Welchen Nutzen haben Wespen und wie lassen sich Wespenstiche vermeiden?

Sebastian Bertram

Wespensommer 2018: Nützliches Insekt mit schlechtem Image

Im Spätsommer sind Wespen ungeliebte Gäste im Biergarten oder beim Grillen im Park. Sie setzen sich auf das Steak, naschen vom Eis oder kosten am Stück Kuchen. Wenn die schwarz-gelben Tiere um den Kopf surren, verfällt so mancher/manche in Panik. Dabei suchen Wespen nur nach Nahrung und sind in der Regel weder aggressiv noch angriffslustig.

Kaum ein Tier hat so sehr mit negativen Vorurteilen zu kämpfen wie die Wespe. Nur wenige wissen, wie nützlich die Insekten für den Menschen sind. So versorgen sie ihre Brut mit Fliegen, Mücken, Raupen und Blattläusen. Damit leisten sie einen wertvollen Beitrag zur biologischen Schädlingsbekämpfung. Auch tote Tiere werden gefressen und das hält die Umwelt sauber. Sie sind regelmäßige Besucher von Blüten und wichtige Bestäuber für Wild- und Nutzpflanzen.

In diesem Jahr sind Wespen besonders zahlreich. Im warmen und trockenen Frühjahr waren die Bedingungen für die Aufzucht des Volkes ideal, sodass bei vielen Staaten fast die ganze Brut überlebt hat. Nur zwei der hiesigen Wespenarten besuchen uns übrigens am Kaffeetisch: die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe.

Diese Mittel helfen gegen Wespen

Wer sich von den Insekten verfolgt fühlt, dreht sich am besten weg oder wechselt den Platz. Das Wichtigste ist, Ruhe zu bewahren. Bei hektischen und schnellen Bewegungen fühlen sich die Tiere bedroht. Auch Anpusten ist keine gute Idee, da das Kohlendioxid in der Atemluft ein Alarmsignal für die Tiere ist. Parfums, Haarspray oder Schweißgeruch können Wespen ebenfalls aggressiv werden lassen.

Vor allem im Spätsommer sollten beim Essen im Freien offene Flaschen verschlossen und Nahrungsmittel wie Grillfleisch und Naschereien abgedeckt werden. Wenn Wespen im Anflug sind, gibt man Kindern besser keine süßen Getränke. Auch der Mund sollte sauber sein, da sie vom Zucker an den Lippen angelockt werden.

Hat die Wespe trotz aller Vorsichtsmaßnahmen gestochen, hilft Kühlen gegen die Schwellung. Ein altes Hausmittel ist der Saft einer Zwiebel. Wer allergisch reagiert, sollte sofort einen Arzt aufsuchen. Das gilt auch für Stiche im Mund- und Rachenbereich, da die Atemwegen zuschwellen können.

Von bestimmten vermeintlichen Tricks, um Wespen fernzuhalten, rät der LBV ab. So sind etwa auf den Tisch gelegte Kupfermünzen nutzlos.

Nicht hektisch reagieren

Fangfallen oder Ablenkfutter haben sogar einen negativen Einfluss, da noch mehr Tiere angelockt werden. Besonders bei Gewitter oder zum Ende der Flugzeit steigt bei vielen Wespen die Aufdringlichkeit. Dann geht man ihnen am besten aus dem Weg. Klappt das nicht, ist es wichtig die Ruhe zu bewahren, wenn einem Wespen zu nahekommen. Hektische oder panische Bewegungen sollten in der Nähe der Insekten vermieden werden. Die Wespe auf keinen Fall wegpusten, denn das Kohlendioxid in der Atemluft ist ein Alarmsignal für die Tiere und versetzt sie in Angriffsstimmung. Wespen reagieren bei der Nahrungssuche ohnehin normalerweise nicht aggressiv. Sie wehren sich erst, wenn sie sich bedroht fühlen.

Lebensmittel und Getränke im Freien sollten abgedeckt und alle Reste nach der Grillparty sofort wieder weggeräumt werden. Wichtig ist es auch, Kinder mit Strohhalm trinken zu lassen und ihnen nach dem Essen das Gesicht und die Hände abzuwischen, um die Wespen nicht anzulocken.

Wespen können zudem von Gerüchen wie duftendem Parfüm, Cremes und Holzmöbelpolitur angezogen werden. Aber auch bunt geblümte Kleidung hat für sie ihren Reiz. Weiterhin sollte man immer den Mülleimer und Kompost abgedeckt halten. Fliegengitter oder eine Raumschleuse, wie zum Beispiel ein Vorhang nach der Eingangstüre, sind nützlich um Wespen aus Wohnung und Haus fernzuhalten. sb, Heike Kreutz, bzfe.de