Vitamin-D-Gaben kann Reizdarmsyndrom-Beschwerden lindern

Alexander Stindt

Wie wirkt sich die Einnahme von Vitamin D auf Patienten mit Reizdarmsyndrom aus?

Forscher fanden jetzt heraus, dass die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten zu einer Reduzierung des Reizdarmsyndroms zu führen scheint. Betroffene könnten demnach auf einfache Weise von Bauchschmerzen, Verstopfungen und anderen unerwünschten Nebenwirkungen befreit werden.

Die Wissenschaftler der University of Sheffield stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Vitamin D das sogenannte Reizdarmsyndrom (RDS) lindert. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „European Journal of Clinical Nutrition“.

Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Vitamin D scheint Menschen mit Reizdarmsyndrom zu helfen, die unangenehmen Symptome der Erkrankung zu einzudämmen. (Bild: puhhha/fotolia.com)

Vitamin D trägt zur Linderung der Symptome des Reizdarmsyndroms bei

Bei ihrer Forschungsarbeit stellten die Experten eine hohe Prävalenz von Vitamin-D-Mangel bei Patienten mit Reizdarmsyndrom fest. Das Team untersuchte auch die möglichen Vorteile von Vitamin-D-Ergänzungen auf das Reizdarmsyndrom. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D zur Linderung der Symptome beitragen können. Zu diesen gehören beispielsweise Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und Verstopfungen. Außerdem erwies sich als einer der größten Vorteile der Einnahme von Vitamin-D-Ergänzungen die Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität bei Menschen mit Reizdarmsyndrom, sagen die Wissenschaftler.

Menschen mit dem Reizdarmsyndrom sollten ihren Vitamin-D-Spiegel überprüfen lassen

Die Untersuchung ermöglicht einen besseren Einblick in das Krankheitsbild des Reizdarmsyndroms, was aber noch wichtiger ist, dass sie einen neuen Weg bei der Bewältigung des Problems aufzeigt, betonen die Forscher. Aus den Ergebnissen der Studie gehe hervor, dass bei allen Betroffenen eines Reizdarmsyndroms der Vitamin-D-Spiegel getestet werden sollte und eine große Mehrheit von diesen Menschen von Nahrungsergänzungsmitteln profitieren würde, erklärt Studienautor Dr. Bernard Corfe von der University of Sheffield.

Ernährung und Stress können Symptome verschlechtern

Das Reizdarmsyndrom ist ein generell schlecht verstandenes Krankheitsbild, welches sich sehr stark auf die Lebensqualität der Betroffenen auswirkt. Es gibt bisher keine bekannte Ursache für das Reizdarmsyndrom und auch keine bekannte Möglichkeit zur Heilung. Warum und wie sich die schwächende Funktionsstörung des Magen-Darm-Trakts entwickelt, bleibt unklar, obwohl bekannt ist, dass Ernährung und Stress die Symptome verschlimmern können, erklären die Forscher.

Menschen mit Reizdarmsyndrom schämen sich häufig für die auftretenden Symptome

Die meisten Patienten mit Reizdarmsyndrom schämen sich für die Symptome der Erkrankung. Dies bedeutet, dass viele mit dieser bei ihnen nicht diagnostizierten Erkrankung leben. Die Erkrankung ist außerdem eine große Belastung für die Gesellschaft, weil als Folge des Reizdarmsyndroms viele Arbeitstage verpasst werden und zusätzlich Zeit für regelmäßige Termine in Krankenhäusern aufgewendet wird, erläutern die Forscher.

Worauf wirkt sich Vitamin D beim Menschen aus?

Vitamin D ist essentiell für das allgemeine Wohlbefinden, einschließlich der Knochengesundheit, der Immunfunktion, der mentalen Gesundheit sowie der Darmgesundheit, berichten die Wissenschaftler. Ein Mangel an Vitamin D könne zudem relativ leicht mit Nahrungsergänzungsmitteln behoben werden. Zunächst muss aber der Mangel diagnostiziert worden sein, damit Betroffene angemessen reagieren können. Ein zu niedriger Vitamin-D-Status wurde in früheren Studien bereits mit dem erhöhten Risiko für kolorektale Karzinome und entzündliche Darmerkrankungen in Zusammenhang gebracht. (as)