Thüringen: Jede zehnte Schwangere raucht

Alfred Domke

Jede zehnte Thüringerin raucht während ihrer Schwangerschaft

04.01.2014

Jede zehnte Frau in Thüringen raucht während ihrer Schwangerschaft. Thüringen liegt seit Jahren über dem Bundesdurchschnitt.

Jede zehnte werdende Mutter greift zur Zigarette
In Thüringen raucht jede zehnte Frau während ihrer Schwangerschaft. Dies geht aus einer am Freitag vorgestellten Studie der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, welche sich auf eine Befragung von Thüringer Krankenhäusern stützt. Bei dieser wurden im Jahr 2012 rund 16.000 Schwangere danach gefragt, ob sie während der Schwangerschaft geraucht haben. 10,3 Prozent bejahten dies. „Statistisch gesehen greift damit jede zehnte werdende Mutter zur Zigarette, was mit erheblichen Risiken für das ungeborene Leben verbunden ist“, sagte Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. Ein Jahr zuvor waren es noch 9,7 Prozent gewesen.

Risiko von Fehlgeburten doppelt so hoch
Von denjenigen, die angaben, geraucht zu haben, hätten 1378 Frauen bis zu zehn Zigaretten pro Tag konsumiert. 252 Frauen hätten täglich elf bis zwanzig Zigaretten und 13 Frauen sogar mehr als 20 Glimmstengel geraucht. „Tabakkonsum in der Schwangerschaft kann neben einer Steigerung kindlicher Herzfrequenz auch ein verringertes Geburtsgewicht verursachen“. erklärte Dressel. Außerdem sei das Risiko von Früh- und Fehlgeburten etwa doppelt so hoch.

Thüringen seit Jahren über dem Bundesdurchschnitt
Das Bundesland Thüringen weist seit Jahren gegenüber dem Bundesdurchschnitt eine deutlich höhere Rate an Schwangeren mit Tabakkonsum auf. Im Jahre 2012 haben im Bundesdurchschnitt 7,7 Prozent der werdenden Mütter zur Zigarette gegriffen, Tendenz sinkend. Australischen Wissenschaftlern zufolge rauchen in den westlichen Ländern sogar rund 15 Prozent der Mütter während der Schwangerschaft. Weil dadurch erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen der Kinder verursacht werden können, sollten Mütter, die während der Schwangerschaft geraucht haben, und Ärzte nach der Geburt besonders auf bestimmte Risikofaktoren der Heranwachsenden wie Bluthochdruck oder das Low Density Lipoprotein (LDL), „das schlechte Cholesterin, achten“, wie der Kardiologieprofessor David Celermajer von der University of Sydney bereits vor Jahren erklärte. (ad)

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Bild: Oliver Klas / pixelio.de