Verschiedene bioaktive Verbindungen aus Bittermelonen zeigen starke krebshemmende Eigenschaften, wobei insbesondere Kaempferol als vielversprechende Basis für die Entwicklung neuer Krebstherapeutika erscheint.
Ein internationales Forschungsteam hat untersucht, inwiefern die Inhaltsstoffe der Bittermeloe (Momordica charantia) einen Beitrag zur Krebsbehandlung leisten können und welche Wirkmechanismen dabei eine Rolle spielen. Die Ergebnisse sind in dem „Journal of Herbal Medicine“ nachzulesen.
Pflanzenstoffe gegen Krebs?
Natürliche Wirkstoffe stehen seit einigen Jahren verstärkt im Fokus der Krebsforschung und beispielsweise kam eine erst vor wenigen Monaten veröffentlichte Studie zu dem Schluss, dass das Curcumol aus einer traditionellen chinesischen Heilpflanze als Pflanzenstoff nachweisbare Wirkung gegen Brustkrebs zeigt.
Eine andere kürzlich veröffentlichte Forschungsarbeit zeigt, welche Pflanzenstoffe nachweisbar eine Wirkung gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs haben und hebt dabei unter anderem Curcumin (insbesondere in Kurkuma enthalten), Quercetin (zum Beispiel in Kapern), Resveratrol (zum Beispiel in Weintrauben) und Epigallocatechin-3-Gallat (Wirkstoff aus grünem Tee) hervor.
Auch für die Bittermelone wurden in früheren Studien bereits krebshemmende Eigenschaften nachgewiesen, wobei allerdings unklar blieb, welche Inhaltsstoffe hierfür verantwortlich sind und welche molekularen Mechanismen eine Rolle spielen.
Welche Bittermelonen-Inhaltsstoffe wirken?
In der neuen Studie versuchten die Forschenden daher mit Hilfe eines computergestützten Ansatzes, die wirksamen krebshemmenden bioaktiven Verbindungen der Bittermelonen und deren Wirkmechanismen zu bestimmen.
In einem ersten Schritt konnten die Forschenden 35 bioaktive Verbindungen mit krebshemmenden Eigenschaften bestimmen, wobei allerdings nach einer Bewertung der Toxizität nur neun davon als nicht toxisch eingestuft wurden. Dies waren:
- Momordicosid K,
- Gentisinsäure (2,5-Dihydroxybenzoesäure),
- Nicotinsäure,
- Beta-Jonon (I2-Ionon),
- Kaempferol,
- cis-3-Hexenyl Salicylate,
- Zeatin-Ribosid,
- Cryptoxanthin,
- L-Ascorbinsäure.
Alle neun Verbindungen sind ungiftig, hochgradig bioverfügbar und haben arzneistoffähnliche Eigenschaften mit denen sie die Tumorproliferation, die endokrine Resistenz, die Apoptose (programmierter Zelltod) und Signalwege des Zellüberlebens beeinflussen, berichtet das Team. Besonders hervorzuheben seien dabei die krebshemmenden Eigenschaften von Kaempferol.
Kaempferol besonder wirksam
Die Bittermelone kann über das komplexe Zusammenspiel ihrer Inhaltsstoffe, die verschiedene Zielstrukturen und Signalwege beeinflussen, deutliche krebshemmende Wirkungen erzielen, wobei unter den Inhaltsstoffen Kaempferol eine vielversprechende Basis für weitere experimentelle Validierungen sowie die therapeutische Anwendung erscheint, resümieren die Forschenden. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Humaira Zulfiqar, Jarin Tasnim, Noman Khalid, Muhammad Usman Khan, Nora Hamad Al-Shaalan, Sarah Alharthi, Mohammed A. Amin, Khan Rajib Hossain: Mapping the anti-cancer mechanistic landscape of Momordica charantia using network pharmacology, molecular docking, MD simulation, and DFT analysis; in: Journal of Herbal Medicine (veröffentlicht 29.07.2026), sciencedirect.com
- Md. Rezaul Islam, Abdur Rauf, F. M. Shourav, Hanan A. Ogaly, Abdullah S. M. Aljohani, Waleed Al Abdulmonem, Kamala Badalova, Marcello Iriti: Phytochemicals as Multitarget Therapeutics in Pancreatic Cancer: Mechanisms, Clinical Evidence, and Translational Challenges; in: Phytotherapy Research (veröffentlicht 16.08.2026), onlinelibrary.wiley.com
- Xiaojuan Li, Muzhao Tian, Luwei Zhou, Hongfang Ding, Riqiu Zhang, Xu Chen, Juan Wang: Curcumol Inhibits the Invasion and Migration of Breast Cancer via miR-206/NCL/ERα36; in: Phytotherapy Research (veröffentlicht 24.06.2026), onlinelibrary.wiley.com
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