Wechseljahre: Impfungen gegen Blasenentzündungen?

Heilpraxisnet
Frauen in den Wechseljahren öfter betroffen
Nässe, Kälte und falsche Kleidung begünstigen gerade bei Frauen Blasenentzündungen. Unterkühlung schwächt das Immunsystem und macht den Körper anfälliger für bakterielle Infektionen. Hinzu kommt, dass viele Menschen in der kalten Jahreszeit zu wenig trinken. In der Folge trocknen die Blasenschleimhäute aus, wodurch Bakterien sich besser anhaften. Zu den typischen Anzeichen gehören Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen, starker Harndrang sowie Schmerzen im Unterleib. Manchmal trübt sich auch der Urin, verändert seinen Geruch oder enthält Blut. Frauen die regelmäßig unter den Beschwerden leiden, können sich auch impfen lassen.

Jede dritte Frau erkrankt mehr als einmal im Jahr an einer Blasenentzündung. Männer unter 50 Jahre sind nur selten betroffen. Etwa ab dem 60. Lebensjahr können diese Infekte jedoch bei beiden Geschlechtern gleich häufig auftreten. Der Anstieg der Infekthäufigkeit bei Männern ist vielfach auf Prostatavergrößerungen, eine typische Erkrankung im Alter, zurückzuführen. „Damit erhöht sich der Druck auf Harnblase und -röhre und behindert den Urinabfluss. Restharn in der Blase bietet ideale Wachstumsbedingungen für Bakterien“, weiß Dr. Reinhold Schaefer, Urologe vom Ärztenetzwerk Uro-GmbH Nordrhein. Eine Behandlung sollte erst nach einer Ursachenabklärung durch einen Urologen erfolgen. Die Therapie akuter Blasenentzündungen erfolgt gezielt mit Antibiotika, entweder als Einmaltherapie oder als Kurzzeittherapie.

Viele ältere Menschen bewegen sich zu wenig und treiben keinen Sport. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit früher an Mobilität zu verlieren und die Gefahr für einige Erkrankungen steigt. (Bild: Kzenon/fotolia.com)
Viele ältere Menschen bewegen sich zu wenig und treiben keinen Sport. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit früher an Mobilität zu verlieren und die Gefahr für einige Erkrankungen steigt. (Bild: Kzenon/fotolia.com)

Bei immer wiederkehrenden Entzündungen ist eine Reinfektionsprophylaxe mit Antibiotika notwendig. Mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit, sich gegen Bakterien, die häufig Blasenentzündungen hervorrufen, impfen zu lassen. Die Impfung schützt aber nur vor einem Teil der Erreger und bietet daher keinen absoluten Schutz. „Für Frauen in den Wechseljahren, die aufgrund eines eventuellen Östrogenmangels oft häufiger zu Harnwegsinfekten neigen, kann die Impfung jedoch Erleichterung bringen“, empfiehlt der Urologe. Dabei impfen Urologen Betroffene gegen die Bakterien, welche am häufigsten Blasenentzündungen hervorrufen. Innerhalb von vier Wochen verabreichen sie jeweils drei Injektionen zur Grundimmunisierung.

Die Auffrischung der Impfung sollte jährlich erfolgen und nennt sich Boosterung. Bei vielen tritt danach eine deutliche Verbesserung ein. Darüber hinaus gibt es auch bestimmte Kapseln zur Immuntherapie bei immer wiederkehrenden Blasenentzündungen. Wichtig ist, diese Möglichkeiten mit einem Urologen abzusprechen. Auch eine lokale Hormontherapie, die am besten mit dem Frauenarzt abgesprochen wird, bringt bei Frauen sehr oft eine deutliche Besserung und weniger Wiederholungsinfekte.

Unterstützend zur ärztlichen Therapie empfehlen Urologen viel zu trinken, Unterleib und Füße warm zu halten sowie bei Harndrang sofort auf die Toilette zu gehen. Cranberrysaft, Bärentraubenblätter in Tablettenform oder Kräutertees unterstützen zwar die Therapie, wirken allein jedoch nicht effektiv gegen bakterielle Entzündungen.