Bewegung kann nachweisbar nicht nur der Gesundheit im Allgemeinen zugutekommen, sondern auch die Knochengesundheit unterstützen. Wie viele Bewegung es braucht und welche Bewegungsformen sich am besten eignen, um die Knochen zu stärken, zeigt eine aktuelle Studie.
Ein chinesisches Forschungsteam hat in einer Übersichtsarbeit analysiert, welche Form und Dosis der Bewegung zur Erhaltung der Knochenmineraldichte und zur Reduzierung des Frakturrisikos beitragen kann. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „BMJ“ veröffentlicht.
Rückgang der Knochendichte im Alter
Mit zunehmendem Alter zeigt sich bei den meisten Menschen ein Rückgang der Knochenmineraldichte. Dieser kann auch pathologische Formen annehmen und zu einer deutlich verringerten Knochenfestigkeit sowie einem erhöhten Frakturrisiko führen, erläutern die Forschenden.
Von einer solchen Osteoporose sind weltweit mehr als 200 Millionen Menschen betroffen, wobei Frauen wesentlich häufiger erkranken als Männer, so die Fachleute weiter. Bewegung gelte hier als ein wichtiger Ansatz, um dem Abbau der Knochendichte entgegenzuwirken.
Welche Bewegung und wie viel?
Welche Bewegungsform sich besonders eignen und wie viel Bewegung erforderlich ist, um positive Effekte auf die Knochengesundheit zu erzielen, hat das Forschungsteam nun anhand einer Metaanalyse von 124 Studien mit insgesamt 18.429 Teilnehmenden untersucht.
Dabei zeigte sich, dass zügiges Gehen oder Joggen sowie kombinierte Ausdauer- und Kraftübungen wahrscheinlich positive Effekte auf die Knochendichte haben, berichtet das Team. Zudem könne die Kombination von Ausdauer- und Entspannungsübungen das Frakturrisiko zusätzlich senken.
600 MET-Minuten pro Woche
Klinisch relevante Vorteile lassen sich laut den Fachleuten bei einer Dosis von etwa 600 sogenannten MET-Minuten pro Woche erzielen, wobei MET-Minuten einen Ansatz zur Berechnung der Kombination aus Bewegungsintensität und -dauer bilden. 600 MET-Minuten entsprechen etwa zwei bis drei Stunden zügigem Gehen oder Joggen, erläutern die Forschenden.
Insgesamt verdeutlichen die Studienergebnisse, dass Bewegung den altersbedingten Rückgang der Knochendichte bei Erwachsenen im Alter ab 40 Jahren durchaus abschwächen kann.
Dabei lassen sich vor allem durch zügiges Gehen oder Joggen sowie durch kombinierte Ausdauer- und Kraftübungen positive Effekte auf die Knochendichte erhoffen und die Kombination von Ausdauer- und Entspannungsübungen könnte zudem das Frakturrisiko senken.
Zwar sind die Belege für den klinischen Nutzen bisher nur von niedriger bis moderater Qualität, doch sprechen sie für eine Berücksichtigung von entsprechenden Bewegungsvorgaben bei Empfehlungen zur Stärkung der Knochengesundheit. So könnten drei Stunden zügiges Gehen pro Woche bereits einen wichtigen Beitrag zur Osteoporose-Prävention leisten. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Changbo Lu, Liwen Li, Lei Zhang, Qiuming Gao, Jia Meng, Yun Xue, Hui Jiang, Tao Yuan, Hong Qian, Nirong Bao, Zhiwen Luo, Xiaojiang Yang: Effect of exercise on bone health in middle aged and older adults: hierarchical network meta-analysis of randomised trials; in: BMJ (veröffentlicht 09.09.2026), bmj.com
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