Zahl der jugendlichen Raucher ist deutlich gesunken

Fabian Peters
Drogenbeauftragte legt Suchtbericht vor: Jugendliche rauchen weniger
Nie zuvor haben so wenig Jugendliche in Deutschland geraucht. Auch der exzessive Alkoholkonsum nimmt unter Minderjährigen ab. Das geht aus dem Suchtbericht 2015 hervor, den die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), am Donnerstag in Berlin vorstellte. Die Zahl der erwachsenen Nikotinabhängigen ist indes jedoch nur wenig gesunken. Unverändert blieb die Zahl der Alkoholabhängigen unter den Erwachsenen.

Jugendliche trinken und rauchen weniger
Immer weniger Jugendliche rauchen hierzulande. Das belegt die Raucherquote, die im vergangenen Jahr erstmals unter zehn Prozent in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen sank. Damit ging die Raucherquote bei den Kindern und Jugendlichen seit 2001 von 28 auf 9,7 Prozent zurück. Die Bundesregierung habe die Zielmarke von weniger als zwölf Prozent, die sie in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie festgelegt habe, mit diesem Ergebnis sogar unterschritten, erklärte Mortler.

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Die Zahl der jugendlichen Raucher geht deutlich zurück. Bild: Syda Productions/fotolia.com

Eine weitere positive Entwicklung verkündete die Drogenbeauftragte hinsichtlich der Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen Alkoholvergiftungen. Diese sei bei den Jugendlichen zwischen zehn und 20 Jahren von 2010 bis 2013 um mehr als 3.400 Fälle gesunken. Jedoch seien 23.267 Klinikeinweisungen wegen übermäßigem Alkoholkonsums immer noch zu viele.

Zahl der erwachsenen Alkoholabhängigen ist unverändert
Bei den Erwachsenen stagnierte die Zahl der Alkoholabhängigen. 1,77 Millionen gelten in Deutschland als süchtig, mindestens 74.000 Menschen starben an den Folgen. Etwa 110.000 Menschen kamen durch Nikotinkonsum zu Tode, heißt es im Suchtbericht. 13,6 Millionen Menschen (24,5 Prozent der Bevölkerung) rauchen hierzulande, die Raucherquote ist seit 1999 lediglich um 3,5 Prozent gesunken. Offenbar verzichteten die meisten ehemaligen Raucher erst in den vergangenen vier Jahren auf Tabakwaren. Denn bei den Frauen sank die Quote seit 2010 von 22 auf 20 Prozent und bei den Männern von 35 auf 29 Prozent. Im gleichen Zeitraum fiel die Zahl der starken Raucher, die täglich mehr als 20 Zigaretten rauchen, um ein Drittel.

Wie Mortler berichtete, sei sie über die steigende Nachfrage nach E-Zigaretten beunruhigt. Rund 27 Prozent der 16- bis 19-Jährigen hätten diese bereits ausprobiert. Zudem hat fast jeder fünfte Jugendliche schon mindestens einmal E-Shishas testet.

Drogenkonsum ist bei einigen illegalen Substanzen gestiegen
„Bei einigen illegalen Substanzen gab es negative Entwicklungen. So nimmt die Verbreitung von Crystal Meth zu. Auch der erstauffällige Konsum von Amphetaminen stieg zuletzt wieder an“, heißt es in einer Mitteilung der Drogenbeauftragten. „Hinzu kommt: Cannabis wird viel zu häufig verharmlost, die Nachfrage nach Beratung und Behandlung aufgrund von Cannabiskonsum steigt. Zudem bedrohen neue Psychoaktive Substanzen, häufig direkt über das Internet bestellt, die Gesundheit der Konsumenten.“

Mortler zufolge haben 600.000 Menschen in Deutschland Probleme mit Cannabis. In der Altersgruppe der unter 25-Jährigen sei Cannabis der Hauptgrund für Suchttherapien. So sei die Zahl der Betroffenen zwischen 2007 und 2013 um 31 Prozent gestiegen.

Aus dem Suchtbericht geht auch hervor, dass bis zu 2,3 Millionen Menschen hierzulande abhängig von Schlaf-, Schmerz- oder Beruhigungsmitteln sind. (ag)