Untersucht: Mediterrane Ernährung verringert das Brustkrebsrisiko um 40 Prozent

Alexander Stindt
Mediziner untersuchen Auswirkungen einer mediterranen Ernährung
Eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sind wichtig für die menschliche Gesundheit. Forscher fanden jetzt heraus, dass durch eine mediterrane Ernährung das Risiko einer der tödlichsten Formen von Brustkrebs um bis zu 40 Prozent reduziert werden kann.

Die Wissenschaftler von der Maastricht University in den Niederlanden stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass eine mediterrane Ernährung das Risiko für eine gefährliche Form von Brustkrebs um 40 Prozent verringert. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der medizinischen Fachzeitschrift „International Journal of Cancer“.

Eine mediterrane Ernährung ist nicht nur äußerst schmackhaft, sondern sie kann Frauen auch vor der Erkrankung durch bestimmte Unterformen von Brustkrebs schützen. (Bild: katrinshine/fotolia.com)

Teilnehmerinnen werden zwanzig Jahre medizinisch überwacht
Für ihre Untersuchung überwachten die Experten mehr als 62.000 Frauen über einen Zeitraum von zwanzig Jahren. So sollte festgestellt werden, wie sich die Ernährung auf das Risiko für die Entstehung von Brustkrebs auswirkt.

Mediterrane Ernährung schützt vor schwer behandelbarem Brustkrebs
Wenn Probanden eine mediterrane Ernährung zu sich nahmen, welche reich an pflanzlichen Protein, Fisch und Olivenöl war, sank dadurch die Wahrscheinlichkeit sogenannten ER-negativen Brustkrebs zu entwickeln um 40 Prozent, erläutern die Forscher. Diese Form von Krebs wird durch das Sexualhormon Östrogen stimuliert und sie gilt als tödlicher und schwerer zu behandeln als sogenannter hormonempfindlicher Krebs.

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Anzahl der Tode durch Brustkrebs in Großbritannien
Brustkrebs stellt bei Frauen in der heutigen Zeit die häufigste Krebserkrankung dar. In Großbritannien wird beispielsweise jedes Jahr bei mehr als 55.000 Frauen Brustkrebs diagnostiziert. 30 Prozent der Betroffenen haben sogenannten ER-negativen Krebs und in Großbritannien sterben jährlich etwa 11.400 Frauen an Brustkrebs.

Welche Lebensmittel umfasst eine mediterrane Ernährung?
Vielen betroffenen Frauen könnte es helfen, wenn sie eine typische mediterrane Ernährung zu sich nehmen. Diese umfasst eine hohe Aufnahme von pflanzlichen Proteinen aus Nüssen, Linsen, Bohnen und Vollkornprodukten. Zusätzlich sollten Frauen viel Fisch und einfache ungesättigte Fette (beispielsweise aus Olivenöl) konsumieren. Außerdem wird bei solch einer Form der Ernährung die Einnahme von Weißbrot, weißem Reis, rotem Fleisch und Süßigkeiten auf ein Minimum reduziert, erklären die Mediziner.

Ernährungsmuster beeinflussen das Krebsrisiko
Unsere Forschung kann dazu beitragen, dass der Öffentlichkeit aufgezeigt wird, wie Ernährungsmuster unser Krebsrisiko beeinflussen können, erläutert der Autor Professor Piet van den Brandt von der Maastricht University. Wir fanden eine starke Verbindung zwischen der mediterranen Ernährung und einem reduzierten Risiko für Östrogen-Rezeptor negativen Brustkrebs bei postmenopausalen Frauen, fügt der niederländische Experte hinzu. Diese Form von Brustkrebs habe in der Regel eine schlechtere Prognose, als andere Arten von Brustkrebs.

Frauen sollten Alkoholkonsum vermeiden
Außerdem ist es wichtig, dass Frauen vermeiden, Alkohol zu sich zu nehmen. Alkohol ist normalerweise häufig Teil einer traditionellen mediterranen Ernährung. Es gibt allerdings eine bekannte Verbindung zwischen Brustkrebs und Alkohol, sagen die Wissenschaftler. Frühere Befunde haben bereits gezeigt, dass fast 12.000 Fälle von Brustkrebs in Großbritannien jedes Jahr verhindert werden könnten, wenn die Frauen ihren Alkoholkonsum einstellen würden.

Prävention ist der Schlüssel zur Behandlung von Brustkrebs
Die aktuelle Studie zeigt, dass eine mediterrane Ernährung dazu beitragen kann, das Risiko für Brustkrebs zu reduzieren – vor allem für Subtypen der Erkrankung mit einer generell schlechten Prognose. Brustkrebs ist so weitverbreitet, dass Prävention der Schlüssel beim Rückgang der Zahl von Frauen mit dieser Erkrankung zu sein scheint. Allerdings ist weitere Forschung nötig, um die Risikofaktoren für verschiedene Formen von Brustkrebs-Subtypen besser zu verstehen, sagen die Forscher.

Frauen müssen Anzeichen von Brustkrebs erkennen
Brustkrebs ist eine komplexe Erkrankung. Nicht alle Typen der Krankheit haben die gleichen Auslöser. Eine mediterrane Ernährung kann eine wichtige Rolle bei der Senkung des Risikos dieser Erkrankung spielen, sagen die Experten. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung könne zwar dazu beitragen, das Krebsrisiko zu reduzieren, aber sie garantiere keine Prävention. Aus diesem Grund ist es entscheidend, dass Frauen die Anzeichen und Symptome von Brustkrebs kennen, fügen die Mediziner hinzu. Bei einem Verdacht sollten Betroffene dringend sofort mit einem Arzt in Verbindung treten. (as)