Studie: Konzentrationsprobleme: Depressionen hemmen die Leistungsfähigkeit

Alfred Domke
Verminderte Leistungsfähigkeit durch Depressionen – Hilfe für Betroffene
Laut Schätzungen leiden aktuell rund vier Millionen Menschen in Deutschland an einer Depression. Die psychische Erkrankung äußert sich unter anderem durch eine anhaltende gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit und auch körperliche Symptome. Zudem sinkt die Leistungsfähigkeit.

Rund vier Millionen Deutsche leiden an einer Depression
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden global 350 Millionen Menschen an Depressionen. In Deutschland sind aktuell schätzungsweise fünf Prozent der Bevölkerung, d.h. etwa vier Millionen Menschen, betroffen, berichtet der Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDN) auf dem Informationsportal „Neurologen und Psychiater im Netz“. Die Krankheit hat auch Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Betroffene sollten sich um professionelle Hilfe bemühen.

Menschen mit Depressionen haben oft auch Probleme, sich zu konzentrieren. Denn die Krankheit beeinflusst die Denkleistung. Experten empfehlen Betroffenen, Hilfe zu suchen. (Bild: chajamp/fotolia.com)

Psychische Krankheit mit verschiedenen Symptomen
In der S3-Leitlinie/Nationale VersorgungsLeitlinie „Unipolare Depression“ erklären Experten, dass die Krankheit „Depression“ nicht immer leicht zu erkennen ist, sie bleibt auch oft unerkannt.

Bestimmte, länger andauernde, Symptome sprechen dafür, dass eine depressive Erkrankung vorliegt. „Dazu gehören zum Beispiel eine gedrückte Stimmung, Interessenverlust und Antriebsschwäche“, heißt es in der Leitlinie.

Mehr zum Thema:

Betroffene haben zudem ein geringeres Selbstwertgefühl, Zukunftsängste, Schlaf- und Appetitstörungen sowie körperliche Beschwerden wie Magen-Darm-Probleme oder ein Druckgefühl im Hals und in der Brust.

Langfristig können Depressionen unter anderem Typ II-Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Herzinfarkt begünstigen.

Betroffene sollen sich helfen lassen
Außerdem haben Betroffene während einer depressiven Phase oft Probleme sich zu konzentrieren. Denn die Krankheit beeinflusst auch die Denkleistung. Wie der BVDN laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa erklärt, ist dieser Nebeneffekt Vielen – auch Betroffenen – nicht bekannt.

Demnach falle es manchen Patienten in einer depressiven Phase schwer, Dinge zu planen, den Überblick zu behalten und im Job leistungsfähig zu sein.

Die Psychotherapeuten empfehlen Betroffenen, solche Symptome bei ihrem Arzt offen anzusprechen und sich unbedingt helfen zu lassen. Bereits nach wenigen Therapiesitzungen verspürten viele Patienten eine Verbesserung.

„In den letzten Jahrzehnten hat sich hinsichtlich der Therapie einiges getan und mehr als 80% der Erkrankten kann dauerhaft und erfolgreich geholfen werden“, schreibt der BVDN.

„Deswegen ist es umso wichtiger, dass die Allgemeinbevölkerung für dieses Thema sensibilisiert und aufgeklärt wird: Denn eine Depression kann jeden treffen, unabhängig von Alter, Geschlecht und sozialem Status.“ (ad)