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Kino, Theater & Museum könnten Alterung bremsen

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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16. Juli 2026
in News
Ein älterer Mann trägt eine ältere Frau Huckepack.
Kulturelle Teilhabe könnte helfen, bis ins hohe Alter gesund zu bleiben. (Bild: Kzenon/stock.adobe.com)
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Besuche im Kino, Theater oder Museum sind offenbar mit verlangsamten physiologischen Alterungsprozessen verbunden und könnten ein gesundes Altern unterstützen. Die kulturelle Teilhabe hat nachweisbar positiven Einfluss auf verschiedene altersabhängige Indikatoren der Gesundheit.

Welche Zusammenhänge zwischen der kulturellen Teilhabe und dem physiologischen Alter (biologisches Alter) bestehen, haben Forschende des Institute of Science Tokyo in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem „Journal of Epidemiology and Community Health“ veröffentlich.

Kulturelle Teilhabe stärkt die Gesundheit

Die kulturelle Teilhabe wie etwa durch Besuche im Kino, Museum oder Theater wurde in früheren Studien bereits mit Vorteilen für die Gesundheit und das Wohlbefinden im Alter in Verbindung gebracht, erläutern die Forschenden.

Bislang hätten allerdings nur wenige Studien die Zusammenhänge zwischen kultureller Teilhabe und der physiologischen Alterung oder entsprechenden Indikatoren direkt untersucht.

Einfluss auf die Alterung untersucht

Anhand der Daten von 1.899 Teilnehmenden im Alter ab 50 Jahren aus der „English Longitudinal Study of Ageing“ untersuchten die Fachleute daher nun, inwiefern die kulturelle Teilhabe mit der physiologische Alterung in Zusammenhang steht.

Als Indikatoren der physiologischen Alterung nutzte das Team den Pulsdruck, den diastolischen Blutdruck, das forcierte exspiratorische Volumen, die Hämoglobinkonzentration, die Fibrinogen-Werte, das glykierte Hämoglobin, das LDL-Cholesterin, den Body-Mass-Index (BMI), die Griffkraft und die Gehgeschwindigkeit. Auf dieser Basis wurde ein Wert für das physiologische Alter ermittelt.

Zudem füllten die Teilnehmenden einen Fragebogen aus, in dem abgefragt wurde, wie häufig sie (a) ins Kino, (b) in ein Museum oder eine Kunstgalerie und (c) ins Theater, Konzert oder in die Oper gingen, berichten die Forschenden.

Für jeden Punkt konnten die Befragten einen Wert auf einer Skala von 0 (nie) bis 5 (zweimal im Monat oder öfter) angeben, woraus sich ein Gesamtwert für die kulturelle Teilhabe (Bereich 0 bis 15) ergab, so die Fachleute weiter.

Signifikant reduziertes physiologisches Alter

Die Datenauswertung ergab, dass Teilnehmende, die alle paar Monate oder öfter kulturellen Aktivitäten nachgingen, ein physiologisches Alter von 66,9 Jahren aufwiesen, das damit drei Jahre unter dem Wert derjenigen mit geringerer kultureller Teilhabe (69,9 Jahre) lag, erläutern die Forschenden.

Eine Erhöhung des kumulierten Werts für die kulturelle Teilhabe um einen Punkt war laut den Fachleuten auch nach Bereinigung um Störfaktoren wie Haushaltseinkommen, Erwerbstätigkeit und chronische Erkrankungen mit einem um 0,085 Jahre (31 Tage) niedrigeren physiologischen Alter verbunden.

Erklärungen für die beobachteten Zusammenhänge könnten nach Einschätzung des Forschungsteams die Förderung der sozialen Beziehungen und eines gesünderen Lebensstils sowie die Stärkung der psychischen Gesundheit durch die kulturelle Teilhabe sein.

Weitere Studien erforderlich

Allerdings bleibe bisher unklar, ob tatsächlich ein Kausalzusammenhang besteht, da die Beobachtungsstudie einen solchen nicht belegen könne. Zudem könnte die Kausalität auch umgekehrt sein, da Personen mit besserem Gesundheitszustand eher in der Lage sind, an kulturellen Aktivitäten teilzunehmen, ergänzen die Forschenden.

Dennoch sei bemerkenswert, dass der Zusammenhang zwischen der kulturellen Teilhabe und dem physiologischen Alter ähnlich ausgeprägt ausfalle, wie bei körperlicher Aktivität. Insgesamt könnte die kulturelle Teilhabe demnach eine wirksame Interventionsmaßnahme darstellen, um die Gesundheit im Alter zu schützen.

Nun sollten weitere Studien klären, ob die Förderung der kulturellen Teilhabe langfristig zu einer Verbesserung der Gesundheit und zu einem gesundem Altern beitragen kann, resümieren die Forschenden. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Yusuke Matsuyama, Sakura Kiuchi, Jun Aida: Cultural engagement and physiological ageing: a fixed-effects analysis; in: Journal of Epidemiology and Community Health (veröffentlicht 14.07.2026), bmj.com
  • BMJ Group: Going to the cinema, theatre or a museum may slow down physiological ageing (veröffentlicht 14.07.2026), eurekalert.org

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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