Suchtmediziner fordert dass Kassen Raucherentwöhnung bezahlen sollen

Fabian Peters
Suchtmediziner fordert: Krankenkassen sollen für Raucherentwöhnung bezahlen
Tabakkonsum ist ungesund, doch noch immer werden von vielen Menschen die zahlreichen Krankheiten durch Rauchen unterschätzt.  Zwar gelingt es manchen ganz gut, die Finger von Zigaretten zu lassen, wenn sie sich stärker mit den Gefahren auseinandersetzen, doch längst nicht allen. Ein Experte fordert nun, dass die Krankenkassen für die Raucherentwöhnung bezahlen sollen.

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Raucherlunge
Die COPD und Lungenkrebs bilden nur einen Bruchteil der Erkrankungen, die durch das Rauchen verursacht werden können. (Bild: bilderzwerg/fotolia.com)

Gute Gründe für den Rauchstopp
Rauchen schadet der Gesundheit: Darüber sind sich alle Experten einig. Wie gefährlich Tabakkonsum wirklich ist, haben Forscher aus den USA vor kurzem noch einmal in einer Studie bestätigt. Demnach erkranken und sterben Raucher nicht nur an Lungenkrebs, sondern auch an zahlreichen weiteren Erkrankungen. Dazu gehören unter anderem zwölf Arten von Krebs wie Bauchspeicheldrüsenkrebs und Darmkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie ein Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Arterienerkrankungen wie Arteriosklerose (Arterienverkalkung) und die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD (Raucherhusten). Zwar können manche Raucher gut aufhören,  wenn sie sich mit den Gefahren durch Nikotin und Co beschäftigen, doch längst nicht allen fällt dies leicht.

Tabakkonsum gilt nicht als Krankheit
Der TV-Sender „RTF.1“ berichtet nun auf seiner Internetseite, ein anerkannter Experte fordere, dass Krankenkassen für die Raucherentwöhnung zahlen sollen. Der Konsum von Tabak gilt hierzulande nicht als Krankheit, sondern als selbstschädigendes Verhalten. Betroffene, die damit aufhören wollen, müssen die Behandlung daher auch selbst bezahlen. Der Leiter der Sektion für Suchtmedizin und Suchtforschung an der Universitätsklinik Tübingen, Professor Anil Batra meint, dass dies ein untragbarer Zustand ist. In der „Apotheken-Umschau“ sagte er: „Wie Alkoholkranke haben auch abhängige Raucher ein Anrecht auf Finanzierung ihrer Therapie.“ Dies könnte einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zufolge durch verhinderte Folgekrankheiten sowie weniger Arbeitsunfähigkeit und Erwerbsminderung über 50 Milliarden Euro pro Jahr einsparen. In der Meldung wird noch ein gewichtigeres Argument genannt: In Deutschland sterben demnach jährlich bis zu 140.000 Menschen an den Folgen ihres Tabakkonsums. (ad)