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Studien: Bettwanzen werden immer resistenter gegen Pestizide

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
30. Januar 2016
in News
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Bettwanzen immer resistenter gegen Pestizide
Niemand mag Insekten in seinem Haus. Und sicherlich wollen Menschen auf keinen Fall irgendwelche Wanzen in ihren Betten haben. Daher nutzen wir bei einem Befall mit Bettwanzen Insektengift, um die Schädlinge loszuwerden. Es scheint allerdings, dass Bettwanzen immer resistenter gegen solche Mittel werden.

Wenn wir Schädlinge in unserem Bett entdecken, liegt der Griff zum Insektengift oder der Anruf beim Kammerjäger nahe. Doch lässt sich das Problem in Zukunft möglicherweise nicht mehr so leicht lösen. Eine aktuelle Untersuchung stellte fest, dass Bettwanzen einen immer größeren Widerstand gegen sogenannte Neonicotinoid-Insektizide bilden. Die Forscher veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Untersuchung in dem Fachjournal „Journal of Medical Entomology“.

Immer mehr Wanzen entwickeln Widerstände gegen Neonicotinoid-Insektizide
Kein Mensch möchte gerne Wanzen in seinem Bett finden. In solchen Momenten hilft meist ein Insektengift. Aber was passiert, wenn Insektizide keine Wirkung mehr auf diese kleinen Schädlinge haben? Neonicotinoid-Insektizide sind die am weitesten verbreitete Art von Insektiziden in der heutigen Zeit. Sogenannte Neonics werden auch gegen Bettwanzen eingesetzt. Forscher stellten jetzt in einer Untersuchung fest, dass Bettwanzen tatsächlich immer größere Widerstände gegen diese Mittel entwickeln. Die Studie zeigt, dass alternative Pestizide entwickelt werden müssen, um die Wanzen auch in Zukunft wirksam zu bekämpfen.

Forscher untersuchen verschiedene Wanzen-Kolonien auf Resistenzen
Das Forscherteam untersuchte verschiedene Wanzen, die in Häusern in Cincinnati und Michigan gefunden wurden. Sie testeten ihre Fähigkeit, vier weitverbreiteten Insektengiften zu widerstehen. Zu diesen Mitteln gehören Acetamiprid, Dinotefuran, Imidacloprid und Thiamethoxam. In der Studie testeten die Wissenschaftler, wie solche Insektengifte auf verschiedene Insektenkolonien wirken. Zu diesem Zweck setzen die Mediziner die Insektengifte einerseits gegen eine Kolonie ein, die sie 2008 in New Jersey eingesammelt hatten. Die Wanzen waren zwar resistent gegen Pyrethroide, hatten aber niemals Kontakt mit neuartigen Insektizid-Kombinationen, die Neonicotinoide enthalten. Die Forscher wollten feststellen, ob die Resistenz gegen Pyrethroide den Tieren hilft, auch gegen neuartige Insektiziden-Kombinationen Widerstände zu bilden. Außerdem untersuchten die Wissenschaftler zwei Populationen von Bettwanzen, die im Jahr 2012 in Cincinnati und Michigan aufgelesen wurden. Diese Schädlinge besaßen bereits unterschiedliche Widerstände gegen alle Neonicotinoide, berichten die Forscher.

Enzyme helfen Wanzen, Widerstände aufzubauen
Die Forscher konnten in ihrer Untersuchung feststellen, dass die Insekten aus New Jersey zwar verstarben, aber schon geringe Widerstände gegen Neonicotinoide besaßen. Dieser Widerstand habe sich aus ihren sogenannten „Entgiftungsenzymen“ ergeben. Solche Enzyme werden von Bettwanzen verwendet, um Insektizide zu bekämpfen. Erhöhte Entgiftungsenzyme werden durch andere Insektizidklassen induzierte und könnten die Leistung der neueren Insektizide beeinflussen, warnt Alvaro Romero. Die beiden Kolonien aus Cincinnati und Michigan hatten allerdings viel höhere Widerstände gegen die Neonicotinoide. Der Grund hierfür ist, dass diese beiden Kolonien bevor sie gefangen wurden, in einer Zeit lebten, als der Einsatz von Pyrethroiden und Neonicotinoiden an der Tagesordnung war, erläutern die Forscher.

Entstehende Widerstände frühzeitig erkennen und handeln
Die Unternehmen müssen wachsam auf Hinweise achten, ob die Leistung ihrer Produkte mit Neonicotinoiden nachlässt, betont Alvaro Romero. Wenn Wanzen resistent gegen neuartige Insektengifte zu sein scheinen, sollten sie im Labor überprüft werden. Wird dann ein Widerstand festgestellt, müssen Produkte mit anderer Wirkungsweise eingesetzt werden, kombiniert mit nicht-chemischen Methoden, erklären die Mediziner in ihrer Studie.(as)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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