Aspirin kann die Ausbreitung von Krebs verhindern

Alexander Stindt

Kann Aspirin vor Krebs schützen?

Immer mehr Menschen auf der Welt erkranken an Krebs. Welche Möglichkeiten gibt es Krebs effektiv zu behandeln oder der Erkrankung vorzubeugen? Forscher fanden jetzt heraus, dass Aspirin eine lebensrettende Rolle bei der Prävention von Krebs spielen kann.


Die Wissenschaftler der Cardiff University stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass Aspirin präventiv bei Krebs genutzt werden kann. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „PLOS One Medicine“.

Aspirin wird oft bei Kopfschmerzen eingesetzt. Aber Aspirin kann noch weit mehr. Forscher stellten jetzt fest, dass Aspirin Krebs vorbeugen und sogar die Ausbreitung von Krebs im Körper verhindern kann. (Bild: Photographee.eu/fotolia.com)

Ist Aspirin für die Behandlung von Krebs sinnvoll?

Die Verwendung von niedrig dosiertem Aspirin ist gut etabliert zur präventiven Behandlung bei Herzerkrankungen, Schlaganfällen und Krebs, erklärt Studienautor Peter Elwood von der Cardiff University. Es zeichne sich allerdings ab, dass das Medikament auch eine wertvolle Rolle als zusätzliche Behandlung bei Krebs spielen kann.

Welche Auswirkungen hatte die Einnahme von Aspirin?

Für die Untersuchung wurden die Daten von insgesamt 71 Studien ausgewertet. Die systematische medizinische Analyse, welche das Überleben von 120.000 Patienten mit Krebs untersuchte, die Aspirin einnahmen, verglich diese Daten mit denen von 400.000 Patienten, welche kein Aspirin einnahmen. Die Ergebnisse zeigen, dass bei einigen Krebsfällen der noch lebende Anteil der Patienten 20 bis 30 Prozent höher war, wenn die Patienten Aspirin einnahmen. Die Ausbreitung von Krebs auf andere Teile des Körpers wurde bei Aspirin einnehmenden Patienten außerdem erheblich reduziert, erklären die Mediziner.

Auswirkungen der Einnahme von Aspirin auf Darmkrebs

Eine der ausgewerteten Studien über Darmkrebs, welche die Forscher analysiert haben, zeigt, dass ein Aspirin einnehmender Mann ohne Diabetes im Alter von ungefähr 65 Jahren ein ähnliche Wahrscheinlichkeit für eine Prognose von Darmkrebs hat, wie ein fünf Jahre jüngerer Mann, welcher kein Aspirin einnimmt. Für eine Frau ähnlichen Alters mit Dickdarmkrebs könnte die Zugabe von Aspirin zu einer vergleichbaren Prognose führen, wie bei einer vier Jahre jüngeren Frau, sagen die Experten.

Die Beweise sprechen für einen Nutzen von Aspirin bei allen Krebsarten

Fast die Hälfte der in dieser Übersicht eingeschlossenen Studien betraf Patienten mit Darmkrebs und die meisten anderen Studien stammten von Patienten mit Brust- oder Prostatakrebs. Es gab nur sehr wenige Studien von Patienten mit anderen, weniger häufigen Arten von Krebs, aber im Großen und Ganzen sprechen die Beweise bei allen Krebsarten für einen Nutzen von Aspirin, erläutern die Mediziner.

Weitere Forschung ist nötig

Krebspatienten sollten die jetzt vorgelegten Beweise kennen und ihnen muss geholfen werden, ihr eigenes Urteil über das Gleichgewicht zwischen den Risiken und den Vorteilen der täglichen niedrigen Dosis von Aspirin zu treffen, fordern die Wissenschaftler. Alle Patienten sollten jedoch zuerst ihren Hausarzt konsultieren, bevor sie neue Medikamente einnehmen, rät Studienautor Elwood. Weitere Untersuchungen seien nun dringend erforderlich und Patienten sollten unbedingt ermutigt werden, an geeigneten Forschungsstudien teilzunehmen. (as)