Studien: Mutiertes Gen erhöht das Risiko von Fehlgeburten

Alexander Stindt
Frauen mit einem mutierten FOXD1 Gen erleiden häufiger rezidivierende Spontanaborte
Eine Fehlgeburt ist ein Ereignis, dass schwangere Frauen in Angst und Schrecken versetzt. Forscher fanden jetzt heraus, dass bestimmte Frauen eine erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Fehlgeburt aufweisen. Diese Frauen tragen ein mutiertes Gen in ihrem Körper, welches eine Fehlgeburt wahrscheinlicher macht.

Ein internationales Team aus Wissenschaftlern stellte bei einer Untersuchung fest, dass die Körper einiger Frauen ein mutiertes Gen enthalten, welches zur Entstehung von Fehlgeburten führt. Dieses mutierte Gen trägt die Bezeichnung FOXD1. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Open Biology“.

Eine Fehlgeburt ist ein schreckliche Ereignis für jede schwangere Frau. Mediziner fanden heraus, dass ein mutiertes Gen in schwangeren Frauen die Wahrscheinlichkeit für Fehlgeburten erheblich vergrößert. (Bild: staras/fotolia.com)
Eine Fehlgeburt ist ein schreckliche Ereignis für jede schwangere Frau. Mediziner fanden heraus, dass ein mutiertes Gen in schwangeren Frauen die Wahrscheinlichkeit für Fehlgeburten erheblich vergrößert. (Bild: staras/fotolia.com)

Mutiertes Gen führt zu Fehlgeburten innerhalb der ersten fünf Wochen
Sicherlich haben alle Frauen große Angst vor einer Fehlgeburt. Mediziner stellten fest, dass bestimmte Frauen innerhalb der ersten fünf Wochen ihrer Schwangerschaft eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Fehlgeburt aufweisen. Schuld daran scheint ein mutiertes Gen zu sein, dass im Körper von einigen Frauen vorkommt.

Erkenntnisse könnten effektivere Diagnosen ermöglichen
Das sogenannte FOXD1-Gen scheint in seinem normalen Zustand eigentlich eine Art Schutzqualität aufzuweisen, sagen die Experten. Wenn das Gen allerdings mutiert, erhöht es die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlgeburt bei werdenden Müttern. Die Mediziner hoffen jetzt, dass der aktuelle Befund eine effektivere Diagnose von möglichen Fehlgeburten ermöglicht. So kann dann auch eine bessere Behandlung der betroffenen Frauen erzielt werden.

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Studie analysiert die Daten von 556 Frauen mit RSA
Das Forscherteam analysierte für seine Untersuchung die Daten von 556 Frauen, welche zuvor von sogenannten rezidivierenden Spontanaborten (RSA) betroffen waren. Dieser Ausdruck definiert, wenn eine Frau drei oder mehr Fehlgeburten am Stück innerhalb der ersten fünf Wochen der Schwangerschaft erleidet, erklären die Autoren. Es wird angenommen, dass etwa eine von hundert Schwangerschaften mit solch einer Bedingung zusammenhängt. Als Kontrollgruppe dienten 271 Frauen, welche nicht unter solchen Problemen leiden.

FOXD1 Gen könnte normalerweise eine schützende Wirkung haben
Wir konnten feststellen, dass Frauen mit einer FOXD1-Mutationen ein statistisch erhöhtes Risiko für das Auftreten einer RSA aufweisen, erklären die Autoren. Die Mediziner fanden das Gen auch in Frauen aus der Kontrollgruppe. Aus diesem Grund vermuten die Experten, dass das Gen im normalen Zustand sogar eine schützende Wirkung haben könnte.

Gen wurde erstmals in einem Tierversuch festgestellt
Das Gen wurde zuerst in Labormäusen festgestellt. Bei diesen Tieren gab es ein hohes Maß an embryonaler Resorption. Bei der embryonalen Resorption stirbt ein Fötus von Zwillingen während der Schwangerschaft und wird dann von dem anderen Zwilling resorbiert, erklären die Mediziner. FOXD1 ist nicht das erste Gen, welches an wiederholten Fehlgeburten beteiligt war. Allerdings waren bisher sogenannte funktionelle Beweise für eine Beteiligung selten, erläutern die Wissenschaftler weiter.

Übelkeit und Erbrechen verringern die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlgeburt
Eine andere Studie hatte im vergangenen Monat ergeben, dass, wenn schwangere Frauen unter morgendlicher Übelkeit leiden, dadurch die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt verringert wird. Morgendliche Gefühle der Übelkeit und Erbrechen konnten mit einer 75-prozentigen Verringerung einer Fehlgeburt verbunden werden, fügen die Mediziner hinzu. (as)