Regelmäßiger Kaffeekonsum beeinflusst auch den Stoffwechsel und den Hormonhaushalt. So ist Kaffee mit einer gesünderen Körperzusammensetzung, günstigeren Stoffwechselmarkern und unterschiedlichen Auswirkungen auf die Sexualhormone bei Männern und Frauen verbunden.
Welche Zusammenhänge zwischen regelmäßigem Kaffeekonsum und zirkulierenden Metaboliten, kardiometabolischen Risikomarkern sowie den Sexualhormonen bestehen, haben Forschende der Universität Oulu in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem „European Journal of Nutrition“ veröffentlicht.
Kaffee fördert die Gesundheit
Kaffee gehört zu den weltweit am häufigsten konsumierten Getränken und während lange Zeit eher mögliche Gesundheitsrisiken des Konsums diskutiert wurden, sind in den letzten Jahren die positiven Gesundheitseffekte des regelmäßigen Kaffeekonsums verstärkt in den Fokus gerückt.
Beispielsweise deuteten frühere Untersuchungen auch auf krebshemmende Eigenschaften hin und erst kürzlich berichteten Forschende in dem Fachmagazin „Targets“, dass regelmäßiger Kaffeekonsum das Risiko für Leberkrebs signifikant senkt.
Eine andere Forschungsarbeit belegt, dass Kaffee auch das Brustkrebs-Risiko senken kann und Ende letzten Jahres kam eine Studie zu dem Schluss, dass Kaffee generell zur Prävention und Therapie chronischer Erkrankungen beitragen kann.
Weitere Studien haben den Kaffeekonsum zudem mit einem geringeren Risiko für Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Probleme in Verbindung gebracht, berichtet das finnische Forschungsteam. Allerdings seien die biologischen Mechanismen, die diesen positiven Effekten zugrunde liegen, noch weitgehend unklar.
Auswirkungen auf Stoffwechsel & Hormone untersucht
„Kaffee wird täglich von Millionen Menschen konsumiert, doch wir wissen erstaunlich wenig darüber, wie er sich auf unseren Stoffwechsel und unsere Hormone auswirkt“, erläutert der Studienautor Luca Verroest von der Universität Oulu.
Anhand der Daten von 2.264 Teilnehmenden der „Northern Finland Birth Cohort 1966“ im Alter von 46 Jahren untersuchten die Forschenden daher nun, welche Zusammenhänge zwischen dem Kaffeekonsum und zirkulierenden Metaboliten, Sexualhormonen und kardiometabolischen Markern bestehen.
Weniger Fett, mehr Muskeln
Sowohl bei Männern als auch bei Frauen beobachtete die Fachleute einen Zusammenhang zwischen höherem Kaffeekonsum und niedrigeren Spiegeln verzweigtkettiger Aminosäuren im Blut.
Chronisch erhöhte Werte dieser Aminosäuren werden mit Insulinresistenz und einem gesteigerten Risiko für Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht, erklärt das Forschungsteam.
Außerdem wiesen Teilnehmende mit höherem Kaffeekonsum weniger Gesamtkörperfett und viszerales Fett sowie eine größere Skelettmuskelmasse auf als diejenigen, die weniger Kaffee tranken, ergänzen die Forschenden.
Hinweise auf hormonelle Auswirkungen
Besonders starke Zusammenhänge seien zum Beispiel zwischen dem Kaffeekonsum und dem Glukose-Insulin-Profil, höheren Konzentrationen an Gesamt- und bioverfügbarem Testosteron sowie erhöhten Werten des Sexualhormon-bindenden Globulins (SHBG) bei Männern aufgetreten.
Bei Frauen waren die hormonellen Zusammenhänge laut den Fachleuten weniger ausgeprägt und vor allem durch höhere SHBG-Werte sowie niedrigere Werte für freie Androgene gekennzeichnet.
„Besonders auffällig an unseren Ergebnissen war eine deutliche hormonelle Signatur, die auch nach Berücksichtigung von BMI und Lebensstilfaktoren bestehen blieb – wobei sich einige dieser Zusammenhänge bei Männern und Frauen unterschieden“, egänzt Verroest.
Kausalzusammenhang nicht belegt
Nach Ansicht der Forschenden könnte der Einfluss des Kaffees auf die hormonellen Signalwege die positiven Auswirkungen auf die Stoffwechselgesundheit zumindest teilweise erklären. Die Beobachtungsstudie könne jedoch keinen direkten Kausalzusammenhang nachweisen.
Nun seien weitere Längsschnitt- und Interventionsstudien erforderlich, um die Kausalität zu belegen und die beteiligten bioaktiven Verbindungen aus dem Kaffee zu identifizieren. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Luca Verroest, Jari Jokelainen, Shalini Choudhary, Jaroslaw Walkowiak, Toni Karhu, Saranya Palaniswamy, Juha Auvinen, Marjo-Riitta Jarvelin, Karl-Heinz Herzig & Ghulam Shere Raza: Associations of habitual coffee intake with testosterone and cardiometabolic markers: the Northern Finland birth cohort 1966 study; European Journal of Nutrition (16.07.2026), springer.com
- University of Oulu, Finland: Study links coffee consumption to metabolic health and sex hormones (veröffentlicht 13.08.2026), eurekalert.org
- Nobuyuki Toshikuni, Masaaki Shimatani: Brewing Epigenetic Defense: Mechanisms of Coffee Bioactives in the Chemoprevention of Hepatocellular Carcinoma; in: Targets (veröffentlicht 29.04.2026), mdpi.com
- Mehdi Karimi, Shadi Ghaemi, Razieh Goudarzi, Mohammad Amin Karimi, Kimia Kazemi, Hoda Haghshenas, Omid Asbaghi: Association Between Coffee and Caffeine Intake and Risk of Breast Cancer: A Systematic Review and Meta-Analysis of Cohort Studies; in Health Science Reports (veröffentlicht 03.06.2026), onlinelibrary.wiley.com
- Rui Peng, Mengqi Lan,Yifei Zhang, Shishi Zhang, Beibei Yu, Xu Yang, Shiming Li, Zhenhua Liu, Wenyi Kang: Transforming coffee from an empirical beverage to a targeted nutritional intervention: health effects of coffee's core functional components on chronic diseases; in: Frontiers in Nutrition (veröffentlicht 17.11.2025), frontiersin.org
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