Trotz Eis und Schnee keine Angst vor Schwindel

Heilpraxisnet

Therapie beim HNO-Arzt verbessert Koordination und Gleichgewicht

18.12.2012

Wenn draußen Bilderbuch-Winter herrscht, genießen viele Menschen lange Spaziergänge an Adventssonntagen und den Anblick schneebedeckter Bäume und Häuser. Doch Menschen mit Gleichgewichtsproblemen und Schwindel sehen meist nur tückisches Eis und bedrohliche Glätte. Die Angst vor Stürzen beherrscht vor allem im Winter die Gedanken Betroffener. Sie verbringen die kalte Jahreszeit oft allein in ihrem Haus, denn einkaufen, Freunde besuchen und Spazieren gehen, stellt für sie eine fast unlösbare Aufgabe dar. Bei Schwindel klagen Betroffene neben Übelkeit, Erbrechen und Schwarzsehen auch darüber, dass die Welt sich um sie herum dreht, der Boden nachgibt und sie sich orientierungslos fühlen. Diagnostik und Therapie des Schwindels gehören laut HNOnet NRW, einem Zusammenschluss niedergelassener HNO-Ärzte aus Nordrhein-Westfalen, in die Hände von HNO-Ärzten.

Viele Schwindelbetroffene kommen aber erst nach einem Behandlungsmarathon mit stationären Aufenthalten und langen Krankschreibungen zum HNO-Arzt. Nach Monaten, in denen ihnen weder Zahnärzte, noch Orthopäden oder andere Fachärzte helfen konnten, fühlen sich viele Schwindelpatienten im Stich gelassen und vertrauen kaum noch auf eine Besserung oder gar Heilung durch den HNO-Arzt. Dieser ist jedoch bei Schwindel der richtige Ansprechpartner. Er stellt nach ausführlichen Untersuchungen eine fundierte Diagnose und wendet effektive Therapien an. „HNO-Fachärzte untersuchen als erstes das Ohr, um Schädigungen daran auszuschließen. Danach führen sie Hörprüfungen und Gleichgewichtsuntersuchungen durch“, erklärt Dr. Uso Walter, Vorstandvorsitzender des HNOnet NRW und praktizierender HNO-Arzt. Die Therapie bei organischen Ursachen gestaltet sich meist recht einfach und beinhaltet die Gabe von Medikamenten oder Infusionen mit Kortison.

Lässt sich jedoch auch nach umfassenden Untersuchungen kein eindeutiger Hinweis auf Ursachen des Schwindels finden, erfolgt eine komplexe, symptomatische Behandlung. Gerade für ältere Schwindelpatienten – vor allem für die mit Erkrankungen wie Osteoporose – wäre ein Sturz fatal. Dementsprechend ängstlich sind sie im Winter und verlassen so gut wie nie das Haus. Für sie empfiehlt es sich, sturzverhindernde Maßnahmen zu ergreifen und Übungen zu erlernen. Die meisten HNO-Ärzte halten Anleitungen über Sturzprophylaxe und neuartige Gleichgewichts-Koordinations-Systeme in ihren Praxen bereit. Mit verschiedenen Übungen rufen Ärzte bewusst kritische Situationen hervor, um Betroffenen beizubringen das Gleichgewicht zu halten und nicht hinzufallen. Augen- und Körperübungen wie Bälle fangen, auf einem Bein stehen oder den Kopf drehen, fördern den Gleichgewichtssinn. Im Laufe der Therapie gewinnen Patienten immer mehr Mut, Sicherheit und Kontrolle zurück. Sie wagen sich häufiger vor die Tür und können auch den Winter vollauf genießen – selbst bei schneebedeckten Wegen. Dennoch gilt für Betroffene: Übungen regelmäßig und für längere Zeit wiederholen. (pm)

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