Piepen im Ohr: Medizinischer Durchbruch in der Behandlung von Tinnitus

Wird Tinnitus in naher Zukunft heilbar sein?

Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschenden gab jetzt bekannt, dass sie möglicherweise eine bahnbrechende Behandlung für Tinnitus entdeckt haben. Sie fanden heraus, dass ein Molekül namens TNF-A bei Tinnitus die Kommunikation zwischen Neuronen zu stören scheint. Diese Erkenntnis könnte die Entwicklung neuer Behandlungsarten für Tinnitus ermöglichen.


Bei der aktuellen Untersuchung der University of Arizona wurde festgestellt, dass die Blockierung eines bestimmten Proteins Tinnitus unterbindet. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „PLOS Biology“ publiziert.

Tinnitus ist zwar derzeit nicht heilbar, doch es gibt zum Glück Möglichkeiten, Betroffenen das Leben zu erleichtern. Vielleicht wird in naher Zukunft sogar eine vollständige Heilung der Erkrankung möglich sein. (Bild: olly/fotolia.com)

Was ist Tinnitus?

Tinnitus ist eine Erkrankung, bei der Sie Ohrgeräusche wahrnehmen, die nicht von einer normalen Quelle stammen, einschließlich Klingeln, Summen und Pochen. Tinnitus kann Stress, Schlafstörungen, Angstzustände und Hörverlust verursachen und wird häufig mit Morbus Menière, Diabetes, Multipler Sklerose und Depressionen in Verbindung gebracht. Bisher gibt es keine Heilung für die Erkrankung.

Neuro-Entzündungen als Ziel für die Behandlung von Tinnitus?

Den Forschenden der University of Arizona gelang es jetzt, Tinnitus bei Mäusen (die nach zweistündiger Lärmbelastung Tinnitus entwickelt hatten) zu stoppen, indem sie ein Protein blockierten, das die Entzündung des Gehirns fördert. Die Ergebnisse legen nahe, dass sogenannte Neuro-Entzündungen ein therapeutisches Ziel für die Behandlung von Tinnitus und anderen Hörproblemen sein könnten. Das genetische Ausschalten von TNF-A oder die pharmakologische Blockierung seiner Expression verhinderte eine Entzündung des Nervensystems und verbesserte das mit Tinnitus verbundene Verhalten bei Mäusen mit lärminduziertem Hörverlust, berichten die Autoren der Studie. Die Analyse des Teams stellte fest, dass eine Entzündung in einer schallverarbeitenden Region des Gehirns ein kontrolliertes Klingeln in den Ohren der betroffenen Mäuse verursachte.

Hörverlust ist ein Hauptrisikofaktor für Tinnitus

Hörverlust ist eine weit verbreitete Krankheit, welche weltweit ungefähr 500 Millionen Menschen betrifft und ein Hauptrisikofaktor für Tinnitus ist. Die jüngsten Forschungsergebnisse legen nahe, dass der Hörverlust durch Entzündungen im Gehörgang hervorgerufen wird, also die Reaktion des Immunsystems auf Verletzungen und Infektionen. Wie sich dies jedoch auf durch Hörverlust bedingte Erkrankungen wie Tinnitus auswirkt, ist bisher nur unzureichend bekannt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der durch Lärm verursachte Hörverlust mit erhöhten Konzentrationen von Molekülen, den sogenannten proinflammatorischen Zytokinen, und der Aktivierung von nicht-neuronalen Zellen, den sogenannten Mikroglia, im primären auditorischen Kortex zusammenhängt, erklären die Autoren der Studie.

Weitere Forschung ist nötig

Diese Ergebnisse implizieren eine Neuroentzündung als therapeutisches Ziel bei der Behandlung von Tinnitus und anderen Störungen im Zusammenhang mit Hörverlust. Obwohl die eingesetzte Therapie bei den Tieren erfolgreich war, sollten potenzielle nachteilige Auswirkungen gründlich untersucht werden, bevor erste Versuche am Menschen stattfinden, resümieren die Forschenden. (as)

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Parkinson 20 Jahre vor Ausbruch der Krankheit feststellbar

Durchbruch bei der Diagnose von Parkinson

Forschende des King’s College London gaben jetzt bekannt, dass sie frühste Anzeichen von Parkinson identifiziert haben, welche bereits 15 bis 20 Jahre vor den ersten Symptomen der Krankheit auftreten.


Bei der aktuellen Untersuchung des King’s College London wurde festgestellt, dass frühste Anzeichen von Parkinson im Gehirn bereits 15 bis 20 Jahre vor dem Auftreten der ersten Symptome zu finden sind. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „Lancet Neurology“ publiziert.

Parkinson ist eine Krankheit, welche das Leben von Betroffenen und ihrer Angehörigen erheblich erschwert. (Bild: Ocskay Mark/fotolia.com)

Werden die Ergebnisse zu einer verbesserten Behandlung beitragen?

Bei Untersuchungen einer kleinen Anzahl von Hochrisikopatienten wurden Störungen im sogenannten Serotoninsystem des Gehirns festgestellt, welches die Stimmung, den Schlaf und die Bewegung steuert. Diese Entdeckung könne zu neuen Screening-Instrumenten und Behandlungen von Parkinson führen, berichten die Forschenden.

Was ist Parkinson?

Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung. Die Hauptsymptome sind beispielsweise Zittern und Depressionen, zusätzlich treten häufig auch Gedächtnis- und Schlafstörungen bei der Erkrankung auf. Traditionell wird angenommen, dass die Krankheit mit Dopamin zusammenhängt, welches im Gehirn von Menschen mit Parkinson fehlt. Obwohl es bisher keine Heilung gibt, gibt es Behandlungen zur Kontrolle der Symptome. Diese konzentrieren sich vor allem auf die Wiederherstellung des Dopaminspiegels.

Welche Rolle spielt der Serotoninspiegel?

Die Forschenden des King’s College London schlagen jedoch vor, dass Änderungen des Serotoninspiegels im Gehirn bei Parkinson an erster Stelle stehen und als Frühwarnzeichen dienen könnten. Für die Studie wurden die Gehirne von 14 Menschen aus abgelegenen Dörfern in Südgriechenland und Italien untersucht, welche alle seltene Mutationen im sogenannten SNCA-Gen aufweisen, was fast sicher macht, dass die Betroffenen die Krankheit entwickeln. Bei der Hälfte dieser Gruppe war bereits Parkinson diagnostiziert worden, die andere Hälfte zeigte noch keine Symptome, was sie ideal für die Untersuchung des Krankheitsverlaufs macht.

Durch den Vergleich des Gehirns mit weiteren 65 Patienten mit Parkinson und 25 gesunden Freiwilligen konnten die Forschenden frühzeitige Hirnveränderungen bei Patienten im Alter von 20 bis 30 Jahren feststellen. Diese wurden im Serotoninsystem gefunden, einem Hormon, welches viele Funktionen im Gehirn hat und sich beispielsweise auf Stimmung, Appetit, Kognition, Wohlbefinden und Bewegung auswirkt. Die Anomalien seien lange vor Beginn der Bewegungsprobleme und vor der Änderung des Dopaminspiegels festgestellt worden, erklären die Autoren der Studie. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Früherkennung von Veränderungen im Serotoninsystem die Entwicklung neuer Therapien ermöglichen könnte, um das Fortschreiten der Parkinson-Krankheit zu verlangsamen und letztendlich zu verhindern, fügen die Forschenden hinzu.

Gab es Einschränkungen bei der Studie?

Die bei der Studie verwendete Bildgebungsmethode ist hochspezialisiert und ihre Anwendung auf eine sehr kleine Anzahl von Forschungszentren beschränkt. Sie kann daher noch nicht zur Diagnose von Patienten oder sogar zur Bewertung neuartiger Behandlungen in großen klinischen Studien genutzt werden.

Weitere Forschung ist nötig

Die aktuelle Forschungsarbeit ist ein vielversprechender Ansatz, um die Parkinson-Krankheit bereits zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu erkennen. Nun sind weitere Forschungsarbeiten erforderlich. Wenn es jedoch gelingt, ein Tool zur Messung und Überwachung der Entwicklung von Parkinson zu entwickeln, könnte dies vielen Betroffenen helfen. (as)

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Studie: Unregelmäßiger oder schneller Herzschlag erhöht deutlich das Demenz-Risiko

Wirkt sich der Herzschlag auf die Entstehung von Demenz aus?

Eine Studie hat jetzt ergeben, dass wenn Menschen einen schnellen und unregelmäßigen Herzschlag haben, dies das Risiko für Demenz bei Betroffenen erheblich zu erhöhen scheint.


Bei einer aktuellen Untersuchung der Yonsei University in Seoul wurde festgestellt, dass unser Herzschlag auf ein erhöhtes Risiko für Demenz hindeuten kann. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „European Heart Journal“ publiziert.

Über 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Vorhofflimmern. Die Herzrhythmusstörung kann unbehandelt lebensbedrohlich werden. Forschende fanden jetzt heraus, dass die Erkrankung das Risiko für die Entsehung von Demenz erhöhen kann. (Bild: Sonja Calovini/fotolia.com)

Risiko für Alzheimer durch unregelmäßigen Herzschlag um 31 Prozent erhöht

Laut den Forschenden kann Vorhofflimmern dazu führen, dass Betroffene unwissentlich sogenannte Mini-Schlaganfälle erleiden, welche die Blutgefäße in ihrem Gehirn verändern. Beschädigte oder verstopfte Gefäße können verhindern, dass sauerstoffreiches Blut Bereiche des Organs erreicht und zum Absterben von Gehirnzellen führt. Im Laufe der Zeit könne dies das Gedächtnis, das generelle Denken oder die Sprachkenntnisse einer Person beeinträchtigen. Ein unregelmäßiger Herzschlag erhöhte das Risiko für Alzheimer, die häufigste Form der Demenz, um 31 Prozent, berichten die Autoren der Studie.

Vorhofflimmern verdoppelt das Risiko für vaskuläre Demenz

Zusätzlich zeigen die Ergebnisse der Studie auch, dass Vorhofflimmern das Risiko für vaskuläre Demenz mehr als verdoppelt. Diese Form der Demenz tritt auf, wenn der Zustand durch eine verminderte Durchblutung des Gehirns hervorgerufen wird. Das erhöhte Risiko blieb auch bestehen, nachdem Menschen, die einen Schlaganfall erlitten hatten, aus den Berechnungen der Untersuchung entfernt wurden. Bei Menschen, die Vorhofflimmern entwickelten und orale Antikoagulanzien einnahmen, verringerte sich das Risiko anschließend um knapp 40 Prozent, sagen die Forschenden.

Was ist Vorhofflimmern?

Vorhofflimmern ist eine Herzkrankheit, die zu einer unregelmäßigen und häufig ungewöhnlich hohen Herzfrequenz führt. Eine normale Herzfrequenz sollte regelmäßig sein und zwischen 60 und 100 Schlägen pro Minute liegen, wenn Sie sich ausruhen. Bei Vorhofflimmern ist die Frequenz des Herzens unregelmäßig und manchmal auch sehr schnell. In einigen Fällen können es erheblich mehr als 100 Schläge pro Minute sein. Dies kann zu Problemen wie Schwindel, Atemnot und Müdigkeit führen.

Daten von über 260.000 Teilnehmenden wurden ausgewertet

Für die Studie wurden 262.611 Menschen im Alter über 60 Jahre untersucht, welche anfangs weder an Vorhofflimmern noch an Demenz litten. Während des sieben Jahre langen Studienzeitraums entwickelten 10.435 der Teilnehmenden Vorhofflimmern, bei 2.522 dieser Personen (24 Prozent) wurde auch Demenz diagnostiziert. Dies steht im Vergleich zu den 36.322 (14 Prozent) Teilnehmenden, welche zwar an Demenz erkrankten, jedoch kein Vorhofflimmern entwickelten. Bei den 3.092 Menschen mit Vorhofflimmern, die Antikoagulanzien oder Blutverdünner einnahmen, war die Wahrscheinlichkeit, eine Demenz zu entwickeln, um 39 Prozent geringer. (as)

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Herzschwäche: Risiko für schwere Begleiterkrankungen deutlich erhöht

Eine Herzschwäche kommt selten allein

Rund vier Millionen Personen in Deutschland sind von einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) betroffen. Das geschwächte Herz wirkt sich nicht nur auf den Kreislauf aus, sondern auf den gesamten Organismus. Umgekehrt wirken sich Beschwerden in anderen Organen wiederum auf das Herz aus und begünstigen eine Herzschwäche. Herzexpertinnen und Fachärzte erläutern das komplexe Zusammenspiel zwischen dem Herz und anderen Organen und wie dies zu zahlreichen, zum Teil schweren, Nebenerkrankungen führen kann.


Depressionen, geschwächtes Immunsystem, Nierenerkrankungen und sogar Krebs – Betroffene, die unter einer Herzinsuffizienz leiden, haben ein erhöhtes Risiko für zahlreiche Begleiterkrankungen. Das Herz ist grundlegend für die richtige Funktionsweise lebenswichtiger Organe. Ist das Herz geschwächt, kann das auch Folgen auf andere Körperregionen haben. Das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz in Würzburg hat nun führende Herzfachleute eingeladen, um die neusten Erkenntnisse zum Thema Herzschwäche zusammenzutragen.

Eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) wirkt sich oft auf andere Organe aus. Ebenso können Schäden in anderen Körperregionen eine Herzschwäche begünstigen. (Bild: psdesign1/fotolia.com)

Eine Herzschwäche betrifft den gesamten Körper

Eine Herzschwäche ist schwer zu behandeln, da sie nahezu den gesamten Körper betrifft. Das geschwächte Herz stößt ein kompliziertes Zusammenspiel von Entzündungen, Stoffwechselprozessen und Stresshormonen an, welches sich durch verschiedene Begleiterkrankungen äußern kann. Um diese übergreifenden Prozesse besser zu verstehen, ist das Wissen mehrerer Disziplinen erforderlich. Das Universitätsklinikum Würzburg will nun den Dialog zwischen Grundlagenforschern, Klinikern und Experten aus der Bildgebung fördern, um das Verständnis, die Diagnose und die Therapie der Systemerkrankung Herzinsuffizienz zu verbessern.

Herz und Hirn – ein unzertrennliches Duo

„Ohne ein gesundes Hirn kann das Herz nicht seine Aufgaben erfüllen und umgekehrt“, betont Professor Dr. Jürgen Deckert vom Zentrum für Psychische Gesundheit des Universitätsklinikums Würzburg die Beziehung der beiden Organe. Ist eines dieser beiden Organe geschwächt, habe dies auch Auswirkungen auf das andere. So könne beispielsweise psychischer Stress oder ein Schlaganfall eine Herzmuskelschwäche nach sich ziehen. Aber auch ein geschwächter Herzmuskel könne zu Depressionen und Gedächtnisschwäche führen.

Diabetes begünstigt eine Herzschwäche

Ebenfalls berichten die Expertinnen und Experten über das komplexe Zusammenspiel zwischen Diabetes und Herzinsuffizienz. Zum einen begünstigen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht auch das Auftreten einer Herzschwäche. Zum anderen gehe aber auch ein erhöhter Blutzuckerspiegel direkt mit einem erhöhten Risiko für Herzinsuffizienz einher. Dies läge unter anderem an einer vermehrten Einlagerung von Fetten in die Energiekraftwerke (Mitochondrien) der Herzmuskelzellen, sowie an einer krankhaften Vermehrung des Bindegewebes.

Ein geschwächtes Herz begünstigt Krebserkrankungen

Relativ neu ist die Erkenntnis, dass eine Herzschwäche auch mit Krebs in Verbindung steht. „Neue Daten legen nahe, dass Krebserkrankungen bei Patienten mit Herzinsuffizienz häufiger auftreten“, fügt Professor Dr. Rudolf de Boer hinzu. Er ist Expperte für translationale Kardiologie am University Medical Center im niederländischen Groningen und untersucht den Zusammenhang zwischen Herzschäden und Krebserkrankungen.

Wie das Herz das Immunsystem beeinflusst

Menschen mit Herzinsuffizienz haben häufig ein geschwächtes Immunsystem. „Immunzellen durchsetzen unsere inneren Organe wie ein Netzwerk“, berichtet Professor Dr. Matthias Nahrendorf vom Center for Systems Biology an der Harvard University in Boston (USA). Diese Immunzellen schützen im Normalfall das Herz. In manchen Fällen könnten sich diese Zellen aber auch gegen den Organismus wenden und Entzündungen begünstigen. Der Professor sieht in der Immuntherapie, die vorwiegend zur Krebs-Behandlung eingesetzt wird, die Zukunft in der Behandlung der Herzschwäche. „Wenn wir die Mechanismen verstehen, die Entzündung regulieren, ergeben sich neue Therapieoptionen“, erklärt der Experte. Die Immuntherapie für Krebserkrankungen weise hier den Weg.

Herz und Niere: Der eine reißt den anderen mit

Auch zwischen Herz und Nieren besteht eine unzertrennliche Verbindung. So könne eine gestörte Nierenfunktion das Herz und das Gefäßsystem schädigen und eine schwache Herzleistung wiederum zu Schäden in den Nieren führen. Ein Team um Professor Dr. Christoph Wanner führt gerade drei Studien durch, in denen die Salzausscheidung und die Senkung des Plasmavolumens zur Verbesserung der diastolischen Herzinsuffizienz untersucht werden. Auch das Fortschreiten von Nierenerkrankungen könnte so eingedämmt werden.

Neue Hoffnungsschimmer

Schäden am Herzen galten bislang weitgehend als irreversibel. Durch das Zusammenwirken der unterschiedlichen Disziplinen haben sich jedoch neue Wege zur Behandlung der Herzinsuffizienz eröffnet. Neben der bereits erwähnten Immuntherapie gibt es mehrere innovative Behandlungsansätze. So könnte beispielsweise die geringe Regenerationskraft der Herzmuskelzellen durch Stimulation massiv erhöht werden. Darüber hinaus lassen sich nun im Labor gezüchtete Herzmuskelzellen entweder in das Herz injizieren oder als eine Art Pflaster auf das Herz aufnähen. Für weitere Information lesen Sie den Artikel: „Neues Herz-Pflaster stärkt das Herz nach einem Infarkt“.

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Alzheimer-Forschung: Erster wirksamer Impfstoff entwickelt – Erfolge wurden bestätigt!

Impfstoff gegen Alzheimer bald verfügbar?

Alzheimer betrifft viele ältere Menschen auf der ganzen Welt. Bisher gibt es leider immer noch kein Heilmittel für die Alzheimer-Krankheit. Wird sich dies dank der neusten Forschung auf diesem Gebiet in naher Zukunft ändern? Forschende gaben bekannt, dass sie bei der Suche nach einen Heilmittel für Alzheimer riesige Fortschritte gemacht und ein Impfstoff entwickelt haben, welcher Verklumpungen von Tau-Protein im Gehirn beseitigt.


Bei der aktuellen Untersuchung der University of New Mexico (UNM) konnte jetzt ein Impfstoff mit virusähnlichen Partikeln entwickelt werden, welcher Verklumpung von Tau-Protein beseitigt. Die Ergebnisse wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „NPJ Vaccines“ veröffentlicht.

Alzheimer ist eine Erkrankung, welche sich erheblich auf das Zusammenleben mit anderen Menschen auswirkt. Nicht nur Betroffene auch Familienangehörige leiden stark unter der Krankheit. (Bild: Photographee.eu/fotolia.com)

Etwa einer von drei Senioren weltweit leidet an Alzheimer

Die Alzheimer-Krankheit ist eine progressive Gedächtnisstörung, welche schätzungsweise einen von drei Senioren weltweit betrifft, was insgesamt etwa 43 Millionen Menschen ergibt. Es wird angenommen, dass die Krankheit durch eine langsame Zerstörung der Gehirnzellen verursacht wird, die mit einem Protein namens Tau zusammenhängt. Insbesondere sind neurofibrilläre Bündel (Neurofibrillary tangles; NFT), Ansammlungen von gesättigten Tau-Proteinen, ein primärer Marker für Alzheimer.

Wie funktioniert der Impfstoff

Die Forschenden entwickelten jetzt einen Impfstoff mit virusähnlichen Partikeln. Dieser ist in der Lage, die Tau-Ansammlungen bei Mäusen zu beseitigen, welche speziell gezüchtet wurden, um ähnliche Symptome wie menschliche Alzheimer-Patienten zu entwickeln. „Wir freuen uns über diese Ergebnisse, denn sie scheinen darauf hinzudeuten, dass das körpereigene Immunsystem genutzt werden kann, um Antikörper gegen vorhandene Ablagerungen zu bilden. Diese Antikörper binden und beseitigen die Tau-Bündel tatsächlich“, berichtet Studienautorin Nicole Maphis von der University of New Mexico in einer Pressemitteilung.

Impfstoff wirkt bei Mäusen

Als der Impfstoff Mäusen verabreicht wurde, entwickelten sie Antikörper, um das Tau-Protein aus ihrem Gehirn zu entfernen. Die sogenannten Tau-Clearing-Antikörper blieben monatelang im Gehirn der Mäuse erhalten. Die behandelten Mäuse schnitten in labyrinthartigen Tests besser ab, zeigten während einer MRT-Untersuchung eine geringere Schrumpfung des Gehirns und weniger Verwicklungen sowohl im Kortex als auch im Hippocampus (Bereiche im Gehirn, welche normalerweise durch Alzheimer zerstört werden). „Diese Ergebnisse bestätigen, dass durch gezielte Behandlung der Tau-Bündel mithilfe eines Impfstoffs Gedächtnisstörungen beseitigt werden können und das Absterben von Neuronen verhinderbar wird“, erklärt Maphis weiter.

Weitere Forschung an Menschen ist nötig

Während der Vorgang gerade erfolgreich an Mäusen getestet wurde, versuchen die Forschenden bereits Finanzmittel für die Vermarktung des Impfstoffs zu erhalten, um diesen weiterzuentwickeln und auch an Menschen zu testen. Die pharmazeutische Forschung deutet darauf hin, dass eine Heilung von Alzheimer möglicherweise nicht mehr so weit entfernt ist. Alzheimer ist eine verheerende und tödliche Krankheit, wobei die Zahl der betroffenen Menschen täglich steigt. Es wird daher dringend zeitnah ein wirksames Heilmittel benötigt.

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Jungbrunnen erforscht? Verlängerte Lebenserwartung durch Injektion dieses bestimmten Proteins

Wie eine Infusion die Lebenserwartung erhöhen kann

Kann ein im Blut enthaltenes Protein in Zukunft dazu verwendet werden, um unsere generelle Lebenserwartung zu erhöhen? Forschende fanden jetzt heraus, dass die Injektion eines Proteins aus dem Blut jüngerer Mäuse eine Art Jungbrunnen für älterer Mäuse zu sein scheint. Die Infusion führte dazu, dass sich die Lebenserwartung der Tiere um fast 20 Prozent erhöhte.


Bei der aktuellen Untersuchung der Washington University School of Medicine in St. Louis, Missouri wurde festgestellt, dass ein Protein im Blut von jüngeren Mäusen, welches älteren Mäusen injiziert wurde, die Lebensdauer der älteren Tiere verbessert. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „Cell Metabolism“ publiziert.

Kann eine Infusion eines bestimmten Proteins in Zukunft zu einem längeren Leben oder einer längeren Jugend beitragen? (Bild: master1305/fotolia.com)

Was ist eNAMPT?

Ein Protein mit der Bezeichnung eNAMPT, welches im Blut von jüngeren Mäusen vorkommt, kann ältere Nagetiere gesund und länger am Leben halten. Bei älteren Mäusen, denen das Protein injiziert wurde, verbesserten sich die kognitive Funktion und die Schlafqualität und die Tiere hatten eine um fast 20 Prozent verlängerte Lebensdauer. Beim Menschen entspricht dies einer massiven Verlängerung der Lebenserwartung von 79 auf 91 Jahre, berichten die Autoren der Studie. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Methode das Geheimnis zur Abwehr von altersbedingten Krankheiten und eine Anti-Aging-Methode für den Menschen sein könnte. Das Protein eNAMPT spielt normalerweise eine Rolle bei der Energieerzeugung. Mit zunehmendem Alter des Körpers verlieren die Zellen jedoch an Effizienz bei der Erzeugung dieser Energie, die als NAD bezeichnet wird, erklären die Forschenden. Da bekannt ist, dass NAD mit zunehmendem Alter unvermeidlich abnimmt, sind viele Forschende daran interessiert, Anti-Aging-Maßnahmen zu finden, welche die NAD-Werte im Alter aufrechterhalten können.

eNAMPT erhöht eindeutig die Lebenserwartung

Bei der aktuellen Untersuchung wurde einer Gruppe älterer Mäuse konzentriertes eNAMPT aus jüngeren Mäusen verabreicht und eine andere Gruppe erhielt eine Kochsalzlösung. Die Mäuse in der Gruppe, die die Salzlösung erhielten, starben alle innerhalb von etwa 2,4 Jahren, während die Tiere, denen eNAMPT verabreicht wurde, etwa 2,8 Jahre lebten. Dies bedeutet, dass die Lebensdauer der Mäuse in der Proteingruppe ungefähr 16 Prozent höher war als bei den Tieren in der Kontrollgruppe. Ältere Mäuse mit einer höheren Konzentrationen dieser Blutkomponente hatten zusätzlich auch eine bessere Schlafqualität, eine verbesserte kognitive Funktion bei Gedächtnistests und liefen mehr in den Rädern in ihren Käfigen, berichten die Autoren. Es ist bemerkenswert, dass eNAMPT aus dem Blut junger Mäuse entnommen und älteren Mäusen verabreicht werden kann, was dazu führt, dass die älteren Mäuse eine deutliche Verbesserung ihres Gesundheitszustands aufweisen, einschließlich gesteigerter körperlicher Aktivität und einem besseren Schlaf, fügen die Forschenden hinzu.

Welche Rolle spielt der Hypothalamus?

Der Grund, warum wir schneller altern, wenn ein Abbau der Proteine vorliegt, hängt wohl mit dem Hypothalamus zusammen, mutmaßen die Autoren. Der Hypothalamus ist die Region des Gehirns, von der bekannt ist, dass sie für das Sozialverhalten und die Hormonproduktion wichtig ist. Er wird zu einem großen Teil von dem untersuchten Protein reguliert. Erst kürzlich wurde entdeckt, dass Stammzellen im Hypothalamus den Alterungsprozess des Körpers steuern. Da der Spiegel des untersuchten Schlüsselproteins während des Alterns abnimmt, funktioniert der Hypothalamus nicht mehr so gut, weshalb sich die Lebensdauer verkürzt, vermuten die Forschenden. Für zukünftige Forschung möchte das Team untersuchen, ob niedrige Spiegel des eNAMPT-Proteins mit Krankheiten bei älteren Menschen assoziiert sind und ob es als Anti-Aging-Intervention eingesetzt werden kann. (as)

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Migräne: Das hilft tatsächlich bei starken Kopfschmerzen

Migräne: Vorbeugemaßnahmen und frühzeitige Behandlung

Gesundheitsexperten zufolge leidet mehr als jeder Zehnte in Deutschland an Migräne. Die Volkskrankheit verursacht hämmernde Kopfschmerzen, die betroffene Patienten regelrecht außer Gefecht setzen können. Fachleute erklären, was Patienten hilft und wie vorgebeugt werden kann.


Jeder zehnte Deutsche betroffen

Fast jeder zehnte Deutsche leidet an Migräne. Typisch für die Volkskrankheit sind pochende, hämmernde und meist einseitige Kopfschmerzen. Oft kommen weitere Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, Schwindel sowie Appetitlosigkeit hinzu. Zudem sind viele Betroffene geräusch- und lichtempfindlich. Die Beschwerden werden häufig mit Medikamenten behandelt. Es gibt aber noch weitere Therapiemöglichkeiten. Und auch verschiedene Vorbeugemaßnahmen.

Millionen Menschen in Deutschland leiden an Migräne. Die hämmernden Kopfschmerzen können die Patienten völlig aus dem Alltag reißen. Gesundheitsexperten erklären, was Betroffenen helfen kann. (Bild: Rawpixel.com/fotolia.com)

Migräneanfall kündigt sich oft schon vorher an

In den meisten Fällen kündigt sich eine Migräneattacke schon früh an. So lässt bei vielen Patienten die Konzentration nach, es kommt zu Müdigkeit, Gereiztheit und depressiven Verstimmungen.

Manchmal ist aber auch das Gegenteil der Fall, wie die Krankenkasse DAK Gesundheit auf ihrer Webseite erklärt: die Betroffenen fühlen sich hellwach und energiegeladen.

Laut den Experten kommt es bei jedem zehnten Migräniker zur Aura: dieses neurologische Symptom einer Migräne äußert sich häufig in Sehstörungen wie farbige Blitze, flimmernde Zickzacklinien, Kreise oder milchige Schleier.

Einige Migränepatienten spüren auch ein Kribbeln oder Schwäche in einem Arm oder Bein. Die Migräne-Schmerzen treten oft nur auf einer Kopfseite auf und verschlimmern sich bei Bewegung.

Bei vielen Betroffenen kommen Licht-, Geruchs-, Geräusch- und Berührungsempfindlichkeit hinzu.

Verschiedene Ursachen

Doch wie kommt es eigentlich zu einem Migräneanfall? Es sind noch nicht alle Ursachen von Migräne geklärt.

Fachleute gehen davon aus, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen. Zu den unmittelbaren Auslösern eines Migräneanfalls zählen unter anderem hormonelle Schwankungen. Dies gilt laut der der Krankenkasse vor allem für Frauen vor und während der Menstruation

Weitere Auslöser (Trigger) sind zu wenig oder zu viel Schlaf, Stress sowie manche Lebens- und Genussmittel, insbesondere Alkohol und Kaffee.

Umweltfaktoren sowie das Wetter können ebenfalls eine Rolle spielen. Die Wirkung ist aber individuell unterschiedlich.

Der DAK zufolge steht fest, dass eine Migräneattacke in den Nervenkerngebieten des Hirnstamms ihren Ausgang nimmt.

Durch die genannten Auslöser kommt es demnach zur explosionsartigen Freisetzung sogenannter vasoaktiver Peptide. Dabei handelt es sich um spezielle Entzündungsstoffe. Diese erweitern die Gehirngefäße, die anschwellen und sich entzünden. Die Folge ist dann der Migräneanfall.

Beschwerden möglichst genau beschreiben

Weil es so viele unterschiedliche Arten von Kopfschmerzen gibt, wissen viele Betroffene gar nicht, dass sie unter Migräne leiden.

Deshalb spielt bei der Diagnose die Anamnese eine wichtige Rolle. In einem ausführlichen Gespräch mit dem Arzt gilt es, die Beschwerden möglichst genau zu beschreiben.

Hilfreich kann hierbei ein Kopfschmerztagebuch sein. In dieses wird eingetragen, unter welchen Umständen die Kopfschmerzen jeweils auftreten und wie lange sie anhalten.

Zudem sollte der Mediziner erfahren, um welche Art von Schmerzen es sich handelt. Um andere Kopfschmerzarten auszuschließen, ist es in manchen Fällen notwendig, bildgebende Verfahren wie eine Computertomografie des Kopfes durchzuführen.

Was Patienten helfen kann

Zur Senkung der Attacken-Häufigkeit werden derzeit medikamentöse und nicht-medikamentöse Verfahren eingesetzt.

Betroffenen wird von Fachleuten oft geraten, nicht vorschnell zu Medikamenten zu greifen. Denn dauerhaft eingenommen führen Migräne-Schmerzmittel zu mehr Anfällen.

Viele Patienten können ihre Beschwerden ohnehin auch gut durch Hausmittel gegen Migräne in den Griff bekommen.

Empfohlen wird unter anderem, sich bei Schmerzattacken in einen ruhigen, abgedunkelten Raum zurückzuziehen, um sich vor äußeren Reizen abzuschirmen.

Helfen können zudem sanfte Massagen mit Pfefferminzöl an Schläfen und Stirn. Auch ein kühlendes Tuch auf der Stirn kann für Linderung sorgen.

Wer Medikamente braucht, kann zu Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen greifen. Laut der DAK Gesundheit haben sich bei besonders schweren Migräneanfällen Triptane als gut wirksame Medikamente erwiesen.

Diese verschreibungspflichtigen Arzneimittel greifen direkt dort an, wo der Schmerz im Gehirn entsteht.

Die als Tablette, Fertigspritze oder Nasenspray erhältlichen Mittel wirken gefäßverengend, entzündungshemmend und setzen die Schmerzempfindlichkeit der Nervenzellen herab.

Und wie Studie gezeigt haben, können auch Medikamente, die Pestwurz enthalten, eine Attacke vorbeugen. Zudem soll Pestwurz in der Lage sein, die Zahl der Migräneanfälle zu reduzieren.

Richtig vorbeugen

Ideal ist, wenn man Maßnahmen ergreift, damit es gar nicht erst zu einem Migräneanfall kommt.

Dazu sollte man sich damit beschäftigen, wodurch die Beschwerden überhaupt ausgelöst werden. Helfen kann dabei ein Migränetagebuch. Hat man die Auslöser identifiziert, sollte man ihnen in der Folge ausweichen.

Eine geregelte Lebensweise, Ausdauersport und Entspannungsübungen können ebenfalls vorbeugend wirken. (ad)

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Abnehmen: Wasser mit Kohlensäure kann laut Studie Übergewicht fördern

Wasser mit Kohlensäure steigert den Appetit

Wasser hat keine Kalorien. Wasser mit Kohlensäure auch nicht. Dennoch soll die in vielen Getränken enthaltene Kohlensäure Übergewicht fördern. Das jedenfalls stellten Forschende der Universität Birzeit fest. Denn Kohlensäure regt den Appetit an und verleitet so zu übermäßigem Essen.


Für eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme sorgen

„Wasser ist lebensnotwendig. Trinken Sie rund 1,5 Liter Flüssigkeit jeden Tag. Bevorzugen Sie Wasser – ohne oder mit Kohlensäure“, schreibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in ihren 10 Regeln zu vollwertiger Ernährung. Einer neuen Studie zufolge sollte man aber wohl besser Wasser ohne Sprudel trinken, denn Kohlensäure kann offenbar Übergewicht begünstigen.

Einer neuen Studie zufolge regt Wasser mit Kohlensäure den Appetit an und kann daher in der Folge Übergewicht begünstigen. Schuld daran ist demnach das Hormon Ghrelin. (Bild: GianlucaCiroTancredi/fotolia.com)

Zusammenhang zwischen Kohlensäure und Gewichtszunahme

Mineralwasser gehört zu den Lieblingsdrinks der Deutschen. Es sollte zwar prickeln aber nicht zu stark: „Die meisten Bundesbürger kaufen Mineralwasser mit mittlerem Kohlensäuregehalt – auch Medium genannt“, so die Stiftung Warentest auf ihrer Webseite.

Auch in anderen europäischen Ländern sind kohlensäurehaltige Getränke äußerst beliebt. Das könnte – neben vielen anderen – einer der Gründe sein, warum Europäer immer dicker werden.

Denn in einer neuen palästinensischen Studie wurde nun ein klarer Zusammenhang zwischen Kohlensäure und Gewichtszunahme festgestellt.

Die Ergebnisse der Untersuchung von Wissenschaftlern der Universität Birzeit in Ramallah wurden vor im Fachmagazin „Obesity Research and Clinical Practice Journal“ veröffentlicht.

Appetitanregendes Hormon Ghrelin

Um zu ihren Ergebnissen zu gelangen, hatten die Forscher um Professor Johnny Stiban Ratten in zwei Gruppen aufgeteilt, die unter gleichen Bedingungen gehalten wurden, aber unterschiedliche Getränke bekamen – mit oder ohne Kohlensäure.
Es zeigte sich, dass die Nager, die kohlensäurehaltige Getränke zu sich nahmen, im Laufe des einjährigen Untersuchungszeitraums schneller zunahmen, als die Tiere der Kontrollgruppe.

Die Wissenschaftler liefern auch eine Erklärung dafür. Wie es in einer Mitteilung der Universität heißt, hatten die Ratten, die mit Sprudelgetränken versorgt wurden, erhöhte Mengen des Hormons Ghrelin im Körper.

Dieses sorgt auch beim Menschen dafür, dass er mehr Appetit bekommt. Ghrelin ist beispielsweise auch mitverantwortlich dafür, warum regelmäßige Bewegung hilfreich beim Abnehmen ist. Denn beim Sport wird das appetitanregende Hormon reduziert.

Die Experten stellten weiterhin fest, dass bei den Tieren auch die Fettwerte der Leber deutlich erhöht waren.

Leitungswasser statt kohlensäurehaltige Getränke

Nach dem Rattenexperiment wurden 20 männliche Studenten nach dem Einnehmen verschiedener Getränke auf ihre Ghrelin-Werte getestet und damit die Ergebnisse der Studie unter Beweis gestellt.

Auch bei den menschlichen Studienteilnehmern waren die Werte des appetitanregenden Hormons erhöht.

„Das Ergebnis der Studie zeigt, dass Kohlensäure in Softdrinks wegen der Ghrelin-Freisetzung und der damit verbundenen Stimulierung des Appetits eine wichtige Rolle für die Gewichtszunahme und den Beginn von Adipositas bei männlichen Säugetieren spielt“, so die Forscher.

Dass Softdrinks oft Ursache für Übergewicht sind, liegt aber viel stärker an den enorm hohen Mengen an Zucker, die darin enthalten sind.

Italienische Studie zeigte eine ähnliche Wirkung

Die Ergebnisse der palästinensischen Untersuchung sind jedoch nicht ganz neu. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, hat eine Studie italienischer Wissenschaftler bereits 2011 eine ähnliche Wirkung gezeigt.

René Csuk, Professor für Organische Chemie an der Universität Halle-Wittenberg, erklärte laut der Zeitung: „Das Geschehen ist allerdings wesentlich komplexer, als es mit diesen Studien suggeriert wird.“

Dem Experten zufolge ist bekannt, „dass der Ghrelinspiegel gestiegen ist, wenn karbonisiertes Wasser verwendet wurde, und sicher ist auch, dass die Probanden, die das Wasser mit Kohlensäure getrunken haben, danach mehr Nahrung aufnahmen.“

Es sei jedoch zu kurz gegriffen, daraus zu schließen, dass man dünn bleibe, wenn man auf Sprudelwasser verzichtet. Schließlich sei Ghrelin nur eines von vielen Hormonen, die an der Appetitregulation beteiligt sind.

Wie die FAZ schreibt, macht uns Ghrelin nicht nur hungrig, sondern auch glücklicher und hat zudem einen nicht zu unterschätzenden Langzeiteffekt.

Andere relevante Hormone wie Leptin, Glucagon, Serotonin oder Cholezystokonin seien nicht getestet worden.

Außerdem wurden sowohl in der palästinensischen als auch der italienischen Studie lediglich kleine Effekte beobachtet und die Zahl der Probanden war mit zwanzig beziehungsweise zehn sehr gering. (ad)

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Depressionen: Ein Antibiotikum könnte helfen

Wirksamkeit wird geprüft: Ein Antibiotikum zur Behandlung von Depressionen?

Immer mehr Menschen weltweit leiden an einer Depression. Die psychische Erkrankung wird in vielen Fällen mit Medikamenten (Antidepressiva) behandelt. Doch diese wirken nicht bei allen Patienten. Möglicherweise könnte Betroffenen ein Antibiotikum helfen.


Zahl der Menschen mit Depressionen nimmt zu

Einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge ist die Anzahl der Menschen mit Depressionen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist. Weltweit sollen mehr als 300 Millionen Menschen betroffen sein – vor allem in den modernden Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften. Auch in der EU leiden immer mehr Menschen an der psychischen Krankheit, insbesondere im höheren Alter. Laut Schätzungen erleiden rund jede vierte Frau und jeder achte Mann in Deutschland im Laufe ihres Lebens einmal oder sogar mehrfach eine Depression.

Nicht alle Patienten mit einer Depression sprechen auf die zur Verfügung stehenden Medikamente an. Möglicherweise könnte ihnen ein Antibiotikum helfen. (Bild: Africa Studio/fotolia.com)

Nicht alle Patienten sprechen auf die Medikamente an

Bei der Behandlung von Depressionen kommen in der Regel Medikamente (Antidepressiva) und Psychotherapie zum Einsatz.

Doch die Arzneien helfen längst nicht allen Patienten. Das sagt auch Professorin Isabella Heuser, Leiterin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité – Universitätsmedizin Berlin auf dem Campus Benjamin Franklin.

„Zwar stehen effektive und gut verträgliche Arzneimittel gegen mittelschwere und schwere Depressionen zur Verfügung. Doch rund ein Drittel der Patienten spricht auf diese Medikamente leider nicht an“, erklärt die Expertin in einer Mitteilung der Freien Universität (FU) Berlin.

Bei einigen Betroffenen ist das Immunsystem aktiviert

Wie in der Mitteilung erläutert wird, sind Depressionen, ausgelöst etwa durch Stress, Beziehungsprobleme, Scheidung oder den Verlust eines nahen Angehörigen, Erkrankungen, die mit körperlichen Veränderungen einhergehen.

So gehören zum depressiven Beschwerdebild neben Niedergeschlagenheit, Schlafproblemen, Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Appetitlosigkeit, Libidoverlust und dem Gefühl, nur noch „auf Autopilot“ arbeiten können, auch Veränderungen im Hormonspiegel, was bei Frauen zum Beispiel zum Ausbleiben der Monatsblutung führen kann.

Aber das ist noch nicht alles. „Wir wissen inzwischen, dass bei einem Teil der Patienten das Immunsystem aktiviert ist. Und das, obwohl keine Infektion durch Bakterien, Viren oder Pilze vorliegt“, erläutert Heuser.

Die Expertin und einige Kolleginnen und Kollegen vermuten, dass davon genau das Drittel der Patienten betroffen ist, denen eine herkömmliche antidepressive Therapie nicht hilft.

Es ist jedoch noch unklar, was Ursache und was Wirkung ist: Wird durch Stress zuerst das Immunsystem aktiviert und löst die Depression aus? Oder werden durch eine Depression vermehrt Stresshormone ausgeschüttet, die dann das Immunsystem stimulieren?

Stressantwort und Immunantwort sind bekanntermaßen eng miteinander verflochten.

Gute Ergebnisse mit Antibiotikum erzielt

„Auch wenn wir die pathophysiologische Kausalkette noch nicht aufzeigen können: Das bedeutet nicht, dass wir nicht versuchen können, das überaktive Immunsystem zu beruhigen“, so Heuser, „und zwar mit Minocyclin, einem bewährten und gut verträglichen Antibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline.“

Dieses Medikament wirke nicht nur antibakteriell, sondern auch entzündungshemmend und neuroprotektiv, schütze also Nervenzellen und -fasern.

Minocyclin kann – anders als die meisten anderen Antibiotika – die Blut-Hirn-Schranke überwinden, die das Gehirn normalerweise vor Krankheitserregern oder Stoffen schützt, die im Blut zirkulieren.

Das ist in diesem Fall entscheidend, da das Gehirn sein eigenes Immunsystem hat, was ebenfalls aktiviert wird, wenn der Körper entzündungsfördernde und entzündungshemmende Botenstoffe, die sogenannten Zytokine, ausschüttet.

„Aus Tierstudien wissen wir, dass Mäuse, die experimentell depressiv gemacht wurden, aktivierte Immunzellen im Gehirn haben. Nach Minocyclin-Gabe vermindert sich deren Aktivität deutlich“, sagt die Psychiaterin.

Eine kanadische Studie aus dem Jahr 2017 hat die gute antientzündliche Wirkung des Antibiotikums auf das Gehirn von Patienten mit Multipler Sklerose (MS) gezeigt.

Und es gab auch schon Pilotstudien mit depressiven oder bipolaren Probanden, die ebenfalls vielversprechend verliefen.

Arzneimittel zeigt kaum Nebenwirkungen

Isabella Heuser leitet derzeit eine multizentrische Doppelblindstudie, um die Wirksamkeit von Minocyclin bei Depression an 160 Probanden zu erforschen.

Dabei wissen weder die Versuchsleitung noch der teilnehmende Patient, wer den Wirkstoff und wer ein Placebo erhält.

Beteiligt sind neben der FU Berlin die Universitätskliniken in Aachen, Erlangen, Frankfurt, Göttingen, München und Regensburg sowie das Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München.

Wie es in der Mitteilung heißt, wird Minocyclin seit langem erfolgreich gegen Akne und Rheuma eingesetzt und zeigt kaum Nebenwirkungen.

Was aber passiert eigentlich im Gehirn, wenn dessen Immunsystem auf die Barrikaden geht? „In bestimmten Hirnarealen, wie dem Limbischen System, das unsere Emotionen reguliert, beeinflussen Zytokine die Wirkung von Botenstoffen wie Dopamin, Noradrenalin und Acetylcholin“, erklärt Heuser.

„Das führt zu Verhaltensänderungen.“ Störungen des Limbischen Systems, das auch für die Ausschüttung von Glückshormonen (Endorphinen) verantwortlich ist, werden als Ursache verschiedener Erkrankungen angesehen, darunter posttraumatische Belastungsstörungen, Autismus und eben auch Depressionen.

Medikament könnte gegen Depression zugelassen werden

Menschen, die mit einer echten Infektion kämpfen – etwa einer Influenza (Grippe) – zeigen ebenfalls ein verändertes Verhalten: Sie fühlen sich schlapp, energielos, haben wenig Appetit, ziehen sich zurück, und sind kaum noch arbeitsfähig.

Symptome, die denen einer Depression stark ähneln, was für die Theorie eines Zusammenhangs zwischen Depression und aktiviertem Immunsystem spricht.

Die Probanden erhalten über sechs Wochen eine gleichbleibende Dosis Minocyclin und werden in dieser Zeit einmal wöchentlich ausführlich zu ihrem Befinden befragt.

Nach sechs Monaten werden sie erneut einbestellt. Vor und nach der Antibiotikatherapie wird ihnen Blut abgenommen und auf alle bekannten Zytokine hin untersucht.

„Wir hoffen, am Ende zeigen zu können, dass Probanden, die diese Entzündungsmarker haben, tatsächlich positiv auf das Antibiotikum reagiert haben“, so Heuser.

Im Idealfall zeige sich bei ihnen sogar ein ganz spezifisches Zytokin-Muster. Sollte Minocyclin den Erwartungen entsprechen und bald auch als Medikament gegen Depression zugelassen werden, könne dieses Muster im Blut eines Patienten – so hofft die Professorin – vorab ein sicherer Hinweis auf den Therapieerfolg sein.

Interessierte für die ambulante Minocyclin-Studie können sich noch bis September 2019 bei der Studienärztin Vera Clemens melden (E-Mail: vera.clemens@charite.de).

Voraussetzung für eine Teilnahme ist, dass zuvor zwei abgeschlossene antidepressive Therapieversuche mit unterschiedlicher Medikation fehlgeschlagen sind. Mit den Ergebnissen der Studie wird Anfang 2020 gerechnet. (ad)

Quellenangaben

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Schlechte Mundgesundheit erhöht das Risiko an Leberkrebs zu erkranken

Wie sich unsere Mundgesundheit auf Leberkrebs auswirkt

Forschende analysierten jetzt die Beziehung zwischen dem Risiko für Krebs und selbst berichteten Mundgesundheitszuständen wie schmerzhaftem oder blutendem Zahnfleisch, Mundgeschwüren und losen Zähnen. Es stellte sich dabei heraus, dass eine schlechte Mundgesundheit das Risiko für Leberkrebs erhöht.


Bei der aktuellen Untersuchung der Queen’s University Belfast wurde festgestellt, dass unsere Mundgesundheit sich auf unser Risiko für Leberkrebs auswirkt. Die Autoren der Studie veröffentlichten jetzt eine Pressemitteilung zu den Ergebnissen.

Sind die Zähne durch Karies und Parodontose in einem schlechten Zustand, kann dies das Risiko für Leberkrebs erhöhen. (Bild: Igor Gromoff/fotolia.com)

Schlechte Mundgesundheit erhöht das Risiko für viele Krankheiten

Bei der Untersuchung wurde keine signifikante Assoziationen bezüglich des Risikos der meisten Magen-Darm-Tumore und einer schlechten Mundgesundheit festgestellt. Es konnte aber ein wesentlicher Zusammenhang mit Leberkrebs beobachtet werden. „Eine schlechte Mundgesundheit war mit dem Risiko für verschiedene chronische Erkrankungen wie Herzkrankheiten, Schlaganfall und Diabetes verbunden“, erklärt Studienautor Dr. Haydée WT Jordão von der Queen’s University in Belfast in einer Pressemitteilung. „Es gibt jedoch inkonsistente Belege für die Assoziation zwischen schlechter Mundgesundheit und bestimmten Arten von Magen-Darm-Krebs, die mit unseren Untersuchungen analysiert werden sollten“, fügt der Experte hinzu.

Wie gefährlich ist Leberkrebs?

Leberkrebs ist die sechst tödlichste Krebserkrankung in der EU und fordert das Leben von knapp 60.000 Menschen pro Jahr. Die 5-Jahres-Überlebensrate für die Krankheit in ganz Europa liegt bei nur elf Prozent. Es wird angenommen, dass bis zur Hälfte der Fälle von Leberkrebs vermeidbar sind, wobei Risikofaktoren häufig im Zusammenhang mit dem Lebensstil stehen, wie beispielsweise Übergewicht, Fettleibigkeit, Rauchen und Alkoholkonsum.

Es nahmen über 460.000 Menschen an der Studie teil

Von den 469.628 Teilnehmenden entwickelten 4.069 während der (durchschnittlichen) Nachbeobachtungszeit von sechs Jahren Magen-Darm-Krebs. In 13 Prozent dieser Fälle berichteten die Patienten von einer schlechten Mundgesundheit. Bei Teilnehmenden mit schlechter Mundgesundheit war die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie jünger und weiblich waren, in benachteiligten sozioökonomischen Gebieten lebten und weniger als zwei Portionen Obst und Gemüse pro Tag konsumierten.

Weitere Forschung ist nötig

Die biologischen Mechanismen, durch die eine schlechte Mundgesundheit stärker mit Leberkrebs als mit anderen Krebsarten des Verdauungssystems in Verbindung gebracht wird, sind bisher noch ungewiss. Eine Erklärung ist die mögliche Rolle des Mund- und Darmmikrobioms bei der Krankheitsentwicklung. Die Leber trägt zur Eliminierung von Bakterien aus dem menschlichen Körper bei. „Wenn die Leber von Krankheiten wie Hepatitis, Leberzirrhose oder Krebs befallen wird, nimmt ihre Funktion ab und Bakterien überleben länger und können daher möglicherweise mehr Schaden anrichten“, erläutert Studienautor Jordão. Weitere Studien zum Mikrobiom und zu Leberkrebs seien daher dringend nötig.

Ändert sich bei schlechter Mundgesundheit die Ernährung?

Eine andere Theorie zur Erklärung des höheren Krebsrisikos aufgrund schlechter Mundgesundheit legt nahe, dass Teilnehmende mit einer hohen Anzahl fehlender Zähne ihre Ernährung möglicherweise ändern und weichere und weniger nahrhafte Lebensmittel konsumieren, was wiederum das Risiko für Leberkrebs beeinflusst. (as)

Quellenangaben

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