihnen nicht nur Zuneigung, Nähe und Geborgenheit geben, sondern auch einen Parasiten, der in ihrem Hirngewebe lebt, warnen jetzt Forscher von der University of Chicago in einer Pressemeldung. Der Parasit sei an mehreren psychiatrischen Erkrankungen beteiligt und könne beispielsweise für unkontrollierte Wutanfälle verantwortlich sein.

Katzen sind anmutige schöne Tiere, sie schenken ihren Besitzern viel Freude und Zuneigung. Doch Katzen können noch ganz andere Geschenke an ihren Besitzer weitergeben. Wissenschaftler von der University of Chicago fanden jetzt bei einer Untersuchung heraus, dass Katzen einen Parasiten übertragen können, der beispielsweise Wutanfälle in den Betroffenen auslösen kann. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Psychiatry“.

Katzen übertragen einen Parasiten, der für Jähzorn und unkotrollierte Wutanfälle verantwortlich sein könnte. (Bild: Azaliya (Elya Vatel)/fotolia.com)
Katzen übertragen einen Parasiten, der für Jähzorn und unkotrollierte Wutanfälle verantwortlich sein könnte. (Bild: Azaliya (Elya Vatel)/fotolia.com)

Können Wutanfälle im Straßenverkehr durch Parasiten im Gehirn ausgelöst werden?
Kennen Sie Menschen, die beim Autofahren öfter fürchterliche Wutanfälle bekommen? Hier ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese Personen einen Parasiten in sich tragen, der die Wutanfälle bedingt und durch Katzen übertragen werden kann,sagen die Mediziner. Extreme Wutanfälle treten mehr als doppelt so oft bei Menschen auf, die durch solch einen Parasiten infiziert wurden, erläutern die Experten. Die Forscher untersuchten bei ihrer Studie 358 Erwachsene, die eine Infektion durch Toxoplasma gondii erlitten hatten. Diese Infektion führt zu einer veränderten Gehirnchemie, wodurch intensive emotionale Ausbrüche ausgelöst werden können, erklären die Wissenschaftler. Diese Ausbrüche zeigen sich zum Beispiel in Form von Jähzorn.

Etwa 30 Prozent der Menschen leiden unter Toxoplasmose
Den Forschern zufolge ist bisland nicht bekannt, ob der Zusammenhang zwischen der Toxoplasmose und den Wutausbrüchen kausal ist. Nicht jeder Mensch der positiv auf Toxoplasmose getestet wurde, habe auch automatisch Aggressionsprobleme, sagt Hauptautor Dr. Emil Coccaro. Aus diesem Grund sei noch weitere Forschung nötig, um die Zusammenhänge besser zu verstehen. Jähzorn ist durch verbale oder körperliche Aggression gekennzeichnet und die Forscher glauben, dass alleine in Amerika bis zu 16 Millionen Menschen darunter leiden. Toxoplasmose bilde eine parasitäre Infektion und werde über Katzenkot, verunreinigtes Wasser oder ungekochtes Fleisch übertragen. Die Infektion ist relativ harmlos und etwa 30 Prozent aller Menschen tragen die Erreger in sich, erläutern die Experten. Allerdings betreffe Toxoplasmose das Hirngewebe und kann psychiatrische Erkrankungen, wie beispielsweise Schizophrenie auslösen, fügen die Mediziner hinzu.

Studie untersucht drei Kontrollgruppen auf die Auswirkungen von Toxoplasmose
Die Forscher teilten bei ihrer Untersuchung die Probanden in drei unterschiedliche Gruppen auf. Eine Jähzorn-Gruppe, eine Gruppe mit anderen psychischen Erkrankungen und eine gesunde Kontrollgruppe. Bei der Jähzorn-Gruppe konnte mehr als doppelt so häufig eine Exposition durch Toxoplasmose festgestellt werden, verglichen mit der gesunden Kontrollgruppe, sagen die Mediziner. Bei etwa 16 Prozent der Gruppe mit psychischen Erkrankungen, konnte ebenfalls eine Infektion durch Toxoplasmose beobachtet werden. Diese Probanden wiesen aber ähnliche Werte für Aggressionen und Impulsivität auf, wie die Teilnehmer der gesunden Kontrollgruppe. Während die Werte bei der Jähzorn-Gruppe signifikant höher waren, erklären die Forscher.

Ergebnisse zeigen nur eine Korrelation aber nicht die Ursache
Die Menschen sollten jetzt keinesfalls jedoch Angst vor ihren Katzen entwickeln, mahnen die Experten. Die Ergebnisse zeigen nur eine Korrelation aber nicht einen ursächlichen ZUsammenhang, betonen die Forscher. Der zugrunde liegende Mechanismus bleibe unklar und könnte mit Faktoren wie verstärkten Entzündungen verbunden sein. Die Infektion könnte eine Antikörper-Produktion auslösen, die dann eine natürliche inflammatorische Wirkung (Entzündung) auslöst, mutmaßen die Forscher. Das Team untersucht jetzt, ob eine medikamentöse Therapie für Toxoplasmose aggressives Verhalten reduzieren könnte. (as)

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