Kniescheibe rausgesprungen
Kniescheibe rausgesprungen
Wenn die Kniescheibe aus ihrer normalen Führung springt, so wird das medizinisch eine Patellaluxation oder Kniescheibenluxation genannt. Ist die Kniescheibe einmal rausgesprungen, so ist dies für die Betroffenen nicht nur schmerzhaft, sondern birgt für die Zukunft auch ein Gefühl der Unsicherheit und Angst wegen Rezidiven.
Kniescheibe rausgesprungen Inhalt:
Kniescheibe rausgesprungen
Synonyme
Ursachen
Naturheilkunde und Rausspringen der Kniescheibe
Synonyme
Kniescheibe herausgesprungen, Kniescheibenluxation, Patellaluxation, Patellaverrenkung, Kniescheibenverrenkung, Rausspringen der Kniescheibe, Herausspringen der Kniescheibe, Verrenkung der Kniescheibe, patella luxation, Kniescheibe rausgesprungen.
Symptome bei Rausspringen der Kniescheibe
In den meisten Fällen springt die Kniescheibe an der Außenseite aus ihrer normalen Gleitbahn, was akut von außen auch sichtbar ist und sich auch meist von selbst wieder sofort richtet. Dieser Vorgang ist meist sehr schmerzhaft für die Betroffenen und auch in der Folge kann es zu Kniescheibenschmerzen, Schmerzen unterhalb der Kniescheibeoder Knieschmerzen kommen. Beim Herausspringen der Kniescheibe kann es zu Verletzungen an den zahlreichen Bändern, den Knochen oder Knorpeln am Knie kommen.
Das schmerzhafte Erlebnis kann für die betroffenen Menschen sehr traumatisch sein, weil sie sich zukünftig nicht mehr auf ihre Knie verlassen können. Angst vor ähnlichen Situationen wie der auslösenden, spielen hierbei oft eine Rolle. So dass bei manchen Treppensteigen oder langes Stehen, bei anderen wiederum Hinknien möglichst vermieden wird- was natürlich das komplette Leben eines Menschen beeinträchtigen, bis massiv einschränken und zu psychischen Folgeproblematiken führen kann.
Ursachen
In medizinischen Ratgebern und Fachportalen sind häufig Theorien zu lesen, die davon ausgehen, dass X- Beine, zu schlaffe Muskulatur oder Bänder am Knie oder eine „von Haus aus“ oder durch Unfälle geschädigte Laufrinne der Kniescheibe prädisponierende Faktoren sind.
In der Praxis sind aber Fälle nicht selten, wo keiner dieser Faktoren zutrifft. Aus biomechanischer Sicht erscheint ein hoher Tonus oder verminderte Gleitfähigkeit des sogenannten Tractus iliotibialis als Verursacher sinnvoll. Der Tractus ist eine breite Sehne, die vom an der Seite herausragenden Hüftknochen, dem Trochanter major kommt. Nach Aussagen des klinischen Anatoms Prof. Dr. Andry Vleeming von der Erasmus University und dem Spine and Joint Centre in Rotterdam, geht sie in die Kniegelenkskapsel von außen am Knie über- was nicht den bisherigen anatomischen Darstellungen als isolierte Struktur am Knie entspricht. Denkbar ist auf dieser Grundlage, dass der Tractus bei hoher Spannung das ganze Bindegewebspaket nach außen zieht und bei höherer Belastung wie Treppensteigen oder Hinknien, für das Rausspringen der Kniescheibe verantwortlich sein kann. Doch wie kann es wiederum zu der erhöhten Spannung des Tractus kommen?
In seinem Buch „Funktionelle Anatomie“ stellt der deutsche Anatom Johannes Wolfgang Rohen sehr anschaulich dar, wie der Tractus als breite Sehne wie eine Art Zuggurt für den Oberschenkel funktioniert. Er vermindert die Druck- und Zugkräfte auf den Knochen. Eine veränderte Statik im Becken kann hier große Auswirkungen haben.
Naturheilkunde und Rausspringen der Kniescheibe
Grundsätzlich gilt, dass eine individuelle Untersuchung und ein Ausschluss von strukturellen Ursachen, wie oben angegegeben, vorzunehmen ist. Die erwähnten funktionellen Faktoren werden bei Methoden wie dem Rolfing oder der Osteopathie mit einbezogen. Möglichst alles, was Spannung auf die Kniescheibe bringt oder eine Asymmetrie in der Statik, wird berücksichtigt und gegebenenfalls behandelt.
Auf dem Tractus liegen unter anderem Behandlungspunkte- die sogenannten Chapman- Punkte, die mit dem Darm zusammenhängen. Da dieselben Nerven hier auch Teile des Darmes versorgen, geht man hier von Wechselwirkungen aus, die bei einer Behandlung Niederschlag finden sollten.
Im Fasziendistorsionsmodell (FDM) findet man im Verlauf des Tractus sogenannte Triggerbänder. Dies sind Verdrehungen der bandartigen Faszien, die in ihrem Verlauf Beschwerden verursachen können. Nach dem Modell des FDM zeigen Betroffene schon anhand der Körpersprache die adäquate Behandlung. Dies ist im Falle der Kniescheibenluxation meist nur effektiv, wenn die Kniescheibe akut rausgesprungen war und jetzt noch Schmerzen oder andere Beschwerden wie Instabilität vorhanden sind und von den Betroffenen angegeben werden können. (tf)