Dass regelmäßige Bewegung bei Bluthochdruck äußerst positive Effekte entfalten kann, ist lange bekannt. Doch viele Betroffene kommen unter der Woche nicht dazu, ihr tägliches Soll an Bewegung zu absolvieren, und körperliche Aktivitäten werden vor allem auf das Wochenende verlegt.
Ob diese sogenannten Weekend Warrior ebenfalls von einem reduzierten frühzeitigen Sterberisiko profitieren und wie sich der Effekt im Verhältnis zu den Auswirkungen regelmäßiger Bewegung verhält, hat ein chinesisches Forschungsteam in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Hypertension“ veröffentlicht.
Kurzübersicht der wichtigsten Inhalte
- Regelmäßige körperliche Aktivität ist ein wichtiger Faktor bei der Bluthochdruck-Therapie.
- Weekend Warrior profitieren dabei ebenso wie Alltagssportlerinnen und -sportler von einem deutlich reduzierten frühzeitigen Sterberisiko.
- Gegenüber inaktiven Personen sinkt das frühzeitige Sterberisiko in beiden Gruppen um rund 30 Prozent.
Bewegung zur Bluthochdruck-Therapie
Neben der Ernährung gilt regelmäßige Bewegung als einer der effektivste Ansätze gegen Bluthochdruck und zum Beispiel berichteten Forschende des University College London 2024 in der Fachzeitschrift „Circulation“, dass schon fünf Minuten mehr Bewegung pro Tag Bluthochdruck senken können.
Welche Wirkung die körperliche Aktivität auf den Blutdruck hat, wenn sie nicht in täglichen Bewegungsmustern erfolgt, bleibt allerdings bisher unklar.
Auswirkungen unterschiedlicher Bewegungsmuster
Daher untersuchte das chinesische Forschungsteam nun anhand der Daten von 52.838 Teilnehmenden der UK Biobank, wie sich verschiedene Muster moderater bis intensiver körperlicher Aktivität auf das Schlaganfallrisiko und das frühzeitige Sterberisiko bei Bluthochdruck auswirken.
Anhand ihres Bewegungsverhaltens wurden die Teilnehmenden drei verschiedenen Gruppen zugeteilt: Aktive Wochenendsportlerinnen und -sportler, aktive regelmäßige Sportlerinnen und Sportler und inaktive Teilnehmende, erläutern die Forschenden.
In dem medianen Nachbeobachtungszeitraum von 7,5 Jahren traten laut den Fachleuten 875 Schlaganfälle und 716 ischämische Schlaganfälle sowie 161 Todesfälle aufgrund von Schlaganfällen und 2.636 Todesfälle jeglicher Ursache auf.
30 Prozent reduzierte Mortalität
Die weitere Datenauswertung ergab, dass sowohl die regelmäßig aktiven Sportlerinnen und Sportler als auch die Weekend Warrior im Vergleich zu der inaktiven Gruppe ein um etwa 30 Prozent geringeres Risiko der Gesamtmortalität aufwiesen, berichtet das Team.
Auch sei in beiden aktiven Gruppen eine tendenziell geringere Schlaganfallmortalität sowie eine geringere Inzidenz von Schlaganfällen und ischämischen Schlaganfällen aufgetreten, allerdings war diese laut den Fachleuten statistisch nicht signifikant.
Insgesamt bestätige die Studie die gesundheitlichen Vorteile von moderaten bis intensiven körperlichen Aktivitäten bei Bluthochdruck, wobei die wichtige Botschaft für Betroffenen ist, dass sie von einer vergleichbaren Reduktion des Sterberisikos profitieren, unabhängig davon, ob die Bewegung über die ganze Woche erfolgt oder nur auf ein bis zwei Wochenendtage konzentriert wird. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Ronghui Zhu, Chenxin Chen, Mengling Kuang, Yaoyong Tai, Yingyi Qin, Cheng Wu: Weekend Warrior Physical Activity Pattern and Mortality in Patients With Hypertension: A Prospective Cohort Study From UK Biobank; in: Hypertension (veröffentlicht 07.01.2026), ahajournals.org
- Joanna M. Blodgett, Matthew N. Ahmadi, Andrew J. Atkin, Richard M. Pulsford, Vegar Rangul, et al.: Device-Measured 24-Hour Movement Behaviors and Blood Pressure: A 6-Part Compositional Individual Participant Data Analysis in the ProPASS Consortium; in: Circulation (veröffentlicht 06.11.2024), ahajournals.org
Wichtiger Hinweis:
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