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Karies mit Arginin entgegenwirken

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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12. Januar 2026
in News
Mann beim Zähneputzen
Zahnpasta mit Arginin könnte die Kariesprävention möglicherweise deutlich verbessern. (Bild: photoschmidt/stock.adobe.com)
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Die Aminosäure Arginin kann die Plaquebildung auf den Zähnen beeinflussen und so vor Karies schützen. Mit Arginin angereicherte Mundspülungen und Zahnpasta könnten demnach die Kariesprävention möglicherweise deutlich verbessern.

Forschende der Universität Aarhus in Dänemark haben den Einfluss von Arginin auf die Bildung von Biofilmen bei Personen mit Karies untersucht und die vielversprechenden Ergebnisse in dem „International Journal of Oral Science“ veröffentlicht.

Arginin eine gesundheitsfördernde Aminosäure

Arginin ist eine Aminosäure, die mit verschiedenen positiven Gesundheitseffekten in Zusammenhang gebracht wird, wie zum Beispiel einer Stärkung des Immunsystems oder einer Verbesserung der Insulinresistenz.

Auch kann Arginin die Wirksamkeit von Strahlentherapien bei Krebs verbessern https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/krebs-arginin-verbessert-wirksamkeit-von-strahlentherapie-erheblich-20211108550098/ , wie eine in der Fachmagazin „Science Advances“ veröffentlichte Studie belegt. Und zudem kam ein japanisches Forschungsteam erst kürzlich zu dem Schluss, dass die Arginin-Supplementierung bei der Alzheimer-Therapie helfen kann.

Darüber hinaus hatten vereinzelte Studien bereits auf eine kariespräventive Wirkung von Arginin hingedeutet, wobei der Effekt mit dem Einfluss auf die sogenannten Biofilme auf den Zähnen zurückgeführt wurde. Diese Biofilme beherbergen unterschiedliche Bakterien, von denen einige maßgeblich an Karies beteiligt sind.

Wie beeinflusst Arginin die Biofilme?

Anhand von zehn Teilnehmenden mit Karies untersuchten die Forschenden daher nun den Einfluss von Arginin auf die mikrobielle Zusammensetzung, die Kohlenhydratmatrix und den pH-Wert in den Biofilmen. Hierfür fertigten sie spezielle Prothesen an, die die Teilnehmenden auf beiden Kieferseiten trugen.

Dreimal täglich sollten die Teilnehmenden die Prothesen fünf Minuten lang in eine Zuckerlösung tauchen und anschließend jeweils die Prothese einer Seite 30 Minuten in destilliertem Wasser (als Placebo) oder in einer Lösung mit Arginin lagern, wobei die Argininbehandlung stets auf der gleichen Seite erfolgen sollte.

„Ziel war es, den Einfluss der Argininbehandlung auf den Säuregehalt, die Bakterienarten und die Kohlenhydratmatrix von Biofilmen bei Patienten mit aktiver Karies zu untersuchen“, erklärt der Studienautor Professor Sebastian Schlafer von der Universität Aarhus.

Nach vier Tagen, als sich der Biofilm gebildet hatte, wurden die Prothesen für eine detaillierte Analyse entnommen, so die Forschenden weiter.

Deutliche Wirkung nachweisbar

Dabei habe sich gezeigt, dass die Biofilme auf den Prothesen, die mit Arginin behandelt wurden, einen signifikant höheren pH-Wert (geringeren Säuregehalt) aufwiesen und so deutlich besser vor der durch den Zuckerstoffwechsel verursachten Versauerung geschützt waren, berichtet die Studienautorin Yumi C. Del Rey.

Auch habe sich durch die Argininbehandlung die Kohlenhydratmatrix der Biofilme verändert und in den Biofilmen seien andere Bakterien aufgetreten.

Zwar waren in der Arginin- und der Placebogruppe überwiegend Streptokokken- und Veillonella-Arten in den Biofilmen vorherrschend, doch Arginin reduzierte bestimmte schädliche Streptokokken signifikant und erhöhte gleichzeitig leicht die Anzahl der Streptokokken mit einem ausgeprägten Argininstoffwechsel, wodurch der pH-Wert verbessert wurde, so das Forschungsteam.

Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass Arginin die Biofilme insgesamt weniger schädlich macht, indem es deren Säuregehalt senkt, ihre Kohlenhydratstruktur und die bakterielle Zusammensetzung verändert. So könnte eine Anreicherung von Zahnpasta und Mundspülungen mit Arginin nach Ansicht des Teams möglicherweise auch die Kariesprävention deutlich verbessern. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Yumi C. Del Rey, Pernille D. Rikvold, Marie B. Lund, Eero J. Raittio, Andreas Schramm, Rikke L. Meyer, Sebastian Schlafer: Arginine modulates the pH, microbial composition, and matrix architecture of biofilms from caries-active patients; in: International Journal of Oral Science (veröffentlicht 20.11.2025), nature.com
  • Editorial Office of West China School of Stomatology, Sichuan University: A new ally against tooth decay: Arginine offers sweet relief (veröffentlicht 08.01.2026), eurekalert.org
  • Rossella Marullo, Shira Yomtoubian, M. Nieves Calvo-Vidal, Maria Victoria Revuelta, Monica Castro, et al.: The metabolic adaptation evoked by arginine enhances the effect of radiation in brain metastases; in: Science Advances (veröffentlicht 05.11.2021), science.org
  • Kanako Fujii, Toshihide Takeuchi, Yuzo Fujino, Noriko Tanaka, Nao Fujino, Akiko Takeda, Eiko N. Minakawa, Yoshitaka Nagai: Oral administration of arginine suppresses Aβ pathology in animal models of Alzheimer's disease; in: Neurochemistry International (veröffentlicht 01.11.2025), sciencedirect.com

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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