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Fettleber: Mikroplastik erhöht das Risiko

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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23. Juni 2026
in News
Zeichnung einer gesunden Leber und einer Fettleber als Comicfiguren nebeneinander
Die nachteiligen Effekte einer ungesunden Ernährung auf die Leber werden durch Mikroplastik möglicherweise deutlich erhöht. (Bild: Lin/stock.adobe.com)
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Die Aufnahme von Mikroplastik führt offenbar dazu, dass eine zucker- und fettreiche Ernährung der Leber stärker schadet, wodurch auch das Risiko für nichtalkoholische Fettlebererkrankungen steigt. Die Umweltverschmutzung mit Mikroplastik gefährdet demnach auch unsere Lebergesundheit.

Wie die Aufnahme von Mikroplastik die Auswirkungen einer fettreichen Ernährung auf die Leber beeinflusst und welche Mechanismen den hepatischen Reaktionen dabei zugrunde liegen, hat ein Forschungsteam um Dr. Tae Gyu Oh von der University of Oklahoma in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Science Advances“ veröffentlicht.

Mikroplastik ein unsichtbares Gesundheitsrisiko

Winzige Kunststoffpartikel sind heute nahezu überall in der Umwelt zu finden und bereits vor einigen Jahren kamen Forschende zu dem Schluss, dass wir wöchentlich Mikroplastik in der Menge einer Kreditkarte einatmen.

„Der Kontakt mit Mikroplastik ist unvermeidlich. Wir atmen es ein, nehmen es über die Nahrung auf und es gelangt auf unsere Haut“, erläutert Dr. Tae Gyu Oh.

Auch hat eine Studie aus dem Jahr 2022 bereits negative Auswirkungen auf die Leber angedeutet und Mikroplastik in der Leber von Leberzirrhose-Betroffenen nachgewiesen.

Welchen Folgen drohen für die Leber?

Die Forschenden stellten sich daher die Frage, welche Auswirkungen Mikroplastik im Zusammenhang mit einer zucker- und fettreichen Ernährung auf die Lebergesundheit hat.

Hierfür verabreichten sie Mäusen über einen Zeitraum von acht Wochen Mikroplastik in Form von Polyethylen (PE), der häufigsten Kunststoffart. Ein Teil der Tiere erhielt eine Standarddiät, der andere eine fett- und zuckerreiche Ernährung, die darauf ausgelegt war, eine nichtalkoholische Fettlebererkrankung auszulösen.

Leberschäden auf Einzelzellebene identifiziert

Anschließend analysierten die Fachleute mit verschiedenen Verfahren die Folgen für die Leber. Jede Methode zeigte dabei Leberschäden an, doch die höchste Auflösung lieferte die räumliche Transkriptomik (Spatial Transcriptomics), berichtet das Forschungsteam.

„Diese hochauflösende Darstellung half uns dabei, spezifische ‚Hotspots‘ von Leberschäden auf Einzelzellebene zu identifizieren, die mit herkömmlichen Methoden nicht hätten erkannt werden können“, betont Dr. Oh.

Besonders schädliche Kombination

Bei dem Vergleich zwischen den beiden Maus-Gruppen zeigten sich, dass die Blutmarker für Leberschäden bei den Tieren, die eine fett- und zuckerreiche Ernährung erhielten, mehr als doppelt so hoch waren wie bei Tieren mit der Standarddiät.

In Kombination mit Mikroplastik könnte eine ungesunde Ernährung demnach zu deutlich verstärkten Leberschäden führen. „Wir erwarteten einen synergistischen Effekt zwischen der Ernährung und dem Mikroplastik, und genau diesen konnten wir auch beobachten“, so Dr. Oh.

Neue Ansätze zum Schutz der Leber?

Auch gelang es den Fachleuten, den Genregulator PPAR-alpha als Schlüsselfaktor bei der Reaktion der Leber auf Mikroplastikbelastung zu identifizieren, was diesen als potenzielles Ziel für therapeutische Interventionen erscheinen lässt.

„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Mikroplastik bestimmte natürliche Abwehr- und Reparaturmechanismen der Leber beeinträchtigen könnte (und) ein Verständnis dieses Zusammenhangs könnte uns neue Wege zum Schutz der Lebergesundheit aufzeigen“, resümiert Dr. Oh.

Zwar seien nun weitere Untersuchungen erforderlich, um die Ergebnisse bei Menschen zu überprüfen, doch liefere die Studie deutliche Hinweise darauf, über welche Mechanismen Mikroplastik zu Lebererkrankungen beitragen kann. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Woncheol Jung, Hassan Abushukair, Nikhil Y. Patil, Felix Ampadu, Maryam Firouzi, Iulia Rus, Jinhyuk Choi, Sree Deepthi Muthukrishnan, Surendra Shukla, Stefano Tarantini, Anna Csiszar, Kamiya Mehla, Dongin Kim, Je-Hyun Yoon, Dowoon Kim, Juyang Kim, Jaehak Jung, Oxana Klementieva, Yatrik M. Shah, Eiji Yoshihara, Pankaj K. Singh, Aditya D. Joshi, Tae Gyu Oh: Spatial Transcriptome Mapping Identifies Ppara-Anxa2 Crosstalk in Microplastic-Induced Hepatotoxicity; in: Science Advances (veröffentlicht 17.06.2026), science.org
  • University of Oklahoma: Microplastics may worsen fatty liver disease, new study suggests (veröffentlicht 17.06.2026), eurekalert.org
  • Thomas Horvatits, Matthias Tamminga, Beibei Liu, Marcial Sebode, Antonella Carambia, Lutz Fischer, Klaus Püschel, Samuel Huber, Elke Kerstin Fischer: Microplastics detected in cirrhotic liver tissue; in: eBioMedicine (veröffentlicht 11.06.2022), thelancet.com
  • Mohammad S. Islam, Mizanur Rahman, Puchanee Larpruenrudee, Akbar Arsalanloo, Hamidreza Mortazavy Beni, et al.: How microplastics are transported and deposited in realistic upper airways?; in: Physics of Fluids (veröffentlicht 13.06.2023), pubs.aip.org

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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