Zufriedenheit von Menschen genetisch bedingt

Heilpraxisnet

Zufriedenheit von Menschen genetisch bedingt: auch Umwelteinflüsse spielen eine Rolle

15.10.2014

Die Zufriedenheit eines Menschen beruht einer Studie der Psychologin und Zwillingsforscherin Elisabeth Hahn von der Universität des Saarlandes zufolge zu einem Drittel auf genetischen Faktoren.

In der Studie wurde unter anderem untersucht, wie sich die Erbanlagen unterschiedlich auf die Zufriedenheit von Menschen auswirken und inwieweit Umwelteinflüsse dafür verantwortlich sind. In diesem Zusammenhang hat Hahn zum einen Daten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, das deutsche Haushalte über einen Zeitraum von 20 Jahren zur Zufriedenheit befragt hatte, genutzt. Zum anderen hat sie Angaben von ein- und zweieiigen Zwillingen sowie von Geschwisterpaaren, Müttern und Kindern, Großeltern und Enkeln ausgewertet.

Insgesamt waren es 1308 Paare im Alter von 17 bis 70 Jahren. "Hierdurch war es möglich, die genetischen und umweltbedingten Einflüsse auf die Lebenszufriedenheit genauer zu schätzen, zu vergleichen und differenzierter zu erfassen. Das verleiht der Untersuchung besondere Aussagekraft", erklärt sie laut einer Pressemitteilung des Presseservice der Universität des Saarlandes. Dabei hat Hahn die Daten auf Ähnlichkeiten untersucht. "Das Verhältnis der Ähnlichkeiten von zum Beispiel Zwillingen und normalen Geschwistern lässt Rückschlüsse zu, wie der Einfluss von Genen und Umwelt prozentual verteilt ist", so Hahn weiter. Danach kommt sie in ihrer Studie zu dem Ergebnis, dass das Maß der Zufriedenheit zu ca. 30 – 37 Prozent von genetischen Einflüssen abhängt.

"Die Ergebnisse zeigen, dass es eine stabile Komponente der Zufriedenheit gibt, und diese lässt sich vermutlich genetisch erklären. Für jeden Menschen existiert also eine Art Grundtendenz, eher zufrieden oder unzufrieden zu sein. Das bedeutet aber nicht, dass derjenige, der von seinen Anlagen her die Dinge eher negativ sieht, daran nichts ändern kann", erklärt die Psychologin laut aponet.de. Allerdings müssten sich Menschen mit angeborenem Pessimismus mehr anstrengen, zufrieden zu sein. "So macht etwa mehr Geld nicht alle Menschen gleichermaßen zufrieden – jeder hat seine eigene Grundtendenz und individuelle Umwelteinflüsse, die ihn prägen", sagt Hahn.

Zusammenhang von Zufriedenheit und Persönlichkeit
Auch wie die Lebenszufriedenheit mit der Persönlichkeit zusammenhängt, untersuchte die Psychologin. "Dass die Wesenszüge eines Menschen etwa zur Hälfte erblich sind, haben Studien immer wieder bestätigt, das gilt auch für meine Studie. Interessant war aber, dass sich zwischen Lebenszufriedenheit und Persönlichkeit ein stabiler Zusammenhang zeigte. Das hat die Frage aufgeworfen, inwieweit für diesen Zusammenhang gemeinsame genetische Einflüsse verantwortlich sind", sagt sie. Das Ergebnis war überraschend eindeutig: "Sämtliche genetischen Einflüsse auf die Lebenszufriedenheit wirkten sich zugleich auf die Persönlichkeit aus und können somit durch die Persönlichkeit erklärt werden. Der Zusammenhang zwischen diesen beiden Merkmalen scheint demnach auf gemeinsamen genetischen Faktoren zu beruhen", erläutert sie. Die Analyse zeigte außerdem, dass es Umweltfaktoren gibt, die gleichermaßen die Zufriedenheit wie die Persönlichkeit beeinflussen, so Hahn laut Presseservice der Saar Uni. (jp)

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