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Darmflora mit Schlafstörungen verbunden

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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5. Januar 2026
in News
Schematische Darstellung des Darms und der Darmflora.
Die Zusammensetzung der Darmflora kann auch bei chronischen Schlafstörungen ein wichtige Rolle spielen. (Bild: Anatomy Insider /stock.adobe.com)
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Chronische Schlafstörungen sind offenbar mit veränderten Zusammensetzungen der Darmflora verbunden. Insbesondere sind dabei eine verringerte Vielfalt der Darmmikrobiota und ein besonderer Einfluss von sieben unterschiedlichen Darmbakterien festzustellen. Ein Modulation der Darmflora könnte demnach auch gegen die Schlafstörungen helfen.

Ein chinesisches Forschungsteam hat untersucht, ob sich bei Personen mit chronischen Schlafstörungen spezielle Signaturen der Darmmikrobiota feststellen lassen. Die aufschlussreichen Ergebnisse sind im dem Fachmagazin „Brain and Behavior“ veröffentlicht.

Darmflora beeinflusst den Schlaf

Dass die Zusammensetzung der Darmflora den Schlaf von Neugeborenen beeinflusst, konnten Forschende der Universität Freiburg und der Universität Zürich bereits 2021 in einer Studie nachweisen.

Zudem hat eine in dem „Frontiers in Microbiology“ veröffentlichte Studie gezeigt, das die Darmflora und Schlafstörungen miteinander verbunden sind, und erst kürzlich berichtet ein internationales Forschungsteam in dem Fachmagazin „Brain Medicine“, wie die Darmflora über die Darm-Hirn-Achse mit Schlafstörungen zusammenhängt.

Spezielle Darmflora-Signaturen bei Schlafstörungen?

In der neuen Studie versuchten die Forschenden jetzt zu ermitteln, ob bestimmte Darmmikrobiota-Signaturen mit den chronischen Schlafstörungen beziehungsweise mit deren Schweregrad verbunden sind.

Hierfür wurden insgesamt 65 Personen mit chronischen Schlafstörungen untersucht und anhand ihrer Werte im Pittsburgh Sleep Quality Index in zwei Gruppen eingeteilt, eine Gruppe mit schwerere chronischen Schlafstörungen und eine Gruppe mit leichten chronischen Schlafstörungen, berichtet das Team.

Die Gruppe mit schweren Schlafstörungen umfasste 12 Männer und 22 Frauen und das Durchschnittsalter lag bei 36 Jahren. Die Teilnehmenden mit leichten Schlafstörungen waren durchschnittlich 33 Jahre alt (elf Männer, 20 Frauen) und es gab auch eine Kontrollgruppe mit 30 gesunden Personen (acht Männer, 22 Frauen), erläutern die Forschenden.

Alle Teilnehmenden absolvierten eine Untersuchung im Schlaflabor und weitere klinischen Untersuchungen. Zudem wurden Stuhlproben gesammelt und mittels Gensequenzierung analysiert, so das Forschungsteam weiter.

Verändert Zusammensetzung der Darmflora

Bei der anschließenden Datenauswertung zeigten sich laut den Fachleuten deutliche Veränderungen in der Diversität und Zusammensetzung der Darmmikrobiota unter den Teilnehmenden mit schweren chronischen Schlafstörungen im Vergleich zu den Kontrollpersonen. Bei den Personen mit leichten Schlafstörungen seien diese Unterschiede weniger ausgeprägt ausgefallen.

Zudem konnte das Team sieben wichtige Bakteriengattungen identifizieren, die konsistent mit Schlafparametern korrelierten, darunter zum Beispiel die Gattungen Ruminococcaceae, Oscillospira, Bacteroides und Clostridium.

So sei das Vorkommenn von Clostridium bei schweren Schlafstörungen tendenziell niedriger ausgefallen als bei leichten Schlafstörungen und gesunden Kontrollpersonen, während Bacteroides einen zunehmenden Trend aufwiesen und in der Gruppe mit schweren Schlafstörungen am häufigsten vorkamen, berichtet das Team.

Hoffnung auf neue Therapieansätze

Insgesamt konnte die Studie bestimmte Darmmikrobiom-Signaturen identifizieren, die mit unterschiedlichen Schweregraden der Schlafstörungen assoziiert sind, und die Ergebnisse könnten den Fachleuten zufolge auch zur Entwicklung neuer mikrobiotabasierter Diagnose- und Therapieansätze beitragen. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Yaxi Liu, Yixian Cai, Xian Shi, Mei Fan, Xiaotao Zhang, Jingjing Lin, Xiaoxuan Fan, Bingdong Liu, Jiyang Pan: Distinct Gut Microbiota Profiles Reflect Severity in Chronic Insomnia Disorder; in: Brain an Behavior (veröffentlich 31.12.2025), onlinelibrary.wiley.com
  • S. Schoch, J.L. Castro-Mejia, L. Krych, B. Leng, W. Kot, M. Kohler, R. Huber, G. Rogler, L. Biedermann, J.C. Walser, D. Nielsen, S. Kurth: From Alpha Diversity to Zzz: Interactions among sleep, the brain, and gut microbiota in the first year of life; in: Progress in Neurobiology, (veröffentlicht: 16.12.2021), sciencedirect.com
  • Liangfeng Liu, Guanwen He, Rong Yu, Bingbang Lin, Liangqing Lin, Rifu Wei, Zhongshou Zhu, Yangbin Xu: Causal relationships between gut microbiome and obstructive sleep apnea: A bi-directional Mendelian randomization Provisionally accepted; in: Frontiers in Microbiology (veröffentlicht 25.07.2024), frontiersin.org
  • Zhe Wang, Tingting Wu, Juan Li, Tangsheng Lu, Yifan Yu, Zichun Guan, Guohao Yuan, zhaoyan Lv, Yiming Shan, Wei Yan, Xiaoxinng Liu, Micheal V. Vitiello, Qingqing Yin, Jie Sun, Lin Lu: Brain-gut-microbiota interactions in sleep disorders; in: Brain Medicine (veröffentlicht 04.11.2025), genomicpress.kglmeridian.com

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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