WHO-Krebsanalyse: Fleischwaren wie gepökelte Wurst so krebserregend wie Zigaretten

Gepökelte Wurstwaren so schädlich wie Rauchen? Bild: Christian Müller - fotolia
Fabian Peters
Rotes Fleisch wird bald als so krebserregend bewertet wie Zigaretten und Alkohol
Verarbeitetes Fleisch wie beispielsweise Schinken, Speck und Salami wird von der World Health Organisation (WHO) voraussichtlich als krebserregend für Menschen eingestuft. Dies ist die schlimmste Einstufung, die in der Rangliste der WHO erreicht werden kann.

Es ist zu erwarten, dass die Weltgesundheitsorganisation die Bedrohung durch Speck und andere Fleischwaren für unsere Gesundheit auf eine Stufe setzt mit der Gefahr, die von Zigaretten ausgeht. Der Cancer Report 2015 wird laut WHO am kommenden Montag veröffentlicht wird. Schon jetzt verbreiten sich in der in britischen Medien erste Informationen zu den Inhalten. Der Report werde vermutlich wie eine Bombe bei Landwirten und Fastfood-Ketten einschlagen, so die Spekulation. Gleichzeitig werden viele Fragen aufgeworfen. So ist es beispielsweise fraglich, ob und was genau die Fleischproduzenten und Verkäufer von den krebserregenden Stoffen in Fleischwaren wussten.

Gepökelte Wurstwaren so schädlich wie Rauchen? Bild: Christian Müller - fotolia
Gepökelte Wurstwaren so schädlich wie Rauchen? Bild: Christian Müller – fotolia

WHO stuft verarbeitetes Fleisch so krebserregend wie Asbest und Arsen ein
Der „World Cancer Research Fund“ (WCRF) hat schon seit mehreren Jahren darauf hingewiesen, es würden starke Beweise dafür vorliegen, dass der Konsum von viel rotem Fleisch zu Darmkrebserkrankungen führen kann. Nun reagiert auch die WHO auf diese Aussagen. Ab Montag wird die WHO verarbeitetes Fleisch wie Schinken, Speck und Salami voraussichtlich in der schlechtesten von fünf möglichen Bewertungskategorien einstufen. Diese enthält nur Stoffe, die krebserregend bei Menschen sind, wie beispielsweise Alkohol, Asbest, Arsen und Zigaretten.

Zwölf Tipps und Regeln, um Krebs zu vermeiden
Anfang des Monats hatten Gesundheitsexperten in Australien ein Projekt gestartet, das mit den Mythen über Krebs aufklären soll. Die Forscher entwickelten hierbei eine Reihe von Tipps, die Menschen helfen können, aktiv ihr Krebsrisiko zu reduzieren. Anschließend finden Sie die besten Hinweise der Wissenschaftler, um Krebs zu vermeiden:

  • Stellen Sie das Rauchen ein. Diese schwer abzulegende Gewohnheit baut Teer in unseren Lungen auf und steht im direkten Zusammenhang Millionen Krebstodesfällen pro Jahr.
  • Vermeiden sie übermäßige Sonnenbestrahlung. Infolge schädlicher UV-Strahlen kommt es allein in Australien zu etwa 7.200 Todesfällen durch Melanome jährlich. Vermeiden sie in jedem Fall Sonnenbrände und schützen Sie ihre Haut, so gut es geht.
  • Achten Sie bei Ihrer Ernährung darauf, dass nicht zu viel rotes Fleisch verzehrt wird. Dies könnte helfen Darmkrebs zu vermeiden. Mediziner empfehlen, dass Männer nicht mehr als 30 Gramm und Frauen nicht mehr als 25 Gramm pro Tag zu sich nehmen sollten.
  • Lebensmittel, die viele Ballaststoffe enthalten, sind gesund für den Darm. Da Menschen in den Industrienationen viel verarbeitete Fleischwaren und weniger Ballaststoffe zu sich nehmen, ist ihr Darmkrebsrisiko erhöht. In ärmeren Ländern, wo mehr Gemüse gegessen wird, liegt die Aufnahme der Ballaststoffe deutlich höher und die Darmkrebsrate ist hier in der Regel sehr viel geringer.
  • Die australischen Mediziner erklärten, dass zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse pro Tag ideal für eine gesunde Ernährung seien. Insgesamt verursache eine ungesunde Ernährung fast so viele Todesfälle wie Krebs durch zu viel Sonnenstrahlung. In Australien sterben pro Jahr etwa 7.000 Menschen an Krebs durch eine falsche Ernährung.
  • Fettleibigkeit und Übergewicht basierend auf falscher Ernährung und Bewegungsmangel sind mit Krebs verbunden. In Australien sind jedes Jahr etwa 3.000 Todesfälle durch Krebs im Zusammenhang mit Übergewicht zu beklagen.
  • Krebs kann durch Infektionen entstehen. Knapp 3.450 Menschen sterben jährlich in Australien auf Grund von Krebs, ausgelöst durch eine Infektion. Infektionen mit Humanen Papillomviren können beispielsweise zu Gebärmutterhalskrebs bei Frauen führen. Achten Sie auf Ihren Impfschutz und gehen Sie regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen, um sich zu schützen.
  • Trinken Sie weniger Alkohol. Krebserkrankungen, wie Leberkrebs, Darmkrebs, Brustkrebs und Mundkrebs können durch Alkohol ausgelöst werden und töten etwa 3.200 Australier pro Jahr.
  • Vermeiden Sie mangelnde Bewegung. Sie sollten sich mindestens eine Stunde am Tag bewegen oder Sport treiben, um Ihr Immunsystem zu stärken und Ihren Hormonspiegel zu senken. Etwa 1.800 Menschen sterben in Australien im Jahr aufgrund von Krebserkrankung, die mit mangelnder Bewegung und deren Folgen zusammenhängen.
  • Die Hormonersatztherapie verursacht knapp 540 mit Krebs verbundene Todesfälle pro Jahr in Australien. Die Behandlungsmethode wird überwiegend eingesetzt, um die Symptome der Wechseljahre bei Frauen zu lindern. Die Therapie führt oft zu Brustkrebs, hat aber laut Aussage der Forscher in 52 Fällen letztes Jahr geholfen, Darmkrebs zu verhindern.
  • Bizarrer Weise kann auch unzureichendes Stillen zu Krebs führen. Das Stillen für einen Zeitraum von zwölf Monaten könnte nach Ansicht der Forscher helfen, jedes Jahr etwa 240 Krebsfälle in Australien zu verhindern.
  • Die Einnahme von Aspirin kann helfen, Krebs zu verhindern. So schützt das Medikament im Jahr etwa in 232 Fällen vor kolorektalen und oesophagalen Krebsarten. Aber Aspirin kann auch Schlaganfälle verursachen. (as)
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