Tödliche Pferdeseuche in Bayern

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Tödliche Pferdeseuche in Bayern: Sperrbezirk im Ostallgäu eingerichtet.

Ausnahmezustand in Bayern, Pferdebesitzer fürchten um das Wohl ihrer Tiere. Die sogenannte Equine Infektiösen Anämie oder auch „Blutarmut“, ein tödliche und besonders gefürchtete Pferdekrankheit, ist sowohl in Seestall im Landkreis Landsberg als auch im Ostallgäu, in der Gemeinde Stöttwang aufgetreten.

„Blutarmut“ eine der gefürchtetsten Pferdekrankheiten
Die „Infektiösen Anämie der Einhufer“ bzw. Equine Infektiösen Anämie (E.I.A.) ist eine der am meisten gefürchteten Pferdekrankheiten, galt jedoch in Deutschland bis vor rund 20 Jahren als ausgerottet. 1988 traten in Bayern allerdings wieder erste Fälle der anzeige- und bekämpfungspflichtigen Krankheit auf, vermutlich wurde das tödliche Virus mit illegal eingeführten Pferde aus Rumänien wieder nach Deutschland eingeschleppt. Da es keinen Impfschutz und keine erfolgversprechenden Behandlungsmöglichkeiten gibt, werden die betroffenen Tiere meist auf amtstierärztliche Anweisung hin getötet. Um die entsprechenden Höfe und Betriebe wird anschließend für 60 Tage ein Sperrbezirk gelegt, der den Abtransport und die Einfuhr jeglicher Einhufer wie zum Beispiel auch Esel, Maultiere, Zebras oder Maulesel untersagt bzw. nur mit Genehmigung des Veterinärsamtes gestattet. Entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen sind notwendig, da E.I.A. nicht nur von blutsaugenden Insekten übertragen wird sondern auch bei Kontakt zwischen den Pferden durch Speichel, Urin, Sperma und Milch.

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Betroffenen Tiere werden eingeschläfert
Die für den Menschen ungefährliche E.I.A. wird nicht ohne Grund auch „Blutarmut“, denn der Virus verursacht eine schubweise Auflösung der Blutplättchen und der roten Blutkörperchen im Körper der Pferde. Im akuten Fall führt dies direkt zum Tod des Tieres ansonsten kann die E.I.A. auch einen andauernden Krankheitsverlauf nehmen, der das Immunsystem des Pferdes nachhaltig schwächt und anfälliger für andere Infektionen macht. Die E.I.A.-Symptome reichen dabei von unsicherem und benommenem Verhalten, geröteten Augen, Ausfluss, Wassereinlagerungen mit Schwellungen, Futterverweigerung und stark verminderter Leistungsfähigkeit bis hin zu schweren Fieberschüben mit sehr hohen Temperaturen im akuten Stadium der Erkrankung. Typische Folgeerscheinungen sind auch kleine bis winzige punktförmige Blutungen an mehreren Stellen des Körpers. Nach zwei bis fünf Tagen ist das akute Krankheitsstadium meist überstanden und die E.I.A: geht in einen chronischen Zustand über. Die betroffenen Pferde sind anschließend noch über einen langem Zeitraum Infektionsquelle und werden selber nie wieder ganz gesund:

Sperrbezirk von einem Kilometer
Auch bei dem jetzigen Fall im Ostallgäu wurde nach Feststellung der E.I.A.-Erkrankung vom Verterinärsamt umgehend ein Sperrbezirk von rund einem Kilometer Radius um den betroffenen Hof in der Gemeinde Stöttwang im Ortsteil Gennachhausen eingerichtet. Zudem wurden sämtliche Einhufer im Umkreis von einem Kilometer um den betroffenen Stall auf E.I.A. untersucht, so das Landratsamt Ostallgäu. Weitere Krankheitsfälle wurden dabei jedoch nicht entdeckt. Auch Anhänger, auf denen potentiell gefährdete Tiere transportiert wurden, mussten laut Behördenanweisung gereinigt und desinfiziert werden. In Bayern traten seit dem Herbst vergangenen Jahres 13 Fälle der tödlichen Krankheit E.I.A. auf. (fp, 20.10.2010)

Bildnachweis: Waltraud Seitz / pixelio.de