Wissenschaftler speisen Informationen künstlich in das menschliche Gehirn ein

Können Informationen in Zukunft direkt in unser Gehirn eingespeist werden? (Bild: freshidea/fotolia.com)
Alexander Stindt
Wissen aus dem Simulator könnte bald möglich sein
Ist es möglich, Wissen direkt in das Gehirn von Menschen einzuspeisen? Kalifornische Wissenschaftler von den HRL Laboratories erklärten, dass sie einen Simulator entwickelt haben, der Informationen direkt in unser Gehirn einfügen kann. Somit könnte das Erlangen von neuem Wissen bald so einfach sein, wie ein kleines Nickerchen.

In Science-Fiction-Filmen sind Menschen mitunter in der Lage, Informationen direkt in ihr Gehirn hochzuladen. Wenn so etwas im echten Leben auch funktionieren würde, könnten wir dadurch viel Zeit sparen, in der wir beispielsweise Bücher lesen müssen, um neues Wissen zu erlangen. Forschern ist es jetzt gelungen, einen Simulator zu entwickeln, der es möglich machen soll, Informationen direkt in unser Gehirn einzuspeisen, so die Pressemeldung der HRL Laboratories. Die Ergebnisse der Forschung wurden in dem Fachjournal „Frontiers in Human Neuroscience“ veröffentlicht.

Können Informationen in Zukunft direkt in unser Gehirn eingespeist werden? (Bild: freshidea/fotolia.com)
Können Informationen in Zukunft direkt in unser Gehirn eingespeist werden? (Bild: freshidea/fotolia.com)

Neue Entwicklung könnte das Lernen revolutionieren
Stellen Sie sich vor, es wäre bald möglich, Informationen direkt durch einen Simulator in unser Gehirn einzuspeisen. Somit könnten wir große Mengen von Wissen aller Art erlernen, ohne dafür lange zu lernen oder viel Zeit zu investieren, sagen die Wissenschaftler. In dem Filmklassiker „Matrix“ erlernte die Hauptfigur Neo die Kampfkunst Kung Fu innerhalb von wenigen Sekunden. Das nötige Wissen wird einfach über einen Computer in sein Gehirn hochgeladen. Die amerikanischen Forscher von den HRL Laboratories erklärten jetzt, dass sie eine Möglichkeit entwickelt haben, um das menschliche Lernen zu verbessern. Durch einen Simulator sollen Informationen direkt in unser Gehirn eingespeist werden, erläutern die Mediziner. Allerdings in einem viel kleineren Maßstab, als es in dem Science-Fiction-Film möglich war.

Probanden lernen durch neue Methode um 33 Prozent schneller
Die Wissenschaftler hatten für ihre Forschung die elektrischen Signale im Gehirn eines ausgebildeten Piloten untersucht. Dann wurden die Daten in die Gehirne von Flug-Anfängern eingeleitet. Die Probanden sollten lernen, ein Flugzeug in einem realistischen Flugsimulator zu steuern, erklären die Mediziner. Wenn Testpersonen durch eine Hirnstimulation Wissen eingespeist wurde, verbesserte sich ihre Fähigkeiten als Pilot. Sie lernten ihre Aufgabe um etwa 33 Prozent schneller als die Placebo-Gruppe, sagen die Experten.

Hirnstimulations-System verbessert tatsächlich das Lernen
Unser System ist eines der ersten seiner Art. Es ist ein Hirnstimulations-System, erklärt Dr. Matthew Phillips. Es klingt irgendwie nach Science-Fiction, aber es gibt wissenschaftliche Grundlagen für die Entwicklung des Systems. Die spezifische Aufgabe, das Steuern eines Flugzeuges, erfordert eine Synergie der kognitiven und motorischen Leistung, fügt der Mediziner hinzu. Wenn Sie etwas lernen, verändert sich Ihr Gehirn. Neue Verbindungen werden hergestellt und in einem sogenannten Neuroplastizität-Prozess gestärkt, sagt Dr. Phillips. Es stellte sich heraus, dass bestimmte Funktionen unseres Gehirns, wie beispielsweise Sprache und Gedächtnis, in ganz bestimmten Regionen des Gehirns ablaufen. Eine Stimulation der speziellen Hirnregionen könnte schließlich für verschiedene Aufgaben eingesetzt werden, beispielsweise für das Lernen allgemein, Prüfungsvorbereitungen und das Erlernen von Sprachen. Eine Hirnstimulation scheint besonders effektiv zu sein und verbessert tatsächlich tatsächlich das Lernen, so das Fazit der Wissenschaftler. (as)

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