RKI-Warnung: Neue Grippewelle im Anflug – Influenza-Viren verbreiten sich rasant

Wird die diesjährige Grippewelle wieder so heftig wie letztes Jahr?

Das Robert Koch-Institut (RKI) warnt derzeit vor einem starken Anstieg der Influenza-Viren-Aktivität und ruft den Beginn einer neuen Grippewelle in Deutschland aus. Allein in der sechsten Kalenderwoche wurden über 14.000 Influenza-Fälle an das RKI übermittelt. 74 Personen starben bereits in dieser Grippesaison an Influenza.


Die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) am RKI berichtet derzeit wöchentlich über den Stand der Grippe-Situation in Deutschland. Laut dem aktuellen Influenza-Wochenbericht wurden in der sechsten Meldewoche 2019 bislang 14.341 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das Robert Koch-Institut übermittelt. Dies sei im Bereich einer stark erhöhten Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen.

Mit dem Niesen und Husten von Influenza-Erkrankten kann sich das Virus schnell über kleinste Tröpfchen in der Luft übertragen. (Bild: VadimGuzhva/fotolia.com)

Schlechtes Omen

Seit dem Beginn der Grippe Saison 2018/2019 sind somit 35.051 bestätigte Influenzafälle bekannt. Das RKI spricht von 74 Todesfällen in Zusammenhang mit Influenzavirusinfektionen. Aus den bereitgestellten Berichtsdaten geht hervor, dass es letztes Jahr im gleichen Zeitraum zu einem ähnlich rasanten Anstieg der Grippe-Fälle kam. Im vergangenen Jahr wütete bereits eine heftige Grippewelle in Deutschland und forderte massenhaft Todesfälle.

Wie steckt man sich mit einer Influenza an?

Laut RKI gelten Influenza-Viren als sehr ansteckend. Durch Niesen, Husten oder beim Sprechen setzen infizierte Menschen kleinste virushaltige Tröpfchen in die Luft ab, die von anderen Personen in näherer Umgebung eingeatmet werden können. Diese Portion von Viren reicht aus, um einen Menschen zu infizieren, insbesondere wenn diese Person kein starkes Immunsystem hat. Eine weitere gängige Ansteckungsmethode sind die eigenen Hände. Durch das Händeschütteln oder durch das Berühren von verunreinigte Gegenständen wie Türklinken, Haltegriffen oder Treppengeländern bleiben die Viren an den Händen haften. Wird die Hand dann später zum Gesicht geführt, können die Viren in den Körper gelangen.

Woran erkennt man eine Influenza?

Im Gegensatz zu einem grippalen Infekt beginnt eine Influenza typischerweise mit einem plötzlich einsetzenden Krankheitsgefühl, welches oft von Fieber, Halsschmerzen und trockenem Husten, Muskelspannungen, Gliederschmerzen, Rückenschmerzen und/oder Kopfschmerzen begleitet wird. Der Krankheitsverlauf kann von Person zu Person stark variieren. Bei manchen zeigen sich nur leichte Beschwerden, die nach fünf bis sieben Tagen wieder abklingen. Bei anderen entwickeln sich schwere Krankheitsverläufen mit heftigen Komplikationen wie Lungen-, Gehirn, oder Herzmuskelentzündungen. Im schlimmsten Fall endet eine Influenza tödlich. Senioren, Schwangere und Menschen mit chronischen Grunderkrankung gelten als Risikogruppe für schwere Krankheitsverläufe.

So können Sie sich vor den Viren schützen

Wie das RKI in einem Influenza-Krankheitssteckbrief berichtet, gilt die Impfung als bester Schutz gegen die Grippe. Daneben spielt aber auch die Hygiene eine wichtige Rolle. Durch regelmäßiges und richtiges Händewaschen mit Seife können Viren von den Händen entfernt werden, bevor sie in den Körper gelangen. Insbesondere wenn man Kontakt zu erkrankten Personen hatte, sollte darauf verstärkt geachtet werden. Auch sollten die eigenen Schleimhäute von Augen, Mund und Nase so wenig wie möglich mit den Händen berührt werden. Eine etwas unhöfliche aber effektive Maßnahme ist auch der Verzicht auf das Händeschütteln und einen Abstand von niesenden und hustenden Personen zu halten. Ebenso sollte ein zu enger Kontakt mit Erkrankten im häuslichen Umfeld nach Möglichkeit gemieden werden. (vb)

Bundesweite Rückrufaktion bei Lidl wegen Glassplitter – Diese Salz- und Pfefferstreuer-Produkte sind betroffen

Achtung: Böse Überraschung beim Würzen möglich!

Lidl Deutschland und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit warnen derzeit vor Glassplittern, die in drei verschiedene Salz- und Pfefferstreuer-Produkte gelangt sind, die bei Lidl vertrieben werden.


Betroffen sind drei Streuer der Marke „Kania Glas-Keramikmühle“ mit schwarzem Pfeffer, buntem Pfeffer oder Meersalz der Firma WEIAND GmbH. Wie der Hersteller mitteilt, wurde bei den betroffenen Produkten ein fehlerhaftes Glas verwendet, weshalb die Möglichkeit besteht, dass Glassplitter aus dem Mahlwerk fallen.

Diese drei Salz- und Pfeffermühlen, die bei Lidl verkauft werden, können Glassplitter enthalten und sollten nicht mehr verwendet werden. (Bild: lebensmittelwarnung.de)

Verletzungsgefahr! Streuer bitte nicht verwenden

„Aufgrund der möglichen Verletzungsgefahr beim Verzehr sollten Kunden den Rückruf unbedingt beachten und die Produkte keinesfalls verwenden“, warnt Lidl in einer Kundeninformation. Die Streuer wurden bei Lidl Deutschland in den Bundesländern Bayern, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen vertrieben. Folgende Produkte sind betroffen:

  • Kania Glas-Keramikmühle Pfeffer schwarz, 50 Gramm; Mindesthaltbarkeitsdatum Februar 2024
  • Kania Glas-Keramikmühle Pfeffer bunt, 40 Gramm; Mindesthaltbarkeitsdatum Februar 2023
  • Kania Glas-Keramikmühle Meersalz, 110 Gramm; Mindesthaltbarkeitsdatum Februar 2024

Die Mühlen können bei Lidl zurückgegeben werden

Wie Lidl Deutschland mitteilt, wurden die fehlerhaften Streuer bereits aus dem Verkauf genommen. Sollten Sie bereits ein betroffenes Produkt gekauft haben, können Sie dies in allen Lidl-Filialen auch ohne Vorlage des Kassenbons zurückgeben und erhalten den Kaufpreis zurück. Laut Lidl sind andere Produkte des Herstellers WEIAND GmbH nicht betroffen.

Welche Gefahren gehen von Plastikteilen im Essen aus?

Glassplitter im Essen können beim Kauen Schnitt- und Stichverletzungen im Mundraum sowie bleibende Zahnschäden verursachen. Werden die Splitter verschluckt drohen je nach Form und Größe Atembeschwerden oder Atemnot. Auch innere Blutungen sind nicht auszuschließen. Schlimmstenfalls droht Erstickungsgefahr. Weitere Informationen: Erste Hilfe bei gefährlichen Fremdkörpern im Körper. (vb)

Dringender Rückruf bei Lidl wegen Verletzungsgefahr – Plastikteilchen in Käseprodukt entdeckt

Verletzungsgefahr durch Plastiksplitter im geriebenen Käse von Lidl

Für unangenehme Überraschungen kann derzeit ein bei Lidl vertriebenes Käseprodukt sorgen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie Lidl Deutschland warnen vor Plastik-Fremdkörpern, die in den geriebenen Käse gelangt sind.


Betroffen ist das Produkt „Milbona Gouda jung gerieben, mindestens 7 Wochen gereift“ in der 250 Gramm Packung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 21. April 2019, dem Identitätskennzeichen NL Z 0507 i EG und den Losnummern 834799538051020190121 sowie 834799538051021190121.

Dieser geriebene Gouda von Lidl mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 21. April 2019 wird zurückgerufen. (Bild: lebensmittelwarnung.de)

Keinesfalls verzehren

Wie der Hersteller mitteilt, kann nicht ausgeschlossen werden, dass in dem betroffenen Produkt Kunststofffremdkörper enthalten sind. „Aufgrund der möglichen Verletzungsgefahr beim Verzehr sollten Kunden den Rückruf unbedingt beachten und das Produkt keinesfalls konsumieren“, warnt Lidl in einer Kundeninformation auf der Webseite des Discounters.

Haben Sie den geriebenen Käse bereits gekauft?

Nach Angaben von Lidl kann das betroffene Produkt in jeder Filiale auch ohne Vorlage des Kassenbons zurückgegeben werden. Der Kaufpreis werde erstattet. Der geriebene Käse von Delicateur wurde in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz vertrieben. Wie Lidl berichtet, wurde das Produkt bereits aus den Verkaufsregalen entfernt. Andere Produkte des Herstellers seien nicht betroffen.

Welche Gefahren gehen von Plastikteilen im Essen aus?

Kunststoffsplitter in Nahrungsmitteln können beim Kauen Schnitt- und Stichverletzungen im Mundraum verursachen. Wenn die Plastikteilchen verschluckt werden, können sie die Atmung behindern und für Atembeschwerden oder Atemnot sorgen. Schlimmstenfalls droht Erstickungsgefahr (siehe: Erste Hilfe bei gefährlichen Fremdkörpern im Körper). Des Weiteren können Fremdkörper abhängig von Form und Größe Entzündungen und/oder Magenbeschwerden auslösen. Auch innere Blutungen können nicht ausgeschlossen werden, falls die verschluckten Kleinteile spitz oder scharfkantig sind. (vb)
(Bild 1: Andrey Bandurenko/fotolia.com)

Diät: Gesundes Abnehmen im Alter durch eine kalorienarme Ernährung mit hohem Proteingehalt

Warum Eiweiß gerade im Alter so wichtig wird

Wenn Menschen älter werden, erschwert dies das Abnehmen teilweise erheblich. Im Alter Gewichtsabbau außerdem zu einem Muskel- und Knochenverlust beitragen, was ein Kraftverlust und ein erhöhtes Sturzrisiko nach sich zieht. Eine neue Studie aus den USA hat jetzt jedoch gezeigt, dass eine kalorienarme Ernährung mit einem hohen Eiweißgehalt ab dem Alter von 60 Jahren zu einem Gewichtsverlust führen kann, während die Muskelmasse und die Knochenqualität erhalten bleiben.


Die Wissenschaftler der Wake Forest University in North Carolina stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass eine Ernährung mit viel Eiweiß im gehobenen Alter zu einem Gewichtsverlust beiträgt, ohne dabei Muskeln oder Knochen zu schaden. Die Mediziner publizierten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigen Fachblatt „Annals of Nutrition and Metabolism“.

Eine eiweißreiche Ernährung kann beim Abnehmen und beim Muskelaufbau helfen. Gerade ältere Menschen sollten ausreichend Eiweiß zu sich nehmen, um Muskeln und Knochen zu schützen. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)

Eiweißreiche Ernährung erhält Muskelmasse

Für die neue Untersuchung wurden die Daten von einer randomisierten Kontrollstudie ausgewertet. Die Ergebnisse zeigten, dass eine eiweißreiche, kalorienarme Ernährung älteren Erwachsenen mit Übergewicht hilft, mehr an Gewicht zu verlieren, mehr Muskelmasse zu erhalten und die Knochenqualität zu verbessern.

Vorteile dieser Art der Ernährung

Gerade bei älteren Patienten scheuen sich viele Ärzte davor, ihnen zu empfehlen abzunehmen, weil sie befürchten, dass ein Verlust von Muskeln und Knochen zu Problemen mit der Mobilität führen oder das Verletzungsrisiko erhöhen könnte, erklären die Experten. Die Studie legt nun nahe, dass eine Ernährung mit einem hohen Proteingehalt und niedrigen Kalorien den Senioren die gesundheitlichen Vorteile der Gewichtsabnahme ermöglichen kann, während sie gleichzeitig die Muskeln und Knochen erhält, die für eine bessere Lebensqualität mit zunehmendem Alter benötigt werden. Das abgebaute Fett stammte überwiegend von Bauch, Hüften, Oberschenkeln und Rücken. Ein geringerer Fettanteil hilft bei der Vorbeugung oder Bekämpfung von Krankheiten wie Diabetes und Schlaganfällen.

Wie lief die Studie ab?

Für die Studie wurden 96 Erwachsene im Alter von über 65 Jahren zufällig einer von zwei Gruppen zugeordnet. Eine Gruppe folgte einem sechsmonatigen kalorienreduzierten Ernährungsplan, der täglich mehr als ein Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht sowie ausreichend Calcium und Vitamin D umfasste. Die zweite Gruppe von Probanden war lediglich eine Kontrollgruppe, die 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen sollte. Die Forschungsergebnisse zeigten, dass die Teilnehmenden der ersten Gruppe etwa 8,2 Kilogramm, das meiste davon Fett (87 Prozent), abnahmen und ihre Muskelmasse dabei erhielten. Die Kontrollgruppe verlor dagegen nur etwa 0,2 Kilogramm. Die Teilnehmenden erreichten außerdem eine verbesserte Bewertung von 0,75 Punkten auf Grundlage des US Healthy Aging Index, der Biomarker misst, um die Mortalität und Langlebigkeit vorherzusagen.

Sollten Richtlinien überarbeitet werden?

Die Studien deuten darauf hin, dass die aktuellen Richtlinien zur Aufnahme von Protein für ältere Menschen zu niedrig sein könnten, da Menschen mit zunehmendem Alter mehr Protein aufnehmen sollten, um so ihre Muskeln stark zu halten. (as)

Neue Studie: Anzahl von Liegestützen Hinweis auf unsere Herzgesundheit

Push-Ups fürs Herz

„Zeig mir, wie viel Liegestütze du schaffst und ich sage Dir, wie gesund du bist“, könnte demnächst vielleicht ein Arzt im Rahmen einer Diagnose verlangen. Denn eine neue Langzeitstudie der Harvard University zeigt einen Zusammenhang zwischen der Fähigkeit Push-Ups durchzuführen und dem Risiko eine Herzkrankheit zu entwickeln. Die Medizinerinnen und Mediziner der Studie halten dies für eine kostenlose und dennoch zuverlässige Methode, um das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen zu bestimmen.


Forschende des „Department of Environmental Health“ an der „Harvard T.H. Chan School of Public Health“ zeigten kürzlich in einer Langzeitstudie, dass sich bei Männern im mittleren Alter eine zuverlässige Aussage über die Herzgesundheit treffen lässt anhand der Anzahl an Liegestütze, die sie in einem Durchgang schaffen. Die Studienergebnisse wurden kürzlich in dem Fachjournal „JAMA Network Open“ veröffentlicht.

Studie: Wer im mittleren Alter über 40 Liegestütze schafft, erfreut sich einer guten Herzgesundheit. (Bild: Maridav/fotolai.com)

Harvard-Langzeitstudie beendet

Die Harvard Forschenden veröffentlichten kürzlich Gesundheitsdaten von über 1.100 männlichen Teilnehmenern, die in den Jahren 2000 bis 2010 gesammelt wurden. Die Männer waren im Durchschnitt 39,6 Jahre alt und hatten einen durchschnittlichen BMI von 28,7. Alle Probanden mussten zu Beginn der Studie zeigen, wie viel Liegestütze sie am Stück schaffen und ihre maximale Belastbarkeit wurde am Laufband gemessen. Danach mussten die Teilnehmer über einen Zeitraum von zehn Jahren zu einer jährlichen körperlichen Untersuchung und regelmäßig einen Fragebogen zu ihrem Gesundheitszustand ausfüllen.

Liegestütze besserer Indikator als Ausdauertest

„Überraschenderweise war die Pushup-Kapazität stärker mit dem Risiko für Herzkrankheiten assoziiert als die Ergebnisse der Tests mit dem Laufband “, berichtet der Erstautor der Studie Justin Yang in einer Pressemitteilung zu den Studienergebnissen. Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass die Pushup-Kapazität eine einfache und kostenlose Methode ist, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen schnell und einfach zu beurteilen.

Was sagt die Anzahl der Liegestütze aus?

Der Studie zufolge hatten Männer, die mehr als 40 Liegestütze in einem Durchgang schafften ein signifikant geringeres Risiko, innerhalb der nächsten zehn Jahre eine kardiovaskuläre Erkrankungen (einschließlich Herzinfarkt) zu entwickeln. Bei Männer, die weniger als zehn Push-Ups absolvieren konnten, war das Risiko für Herzkrankheiten dagegen erhöht.

Fitnesslevel sagt viel über die Herzgesundheit aus

„Objektive Beurteilungen der körperlichen Fitness werden als starke Prädiktoren für den Gesundheitszustand angesehen“, schreiben die Harvard-Forschenden. Die meisten Methoden seien jedoch zu teuer und zu zeitaufwändig, um sie in einer Routineuntersuchung zu verwenden. Die aktuelle Forschung zeige als erste Studie, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Anzahl der Liegestütze und dem Risiko für die Entwicklung einer kardiovaskulären Erkrankungen gibt.

Einen kleinen Hacken gibt es

„Da die Teilnehmer der Studie alle berufstätige Männern im mittleren Alter waren, sind die Ergebnisse möglicherweise nicht auf Frauen oder auf Männer anderen Alters sowie auf nicht aktive Menschen übertragbar“, resümieren die Forschenden. (vb)

Aldi-Rückruf: Schwere Durchfall-Erkrankungen durch Bakterienbefall in dieser Wurst

Krankmachende Bakterien in Aldi-Wurst gefunden

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit warnt derzeit vor einer Wurst, die bei Aldi Süd und in einigen Filialen von Aldi Nord vertrieben wird. Im Rahmen einer Untersuchung wurden in einer Probe des Produkts krankmachende Bakterien des Typs Listeria monocytogenes gefunden, die die ernste Erkrankung Listeriose auslösen können. Von dem Verzehr der Wurst wird dringend abgeraten.


Es handelt sich um den Artikel „Schinken-Rotwurst“ in der 100 Gramm Verpackung des Herstellers Franz Wiltmann GmbH & Co. KG. Die betroffene Wurst hat das Mindesthaltbarkeitsdatum 08. März 2019. Nach Angaben des Herstellers wurde die Ware in allen Filialen von Aldi Süd und in den drei Aldi Nord-Regionen Hannoversch Münden, Werl und Wittstock vertrieben.

Die Schinken-Rotwurst von Aldi in der 100 Gramm Packung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 08. März 2019 wird wegen gesundheitsgefährdenden Bakterien zurückgerufen. (Bild: Eisenhans/fotolia.com)

Mangelnde Informationen

Sowohl auf der Webseite von Aldi Nord als auch auf der Aldi-Süd Webseite wird nicht über den Rückruf informiert. Lediglich der Hersteller selbst warnt auf der Firmenwebseite vor der kontaminierten Wurstware. Eine Abbildung des Produktes wurde ebenfalls nicht zur Verfügung gestellt. Nach Angaben des Herstellers kann die gekaufte Wurstwaren in die Filialen von Aldi Süd und Aldi Nord zurückgebracht werden, wo dann der Kaufpreis erstattet wird. Andere Produkte der Firma Franz Wiltmann seien nicht betroffen.

Update
Aldi Nord und Süd haben mittlerweile auf den Rückruf reagiert und warnen in einer Kundeninformation auf den Webseiten der Unternehmen.

Listerien-Bakterien können gefährlich sein

Listerien im Essen können zahlreiche Beschwerden hervorrufen. So kann es beispielsweise zu grippeähnlichen Symptomen mit Fieber, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen kommen. Auch juckende Hautausschläge sind möglich. In manchen Fällen drohen schwere Komplikationen bei denen es zu gefährlichen Folgeerkrankungen wie einer Gehirnhautentzündung oder einer Blutvergiftung kommt. Besonders Menschen mit geschwächtem Immunsystem gehören zur Risikogruppe für schwere Verläufe. Dazu zählen beispielsweise ältere Menschen, HIV-Patienten, Alkoholkranke und Personen mit Diabetes.

Schwangere sind besonders gefährdet

Fast die Hälfte aller Listeriose-Fälle betreffen Schwangere, da sich das Immunsystem während einer Schwangerschaft verändert und es so anfälliger für die Bakterien wird. Die Listerien können außerdem auf das ungeborene Kind übertragen werden und so im schlimmsten Fall zu einer Früh- oder Totgeburt führen.

Listeriose ist meldepflichtig

Listeriose gehört in Deutschland zu den meldepflichtigen Krankheiten. Wer das betroffene Produkt verzehrt hat und im Anschluss die hier beschriebenen Symptome oder ein generelles Unwohlsein verspürt, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen und auf eine mögliche Listeriose hinweisen. Da die Erreger noch Wochen nach der Erkrankung im Darm verbleiben, ist eine besondere Hygiene der Sanitäranlagen ratsam, um eine weitere Verbreitung zu vermeiden. (vb)

Durchbruch: Diabetes erstmal geheilt!

Neue Hoffnung für Diabetes-Erkrankte

Einem internationalen Forschungsteam ist es kürzlich erstmals gelungen, Diabetes bei Mäusen zu heilen. Nach Angaben der Forschenden ist die zugrundeliegende Behandlung auch bei Menschen durchführbar. Eine Schlüsselrolle spielen dabei flexible Zellen, die in die Bauchspeicheldrüse implantiert werden.


Einem internationalen Team, bestehend aus Forschenden der Universität Bergen, der Université de Genève, der Harvard Medical School, der Universiteit Leiden und dem Oregon Stem Cell Center, gelang kürzlich ein Durchbruch in der Diabetes-Forschung. Zum ersten Mal ist es einem Wissenschaftsteam gelungen, Diabetes zu heilen – vorerst nur bei Mäusen. Die Forschenden sind jedoch der Meinung, dass die Therapie auch bei Menschen funktionieren kann. Die Studienergebnisse sind kürzlich in dem renommierten Fachjournal „Nature“ erschienen.

Gehört Insulin spritzen bald der Vergangenheit an? Forschende entdeckten eine bahnbrechende Methode, mit der die Bauchspeicheldrüse wieder die Insulinproduktion aufnimmt. Bei Mäusen konnte so eine Heilung der Diabetes erzielt werden. (Bild: dmitrimaruta/fotolia.com)

Flexible Zellen aus der Bauchspeicheldrüse

Die Forschenden fanden heraus, dass menschliche Zellen aus der Bauchspeicheldrüse ihre Aufgabe so abändern können, dass sie im Anschluss Diabetes bekämpfen. In Tierversuchen an Mäusen haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zuvor präparierte Zellen in die Bauchspeicheldrüse von Mäusen mit Diabetes implantiert. Im Anschluss erholten sich die Nager von der Erkrankung. Als die Zellen wieder entfernt wurden, kehrte die Diabetes zurück.

Zellen sind flexibler als bislang angenommen

Entgegen der bislang vorherrschenden Meinung, dass Zellen immer nur einen bestimmten Zweck erfüllen, zeigte das Team der Nature-Studie, dass sich menschliche Zellen viel besser in andere Zelltypen umwandeln lassen, als bislang angenommen. Die Forschenden konnten die Zellen so beeinflussen, dass sie ihre ursprüngliche Funktion veränderten.

Zellchen wechsel dich

Eine Schlüsselrolle spielen dabei Zellen, die das Hormon Glucagon in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produzieren. Normalerweise stößt das Hormon die Produktion von energiereicher Glucose an, was zu einer Erhöhung der Blutzuckerwerte führt. „Durch die Beeinflussung der Glucagon produzierenden Zellen im Pankreas haben wir die Zellen dazu gebracht, stattdessen Insulin herzustellen“, fasst Professor Helge Ræder, einer der Forschungsleiter, die Studienergebnisse in einer Pressemitteilung zusammen.

Zellen sind auch standhafter gegen Angriffe des Immunsystems

Darüber hinaus zeigte die Studie, dass die veränderten Zellen nicht nur Insulin produzieren, sondern auch resistenter gegen Angriffe des Immunsystems sind. Dies spielt insbesondere bei der Behandlung von Typ-1-Diabetes eine große Rolle, wo Insulin produzierende Zellen vom körpereigenen Immunsystem angegriffen werden. „Das bedeutet, dass wir wahrscheinlich die eigenen Zellen des Patienten verwenden können, ohne befürchten zu müssen, dass die manipulierten Zellen letztendlich vom Immunsystem zerstört werden“, erklärt der Professor.

Neue Therapien auch auf anderen Gebieten denkbar

Die Forschenden gehen mit der Bedeutung der Erkenntnis sogar noch einen Schritt weiter. Professor Ræder geht davon aus, dass sich diese Mechanismen nicht nur auf die Bauchspeicheldrüse beschränken. Er ist überzeugt davon, dass sich diese Zellflexibilität in vielen anderen Zelltypen im menschlichen Körper finden lässt und sich dadurch noch viele andere Erkrankungen heilen lassen. „Die Fähigkeit von Zellen zur Funktionsänderung kann für die Behandlung anderer durch den Zelltod verursachter Krankheiten wichtig sein“, so das Fazit des Wissenschaftlers. Als Beispiel nennt der Professor neurologische Erkrankungen, Herzinfarkt und Krebs. (vb)

Seltsame Zombie-Krankheit breitet sich weiter in Nord-Amerika aus – Jetzt erste Fälle auch in Europa

Liegen die Wurzeln der europäischen Vorstellung von Zombies im Voodoo? (Bild: Tabthipwatthana/fotolia.com)

Neue Studie zeigt: Auch Menschen sind gefährdet

Amerikanische Behörden berichten derzeit von der starken Ausbreitung einer rätselhaften Erkrankung, die von den amerikanischen Medien als „Zombie-Krankheit“ betitelt wird. Der Name wurde von den Symptomen der Krankheit abgeleitet, denn Betroffene zeigen eine drastische Gewichtsabnahme, Koordinationsschwierigkeiten, vermehrten Speichelfluss, mangelnde Angst und Aggressionen. Bislang sind nur Tiere, vorwiegend Elche und Rehe betroffen. Im Labor zeigte sich jedoch, dass auch Affen infiziert werden können. Somit bestehe laut den amerikanischen Behörden auch eine Gefahr für den Menschen.


Forschende der amerikanischen Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) warnen derzeit vor einer starken Ausbreitung der so bezeichneten „Zombie-Krankheit“. Dabei handelt es sich um die Chronic Wasting Disease (CWD – wörtlich übersetzt: Chronische Auszehrungskrankheit), die vorwiegend Hirsche, Elche und Rentiere befällt (beispielsweise Wapiti, Schwarz- und Weißwedelhirsche). Nach Angaben des CDC geben neuste Studien Anlass zur Sorge, dass auch Menschen gefährdet werden könnten. Die Krankheit endet bei den Tieren tödlich und es gibt derzeit keine Behandlungen oder Impfstoffe.

Liegen die Wurzeln der europäischen Vorstellung von Zombies im Voodoo? (Bild: Tabthipwatthana/fotolia.com)
Eine Krankheit, die Menschen in Zombies verwandelt, stellt ein beliebtes Thema in Horrorfilmen dar. Die Chronic Wasting Disease, die sich derzeit in den USA bei Tieren ausbreitet, kommt diesem Szenario wohl am nächsten und wird deshalb auch als „Zombie-Krankheit“ bezeichnet. (Bild: Tabthipwatthana/fotolia.com)

Bislang noch keine menschlichen Fälle bekannt

Wie die amerikanische Behörde berichtet, sind bisher noch keine Fälle von CWD-Infektionen bei Menschen gemeldet. „Tierstudien legen jedoch nahe, dass CWD ein Risiko für einige Arten von Affen darstellt“, warnen die Behörden in einer Mitteilung. In Laborstudien zeigte sich, dass Affen, die Fleisch von den infizierten Tieren aßen oder in Kontakt mit Gehirn- oder Körperflüssigkeiten kamen, auch an CWD erkrankten. Somit sei auch eine Ansteckung für den Menschen nicht auszuschließen.

USA, Kanada, Norwegen, Finnland und Südkorea betroffen

Laut CDC hat sich im Januar 2019 die Krankheit in mindestens 24 Bundesstaaten der Vereinigten Staaten sowie in zwei kanadischen Provinzen bei frei lebenden und gezüchteten Rehen und Elchen ausgebreitet. Es wurden auch Fälle in Norwegen und Finnland gemeldet. Außerdem wurde infiziertes Fleisch in Südkorea importiert, wo anschließend auch die ersten Fälle gemeldet wurden. „Sobald CWD in einem Gebiet auftaucht, können die Erreger für lange Zeit in der Umgebung verbleiben“, betonen die Gesundheitsbehörden.

Die Karte zeigt die Gebiete, in denen sich die Krankheit bereits ausgebreitet hat. (Bild: Center for Disease Control and Prevention)

Großes Ansteckungspotential

Bei den Rehen und Elchen wurde ein großes Ansteckungspotential beobachtet. So soll sich die Krankheit bei frei lebenden Tieren in betroffenen Gebieten auf jedes zehnte Tier, in stark besiedelten Gebieten auf jedes vierte Tier übertragen haben. Bei Zuchttieren auf engerem Raum beträgt die Infektionsrate sogar 79 Prozent.

Wie überträgt sich CWD?

Forschende gehen nach derzeitigen Erkenntnissen davon aus, dass sich die Erkrankung durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Kot, Speichel, Blut oder Urin zwischen den Tieren ausbreitet. Der Erreger ist dabei ein anormal gefaltetes Protein, welches über die Körperflüssigkeiten weitergegeben werden kann. Nach Beobachtungen und Einschätzungen der amerikanischen Behörden kann das Protein längere Zeit ohne Wirt in der Umgebung (Wasser oder Boden) verbleiben und so auch Tiere infizieren, die keinen direkten Kontakt mit einem infizierten Tier hatten.

Krankheitssteckbrief

CWD ist eine fortschreitende, tödliche Krankheit, die das Gehirn, das Rückenmark und viele andere Gewebe betrifft. Die Erkrankung gehört zur Familie der sogenannten Prionenerkrankungen, bei denen schädliche Proteine für die Symptome verantwortlich sind. Zu dieser Familie gehört beispielsweise auch der Rinderwahnsinn, der sich beim Menschen als Creutzfeldt-Jakob-Krankheit äußert. Forschende gehen davon aus, dass die abnormalen Proteine (Prionen) andere gesunde Proteine im Körper schädigen und so massive Schäden in gesamten Körper, vorwiegend aber im Gehirn und Rückenmark verursachen. CWD endet in allen Fällen tödlich. Die Inkubationszeit von CWD kann über ein Jahr betragen, bis sich die ersten neurologischen Anzeichen zeigen. Typische Symptome sind:

(vb)

Kann Cannabis-Mundspray Demenz-Symptome lindern?

Neue Cannabis-Medizin wird bei Alzheimer-Patienten getestet

Demenzen, die sich oft im Rahmen von Erkrankungen wie Alzheimer entwickeln, können eine Vielzahl von Symptomen, einschließlich Verhaltensänderungen wie erhöhte Reizbarkeit und Aggressionen, mit sich bringen. Diese Verhaltensänderungen stellen sowohl für den Erkrankten als auch für das familiäre Umfeld oft die größte Belastung dar. In einer aktuellen Studie wird nun überprüft, ob ein Cannabis-Medikament die krankhafte innere Unruhe bei Demenzkranken lindern kann.


Die führende britische Demenzforschungsorganisation „Alzheimer’s Research UK“ teilte kürzlich mit, eine klinische Studie am King’s College London zu finanzieren, in der eine auf Cannabis basierende Behandlung von Menschen mit Demenz untersucht wird. Es handelt sich dabei um das Medikament Sativex®, das in Grobbritannien und in Deutschland bereits zur Behandlung von Spastiken im Zuge einer Multiplen Sklerose zugelassen ist.

Derzeit wird in einer klinischen Studie überprüft, ob ein Medikament mit Wirkstoffen aus der Cannabis-Pflanze gängige Symptome von Demenzen lindern kann. (Bild: creativefamily/fotolia.com)

Mundspray gegen Unruhe

Sativex® ist ein Mundspray mit Pfefferminzgeschmack, das die Wirkstoffe aus der Cannabispflanze, Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), im Verhältnis 1: 1 enthält. Es wird bereits in England sowie in Deutschland bei Muskelsteifheit und Verspannungen angewendet, die bei Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose auftauchen. Für andere Therapien ist die Arznei derzeit nicht zugelassen. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass das Mittel auch bestimmte Symptome bei Demenz lindern kann. Dies soll nun in einer klinischen Studie überprüft werden.

Gedächtnisprobleme oft nicht die größte Belastung

„Während die Alzheimer-Krankheit am häufigsten mit Gedächtnisschwäche in Verbindung gebracht wird, ist dies nur ein Aspekt der komplexen Erkrankung“, erklärt Professor Dag Aarsland, der leitende Forscher der Studie, in einer Pressemitteilung. Viele Menschen mit Demenz seien leicht erregbar und neigen zu plötzlichen Aggressionen. Dies führe zu einer lange anhaltenden Belastung für die betroffene Person, die Angehörigen und für die Pflegekräfte.

Verhaltensänderungen werden selten behandelt

„Die Behandlungsmöglichkeiten von Verhaltensstörungen und psychiatrischen Symptomen im Rahmen einer Demenz sind sehr begrenzt“, betont der Professor. Hier müsse dringend eine Alternative geschaffen werden. Derzeit bleibe den behandelnden Ärztinnen und Ärzten nur die Möglichkeit, antipsychotische Medikamente zu verschreiben, die schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen können.

Cannabis zur Linderung

Eine Heilung des Krankheitsprozess ist durch Cannabis jedoch nicht zu erwarten. Auch wenn ein Hauptanliegen der Demenzforschung sei, das Fortschreiten von Demenzerkrankungen zu verlangsamen oder zu verhindern, ziele diese Studie darauf ab, den Alltag der Betroffenen zu verbessern, ergänzt Dr. David Reynolds von „Alzheimer’s Research UK“.

Nebenwirkungen müssen untersucht werden

„Dies ist eine strenge klinische Studie, bei der die Gesundheit und das Wohlbefinden der Teilnehmer genau überwacht werden“, so Reynolds. Im Rahmen der Studie soll auch festgestellt werden, ob mögliche Nebenwirkungen wie Gedächtnisstörungen, Koordinationsschwierigkeiten oder Angstzustände bei den Teilnehmenden durch den Gebrauch von Sativex® auftauchen. (vb)

Hautkrebs-Früherkennung: Mit der ABCDE-Regel erkennen Sie schädliche Veränderungen

Das wichtigste Instrument zur Hautkrebs-Erkennung ist die eigene Beobachtung

Je früher ein Hautkrebs erkannt wird, desto besser sind die Chancen auf eine vollständige Heilung. Im Gegensatz zu vielen anderen Krebserkrankungen sind die Krankheitsprozesse bei Hautkrebs schon mit dem bloßen Auge sichtbar. Deshalb ist die eigene Beobachtungsgabe neben dem Hautkrebs-Screening die beste Überwachung. Mit der sogenannten ABCDE-Regel lassen sich veränderte Muttermale selbst beurteilen. Wie das geht und was man dabei beachten muss, erklären Fachleute der Deutschen Krebsgesellschaft.


Die wichtigste Hilfsmittel zur Früherkennung von Hautkrebs besitzt jeder selbst: den Seh- und Tastsinn. Denn laut der Deutschen Krebsgesellschaft sind die Vorstufen von Hautkrebs sichtbar und zum Teil auch ertastbar. Als Faustregel kann man sich dabei an der ABCDE-Regel orientieren. Mit Hilfe dieser Regel kann man die fünf wichtigsten Aspekte der Hautveränderung beurteilen.

Normalerweise sind Mutter- und Pigmentmale unbedenklich. Wenn sich dieses allerdings verändern, ist Vorsicht geboten. Mit der ABCDE-Regel kann jeder selbst den Zustand eines Flecks überprüfen. (Bild: glisic_albina/fotolia.com)

Öfter mal selbst schauen

Expertinnen und Experten der Deutschen Krebsgesellschaft empfehlen, den eigenen Körper ohne Bekleidung öfter mal eingehend im Spiegel anzuschauen – am besten im Tageslicht. Dabei solle man besonders auf vorhandene Leberflecke und auf neue Hautveränderungen achten. Die Partnerin beziehungsweise der Partner kann dabei helfen. Denn auch schwierig zu betrachtende Bereiche wie der Rücken und die Bereiche zwischen den Zehen sowie die Fußsohlen sollten begutachtet werden.

Ab welchem Alter sollte man genauer hinschauen?

„Pigmentmale, auch Muttermale oder Leberflecke genannt, sind an sich harmlos, sie können von Geburt an bestehen oder sich im Lauf des Lebens entwickeln“, schreiben die Fachleute der Deutschen Krebsgesellschaft in einer Mitteilung. Doch aus den harmlosen Flecken könne sich in manchen Fällen auch ein bösartiger Hauttumor entwickeln. Ab dem 35. Lebensjahr sollte deshalb jeder genauer hinschauen. Darüber hinaus sollte jede Person ab 35 Jahren alle zwei bis drei Jahre ein Hautkrebs-Screening bei qualifizierten Ärzten durchführen lassen. Die Kosten hierfür werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Ab wann sind Veränderungen der Haut bedenklich?

Neben dem Screening ist die Selbstuntersuchung die beste Methode zur Früherkennung. Doch Hautkrebs kann sehr unterschiedlich aussehen. Deshalb müssen zur Beurteilung mehrere Faktoren beachtet werden. Medizinerinnen und Mediziner haben deshalb die ABCDE-Regel zur Unterstützung entwickelt, die bei der Selbstuntersuchung angewendet werden sollte. Trifft einer der folgenden Punkte zu, sollte ein Arzt ein Blick auf den Fleck werfen. Darauf sollte geachtet werden:

  • A: Das A steht für Asymmetrie. Gewöhnlich sind Hautflecken gleichmäßig rund, oval oder länglich. Hat der Flecken eine ungewöhnliche oder asymmetrische Form oder hat sich die Form eines bestehenden Flecks verändert?
  • B: Das B steht für Begrenzung. Leberflecken sind gewöhnlich klar von der restlichen Haut abgegrenzt. Ist die Kontor von dunklen Hautflecken verwaschen, ausgefranst , gezackt, uneben oder rau?
  • C: Das C steht für Colour (englisch für Farbe). Normalerweise haben Leber- und Pigmentmale die gleiche Farbe. Vermischt sich die Farbe innerhalb eines Flecks mit Rosa, Grau oder schwarzen Punkten oder befinden sich krustige Auflagen auf einem Fleck?
  • D: Das D steht für Durchmesser. Haben die Male eine Halbkugelform oder sind sie an der breitesten Stelle größer als fünf Millimeter?
  • E: Das E steht für Evolution. Damit ist die Veränderung eines Flecks im Laufe der Zeit gemeint. Hat sich das Mal innerhalb der letzten drei Monate verändert?

Das sollte auch beachtet werden

Wenn eine dieser Fragen mit Ja beantwortet wird, sollte darüber mit einem Arzt gesprochen werden. Weitere mögliche Symptome für Hautkrebs sind ein lokaler Juckreiz oder Blutungen aus einem Leberfleck. Im Zweifelsfall sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. „Lieber einmal unnötig zum Arzt gehen, als zu spät“, lautet die Empfehlung der Deutschen Krebsgesellschaft. (vb)