Ob koffeinhaltiger Kaffee das Risiko für Vorhofflimmer erhöht oder möglicherweise sogar einen Beitrag zu Prävention leisten kann, blieb lange umstritten. Eine neue Studie schafft nun Klarheit.
Forschende der University of California San Francisco (USA), University of Adelaide and Royal Adelaide Hospital (Australien) und der University of Toronto (Kanada) haben die Auswirkungen des Konsums von koffeinhaltigem Kaffee auf das Risiko für Vorhofflimmer untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „JAMA Network“ veröffentlicht.
Führt Kaffee zu Herzrhythmusstörungen?
Lange galt Kaffee als eher gesundheitsschädlich und zum Beispiel auch als potenzielle Risikofaktor für Herzrhythmusstörungen wie beispielsweise Vorhofflimmern. Doch neuere Forschungsarbeiten deuteten darauf hin, dass durch Kaffee kein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen zu erwarten ist.
In einer multizentrischen, randomisierten klinischen Studie an 200 Patientinnen und Patienten mit persistierendem Vorhofflimmern, die eine sogenannte Kardioversion erhielten, versuchten die Forschenden nun den Effekt des Konsums von koffeinhaltigem Kaffee auf das Risiko erneutem Vorhofflimmerns bestimmen.
Kaffeekonsum versus Kaffeeabstinenz
Die Hälfte der Teilnehmenden sollte hierfür über sechs Monate mindestens eine Tasse koffeinhaltigen Kaffee pro Tag trinken, während die andere Hälfte zu einem vollständigen Kaffeeverzicht und zu Koffeinabstinenz angehalten war. Die zweite Gruppe sollte jegliche koffeinhaltigen Lebensmittel und Getränke meiden.
Anschließend überprüften die Forschenden, ob die Teilnehmenden trotz erfolgter Kardioversion zur Behandlung des Vorhofflimmerns innerhalb des Studienzeitraums erneute Herzrhythmusstörungen entwickelten.
Rezidivrisiko deutlich gesenkt
Dabei zeigte sich, dass das Risiko für wiederkehrendes Vorhofflimmern in der Gruppe mit Kaffeekonsum bei 47 Prozent lag, während in der Abstinenzgruppe 64 Prozent der Teilnehmenden erneut unter Vorhofflimmern litten. Damit war das Rezidivrisiko in der Kaffeegruppe um 39 Prozent geringerer, berichten die Forschenden.
Regelmäßiger moderater Kaffeekonsum scheint demnach das Risiko für Herzrhythmusstörungen bzw. Vorhofflimmern signifikant zu senken, wobei allerdings offen bleibt, inwiefern bei höherem Konsum die positiven Effekte möglicherweise verloren gehen oder sogar ein Risikoanstieg zu erwarten ist. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Christopher X. Wong, Christopher C. Cheung, Gabrielle Montenegro: Caffeinated Coffee Consumption or Abstinence to Reduce Atrial FibrillationThe DECAF Randomized Clinical Trial; in: JAMA Network (veröffentlicht 09.11.2025) , jamanetwork.com
- Eun-jeong Kim, Thomas J. Hoffmann, Gregory Nah, Eric Vittinghoff, Francesca Delling et al.: Coffee Consumption and Incident TachyarrhythmiasReported Behavior, Mendelian Randomization, and Their Interactions; in: JAMA Internal Medicine (veröffentlicht 19.07.2021), jamanetwork.com
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