Tatsache? Wird sogenannter Kälte-Kopfschmerz durch Eisverzehr ausgelöst?

Fast nichts ist an einem heißen Sommertag schöner als leckeres Speiseeis. Der Genuss wird aber manchmal getrübt. Jeder Dritte kennt Kälte-Kopfschmerzen beim Eisessen. (Bild: Kalim/fotolia.com)
Alfred Domke
Kälte-Kopfschmerz und viele Kalorien können Eisgenuss im Sommer einschränken
Zitrone, Pistazie, Stracciatella: Eiscreme gehört vor allem an heißen Tagen zu den beliebtesten Süßspeisen überhaupt. Leider kommt es bei dem Genuss oft zu „Nebenwirkungen“: Wissenschaftlern zufolge kennt jeder Dritte Kälte-Kopfschmerz beim Eisessen. Außerdem zählt Eis zu den typischen Kalorienfallen im Sommer.

Beliebt bei Alt und Jung
Die sommerlichen Temperaturen der letzten Tage haben für volle Eisdielen gesorgt. Leckeres Speiseeis ist nicht nur bei Kindern beliebt. Rund 8,5 Kilogramm Speiseeies schleckt jeder Bundesbürger pro Jahr. Zwar sind an den Eistheken immer öfter auch exotische Kombinationen wie Schokolade mit Earl Grey Tee oder diverse Alkohol-Kreationen wie Spritz oder Hugo zu finden, doch die klassischen Sorten Vanille, Schokolade und Erdbeere bleiben bei den Deutschen am beliebtesten. Leider ist der leckere Genuss nicht immer gesund. Viele Menschen bekommen nach dem Verzehr der kalten Speise Kopfschmerzen. Außerdem sind in Eis oft sehr viele Kalorien enthalten. Und man soll sich damit auch den Magen verkühlen können.

Fast nichts ist an einem heißen Sommertag schöner als leckeres Speiseeis. Der Genuss wird aber manchmal getrübt. Jeder Dritte kennt Kälte-Kopfschmerzen beim Eisessen. (Bild: Kalim/fotolia.com)
Fast nichts ist an einem heißen Sommertag schöner als leckeres Speiseeis. Der Genuss wird aber manchmal getrübt. Jeder Dritte kennt Kälte-Kopfschmerzen beim Eisessen. (Bild: Kalim/fotolia.com)

Jeder Dritte leidet unter Kälte-Kopfschmerz
Letzteres stimmt Experten zufolge jedoch nicht. Der Magen lässt sich nicht mit Speiseeis verkühlen. Zwar hat die kühle Köstlichkeit bei Verzehr etwa minus vier Grad, doch im Mund schmilzt das Eis auf der Zunge und erwärmt sich auf zirka 18 Grad. Im Magen hat es fast schon unsere Körpertemperatur erreicht, berichtet die Kaufmännische Krankenkasse (KKH). Doch wegen dem sogenannten Hirnfrost durch Eiscreme kann nicht jeder unbeschwert sein Eis genießen: „Laut einer kanadischen Studie leidet jeder Dritte unter dem sogenannten Kälte-Kopfschmerz“, erläuterte Robert Deindl vom KKH-Serviceteam in Deggendorf.

Keine medikamentöse oder ärztliche Behandlung nötig
Dabei schießt in Sekundenschnelle ein stechender Schmerz durch den Kopf, vor allem dann, wenn das Eis rasch und in großen Portionen verschluckt wurde. Laut KKH gehen Forscher davon aus, dass dieser Kältekopfschmerz durch zu viel Blut im Gehirn ausgelöst wird.

Den Angaben zufolge werden durch den Kältereiz am Gaumen die Gefäße erweitert und über die Hauptschlagader warmes Blut ins Gehirn gepumpt. Der erhöhte Druck verursacht dann die Schmerzen. Zwar kann der auch als Hirnfrost benannte Kopfschmerz unangenehm sein, er bedarf aber keiner medikamentösen oder ärztlichen Behandlung. Migräne-Patienten sollten jedoch beim Eisgenuss vorsichtig sein und die süße Köstlichkeit vor allem langsam genießen. Die Krankenkasse hat für Betroffene einen Tipp parat: „Die Zunge fest an den Gaumendrücken, um ihn zügig wieder aufzuwärmen.“

Eis hat oft sehr viele Kalorien
Allerdings hat Eis oft ziemlich viele Kalorien, die sich später auf den Hüften bemerkbar machen. Deindl meinte: „Bedenklich für die Gesundheit ist allenfalls die hohe Kalorienzufuhr, die so ein Eisgenuss mit sich bringt.“ Demnach enthält eine Kugel (50 Gramm) Schokoladeneis allein 120 Kalorien. Mit Sahne, Waffeln und Soße kommen noch weitere hinzu, sodass so eine Portion eine ganze Mahlzeit ersetzen könnte. Doch nicht alle Eissorten sind Kalorienbomben.

Es gibt auch welche, die weniger Fett und Zucker enthalten. So scheint der neue Trend Frozen Yogurt kalorienärmer und damit figurfreundlicher zu sein. Diese Sommer-Erfrischung wird statt aus gewichtigen Zutaten wie Sahne, Milch, Eier oder Butter aus Magermilchjoghurt hergestellt. „Frozen Yogurt ist eine tolle Alternative, kann mit süßen Toppings aus Schokostreuseln, Karamelstückchen und Nüssen aber genauso schnell zu einer Kalorienbombe werden“, so Deindl.

Frozen Yogurt lässt sich auch einfach selber machen
Soll es also eine leichte Variante sein, müsse darauf geachtet werden, dass der gefrostete Joghurt nur leicht gesüßt und mit frischen Früchten garniert wird. Auf Sahne, Soßen oder zerkleinerte Naschereien als Garnitur sollte ohnehin lieber verzichtet werden. Laut der KKH-Mitteilung hat die Joghurt-Variante gegenüber herkömmlichem Eis einen Vorteil: Der Joghurt enthält gesunde probiotische Kulturen, welche die Verdauung regulieren und das Immunsystem stärken können. „Frozen Yogurt lässt sich auch prima mit gemixtem Magerjoghurt und Fruchtpüree für einen gesunden Eisgenuss zu Hause herstellen“, meinte Deindl.

Besonders kalorienreiches Sahneeis
Die Krankenkasse klärt in ihrer Meldung auch über die verschiedenen Eisvariationen auf. Demnach wird Cremeeis aus mindestens 50 Prozent Milch hergestellt, Wasser wird bei der Herstellung nicht verwendet. Fruchteis hingegen besteht aus Zucker, Wasser, frischem Obst, Fruchtmark oder Obstsaft. Der Fruchtgehalt liegt bei 20 Prozent. Milchspeiseeis enthält mindestens 70 Prozent Milch, die gesüßt und mit Fruchtmark oder anderen Zutaten aromatisiert wurde. Den Angaben zufolge ist das heute übliche Speiseeis meist Milcheis.

Das besonders kalorienreiche Sahneeis hat einen Milchfettanteil von mindestens 18 Prozent aus der verwendeten Sahne. Sojaeis enthält keine Kuh-, sondern Sojamilch; mittlerweile gibt es auch exotische Sorten mit Büffel- oder Ziegenmilch. Bei Sorbet handelt es sich um ein Eisgetränk beziehungsweise dünnflüssiges Eis aus stark gesüßtem Fruchtsaft, Süßwein oder Spirituosen. Und Wassereis besteht hauptsächlich aus gefrorenem Wasser und Zucker und hat maximal drei Prozent Fett. (ad)

Advertising