Zwei von drei Kindern haben Magen-Darm-Beschwerden

Fabian Peters
Verdauungsbeschwerden sind bei Kindern weit verbreitet
Viele Kinder leiden an Magen-Darm-Beschwerden, so das Ergebnis einer Elternumfrage des Meinungsforschungsunternehmens forsa im Auftrag der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA ). Rund zwei Drittel der Kinder im Alter unter 12 Jahren haben demnach gelegentlich Magen-Darm-Probleme, wobei Übelkeit, Durchfall und Magenschmerzen die häufigsten Verdauungsprobleme bilden, so die Mitteilung der ABDA.

Kind mit Wrmflasche
Magen-Darm-Beschwerden sind bei vielen Kindern festzustellen. (Bild: photophonie/fotolia.com)

Lediglich ein Drittel der Kinder (36 Prozent) ist den aktuellen Umfrageergebnissen zufolge nicht von Magen-Darm-Beschwerden betroffen. Ein Großteil der Heranwachsenden hat indes wiederholt Probleme. Bei der Elternbefragung durch das Meinungsforschungsinstitut forsa gaben knapp die Hälfte der Eltern (44 Prozent) an, dass ihr Kind gelegentlich an Übelkeit und Erbrechen (inklusive Reiseübelkeit) leide. Ein Viertel der Kinder hat wiederholt Durchfall und rund 20 Prozent leiden gelegentlich an Magenschmerzen. Insgesamt wurden 460 Eltern von Kindern im Alter unter 12 Jahren im Laufe des vergangenen Jahres durch das Meinungsforschungsinstitut befragt. Mehrfachnennung bei den Beschwerden waren möglich.

Viele Eltern setzen zunächst auf Hausmittel
Bei Magen-Darm-Beschwerden der Kinder warten die meisten Eltern laut Angaben des ABDA-Präsidenten Friedemann Schmidt „erst einmal ab, ob sich die Beschwerden von selbst bessern oder versuchen, ihrem Kind mit Hausmitteln zu helfen.“ Sollte dies nicht ausreichen, seien für Kinder auch gut verträgliche rezeptfreie Medikamente verfügbar. „Die Apothekerinnen und Apotheker übernehmen deshalb bei der Beratung der Eltern viel Verantwortung“, so Friedemann weiter. Dem ABDA-Präsidenten zufolge erhält zum Beispiel jedes zehnte Kind mit Magenschmerzen rezeptfreie Medikamente – ohne einen vorherigen Arztbesuch. Bei den anderen Verdauungsbeschwerden liege die Selbstmedikation noch etwas höher. (Durchfall: 13 Prozent, Verstopfung: 11 Prozent).

Selbstmedikation nicht immer angebracht
Die Selbstmedikation ist laut Aussage des Experten jedoch nicht immer angebracht. Hier hänge es auch von dem Alter der Kinder ab, ob die Magen-Darm-Beschwerden in Selbstmedikation behandelt werden können oder ob ein Arztbesuch angebracht ist. So sei Durchfall bei Kindern bis zum Alter von zwei Jahren immer ärztlich zu behandeln, da dieser leicht zur inneren Austrocknung führen könne (Dehydratation). Erkennbar werde der akute Flüssigkeitsmangel bei Kindern zum Beispiel durch Teilnahmslosigkeit oder eingefallene Wangen und Augen. Daher sei „es wichtig, Kindern bei Durchfall eine Elektrolytlösung zu geben“, so die Mitteilung der ABDA. Hausmittel wie „Cola mit Salzstangen“ seien hier ungeeignet, da dieses zu viel Zucker enthalte, wichtige Salze wie Kalium hingegen fehlen. Bei der Selbstmedikation anderer Magen-Darm-Beschwerden seien ebenfalls Altersgrenzen zu beachten. So sei beispielsweise bei einem Kind im Alter unter sieben Jahren, dass an Sodbrennen oder Magenschmerzen leidet, eine Selbstmedikation ohne vorherigen Arztbesuch nicht empfehlenswert. Die Altersgrenze der Selbstmedikation bei Verstopfung liege bei sechs Jahren, berichtet die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände weiter. (fp)

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