Das Verhältnis des Taillenumfangs zur Körpergröße kann bei Kindern und Jugendlichen auf das Risiko nichtalkoholischer Fettlebererkrankungen (metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung; MASLD) hinweisen. Ein Wert oberhalb von 0,48 ist dabei ein Indikator für potenzielle Beeinträchtigungen der Leber.
Inwiefern das Taille-Körpergröße-Verhältnis zur Früherkennung von nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen beitragen kann, hat ein internationales Forschungsteam in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem „World Journal of Pediatrics“ nachzulesen
Häufigste chronische Lebererkrankung
Die MASLD ist die häufigste chronische Lebererkrankung bei Kindern und Jugendlichen und steht in engem Zusammenhang mit der globalen Adipositas-Epidemie, erläutern die Forschenden.
Langfristig kann die Erkrankung die Gesundheit der Betroffenen stark belasten und beispielsweise ist auch das Risiko tödlicher Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei einer Fettleber drastisch erhöht, wie eine erst kürzlich veröffentlichte Forschungsarbeit belegt.
Indikatoren zur Früherkennung gesucht
Wird eine Fettleber rechtzeitig erkannt, ist diese häufig bereits mit einfach Maßnahmen wie Ernährungsumstellungen und Bewegungsprogrammen erfolgreich therapierbar. Deshalb sind nichtinvasive Screening-Verfahren, die eine Früherkennung der chronischen Leberkrankheit ermöglichen, dringend gesucht.
In der neuen Studie überprüften die Forschenden daher anhand der Daten von 1.010 chinesischen Kindern und der Daten aus der Global Burden of Disease-Studie, des 1000-Genome-Projekts und der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES), ob das Taille-Körpergröße-Verhältnis als Indikator zur Früherkennung von MASLD im Kindesalter geeignet ist.
Dabei berücksichtigten die Fachleute auch das genetische Risiko in verschiedenen Bevölkerungsgruppen, um zu überprüfen, inwiefern dies die Aussagekraft des Verhältnisses von Taillenumfang zur Körpergröße als Indikator für Fettlebererkrankungen beeinflusst.
Taille-Körpergröße-Verhältnis zur Früherkennung
Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass das Taille-Körpergröße-Verhältnis über die meisten genetischen Varianten und Bevölkerungsgruppen hinweg einen durchaus aussagekräftigen Indikator für nichtalkoholische Fettlebererkrankungen bildet.
Ab einem Wert von 0,48 sei bei den meisten Menschen von einem erhöhten MASLD-Risiko auszugehen und das Verhältnis von Taillenumfang zur Körpergröße könne auch im Zusammenhang mit Fettlebererkrankungen als primären Screening-Parameter dienen. (fp).
Autoren- und Quelleninformationen
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- Yun-Fei Liu, You-Xin Wang, Li Li, Di Shi, Maike Wolters, Ping-Ping Zhang, Jia-Jia Dang, Shan Cai, Tian-Yu Huang, Ya-Qi Wang, Jie-Yu Liu, Ming-Yue Wang, Yu-Ying Wu, Enkar Nur, Wen-Jia Lian, Li-Po Guo, Yuan-Yuan Li, Jie-Yun Song, Jing Li, Yan-Hui Dong, Yan-Chun Cui, Antje Hebestreit, Yee Hui Yeo, Susan M. Sawyer, Hui Wang, Yi Song: Waist-to-height ratio as a practical indicator for screening pediatric metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease in diverse populations and genetic backgrounds; in: World Journal of Pediatrics (veröffentlicht 28.08.2026), link.springer.com
- Zhuoxing Li, Qianyu Yang, Li Zang, Hongwei Leng, Panpan Qin, Simeng Li, Buyuan Tian, Xumao Deng, Yun Sun, Xiang Xiao: Relationship between metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease and cardiovascular mortality risk in individuals with CKM stages 0–2: Mediating roles of inflammation and insulin resistance; in: Diabetes Research and Clinical Practice (veröffentlicht 11.07.2026), sciencedirect.com
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