Zahlreichen Apotheken droht Pleite

Fabian Peters

Zahlreichen Apotheken droht die Pleite

20.06.2011

Zahlreiche Apotheken müssen aufgrund finanzieller Schwierigkeiten schließen, so eine aktuelle Mitteilung des Deutschen Apothekerverbandes (DAV). 52 Apotheken haben im ersten Quartal 2011 bereits ihr Geschäft eingestellt, erklärte der DAV weiter. Während die gesetzlichen Krankenkassen nicht zuletzt aufgrund der Sparmaßnahmen im Bereich Arzneimittelausgaben dieses Jahr vermutlich mit einem Milliardenüberschuss abschließen werden, geht dieser großteils zu Lasten der Apotheken, so die Kritik des DAV.

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Durch die sinkenden Erträge und damit verbunden schlechtere Betriebsergebnisse seien viele Apotheken in ihrer Existenz bedroht, warnte der Deutsche Apothekerverband in einer aktuellen Mitteilung. Die Apotheken seien die Leidtragenden der im Rahmen der Gesundheitsreform Ende des letzten Jahres beschlossenen Sparmaßnahmen bei den Arzneimittelausgaben, erklärte der DAV. Die sinkenden Ausgaben der Krankenkassen für die Arzneimittelversorgung seien zum Großteil auf den erhöhten Zwangsabschlag zurückzuführen, den die Apotheken zu Gunsten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) leisten müssen. Der Vorsitzende des DAV, Fritz Becker, forderte daher „den Zwangsabschlag umgehend wieder auf das alte Maß von 1,75 Euro zu reduzieren.“

Apotheken Leidtragende der Gesundheitsreform
Nicht nur die sinkende Roherträge und die Zwangsabgaben bedingen bei zahlreichen Apotheken derzeit erhebliche finanzielle Engpässe, sondern auch die einbrechenden Umsätze in der Selbstmedikation und die Mehrbelastungen durch die neuen Arzneimittelrabattverträge haben weitreichenden existenzbedrohende Konsequenzen, erklärte der Vorsitzende des DAV. Darüber hinaus würden die Pharmagroßhändler den von ihnen zu leistenden Sparbeitrag bei den Arzneimittelausgaben eins zu eins an die Apotheken weitergeben, kritisierte der Apothekerverband. Insgesamt sind die Apotheken den Aussagen des DAV-Vorsitzenden zufolge von den Maßnahmen der Gesundheitsreform in vielfacher Hinsicht negativ betroffen. Daraus folgen häufig erhebliche finanzielle Schwierigkeiten, die eine starke Zunahme bei den Apothekenschließungen bedingten, erklärte Fritz Becker. Während die gesetzlichen Krankenkassen „für ihre Verwaltung erneut deutlich mehr ausgeben, wird die Arzneimittelversorgung durch die Apotheke abgewürgt“, so der Vorwurf des DAV-Vorsitzenden in Richtung der Politik. Becker ergänzte: „Wir fordern vom Gesetzgeber deshalb, den Zwangsabschlag umgehend wieder auf das alte Maß von 1,75 Euro zu reduzieren.“ (fp)