Darum sind Babys im Kinderwagen der Luftverschmutzung viel stärker ausgesetzt

Alexander Stindt

Wie wirkt sich die Luftverschmutzung auf Säuglinge in Kinderwagen aus?

Die weltweite Umweltverschmutzung ist eine große Bedrohung für die Gesundheit von vielen Menschen. Forscher fanden heraus, dass Babys und Kleinkinder in Kinderwagen zu etwa 60 Prozent mehr der Umweltverschmutzung ausgesetzt sind, als es bei Erwachsenen der Fall ist.


Die Wissenschaftler der University of Surrey stellten bei ihrer Studie fest, dass Babys in Kinderwagen viel stärker unter der Umweltverschmutzung leiden als Erwachsene. Die Experten publizierten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Environment International“.

Säuglinge und Babys in Kinderwagen sind viel höheren Belastungen der Umweltverschmutzung ausgesetzt. Könnten Kinderwagenabdeckungen Babys schützen? (Bild: Christian Müller/fotolia.com)

Warum sind Säuglinge so stark von der Umweltverschmutzung betroffen?

Säuglinge in einem Kinderwagen sind viel stärker der verschmutzen Luft ausgesetzt, weil sie im Kinderwagen näher am Boden sind und deswegen auch direkter den Abgasen von Auspuffrohren ausgesetzt werden, sagen die Experten. Die Babys seien auch stärker von den Gesundheitsgefahren durch die schmutzige Luft bedroht, da ihre Körper noch klein sind und sich in der Entwicklung befinden.

Wie kann die Belastung reduziert werden?

Eltern sollten stark befahrene Straßen vermeiden, außerdem sollten sie Kinderwagenabdeckungen benutzen, um so die Belastung durch die Umweltverschmutzung zu verringern, raten die Autoren der Studie. Die Atemhöhe von Säuglingen liege im Kinderwagen zwischen 0,55 m und 0,85 m über dem Boden. Da die Schadstoffbelastung bis zu einem Meter Bodenhöhe höher ist, sind Säuglinge im Kinderwagen zu 60 Prozent mehr der Belastung durch Feinstaub ausgesetzt als Erwachsene, erklären die Wissenschaftler.

Babys sollten nicht gefährlichen Schadstoffkonzentrationen ausgesetzt werden

Die Luftverschmutzung auf der Straße enthält hohe Mengen an giftigen Metallen, welche die Entwicklung des Gehirns bei Säuglingen beeinträchtigen können, sagen die Forscher. Wenn man bedenkt, wie verletzlich Säuglinge aufgrund ihres Gewebes, ihres Immunsystems und ihrer Gehirnentwicklung in diesem frühen Stadium des Lebens sind, ist es äußerst besorgniserregend, dass Babys und Säuglinge diesen gefährlichen Schadstoffkonzentrationen ausgesetzt werden, erklärt Studienautor Professor Prashant Kumar von der University of Surrey.

Umgebung beeinflusst die Belastung

Die Menge der von Babys aufgenommenen Schadstoffe kann in Bereichen mit weniger Verkehr niedriger sein und auch die Umgebung wirke sich auf die Belastung aus, erläutern die Wissenschaftler. Wenn beispielsweise Hecken neben der Straße stehen, verteilt sich die Umweltverschmutzung anders als ohne solche Hecken, so die Studienautoren weiter.

Emissionen müssen gesenkt werden

Die Studie untersuchte allerdings nicht, ob einige Kinderwagen besser oder schlechter vor der Umweltverschmutzung schützen als andere. Es muss mehr unternommen werden, um die Luftverschmutzung zu verringern oder ihre Auswirkungen zu reduzieren, fordern die Wissenschaftle. Beispielsweise könnten Emissionen von Straßenfahrzeugen reduziert werden und die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel müsse stärker gefördert werden.

Alternativen zu Autos sollten gefördert werden

Angesichts der Vielzahl an Beweisen, die in Studie vorgebracht wurden, ist es wichtig, dass alle Menschen eine umfassende und aufrichtige Diskussion über die Umweltverschmutzung und die negativen Auswirkungen auf Säuglinge und Babys beginnen, von den Eltern und Kommunalpolitikern bis hin zur Regierung und Industrie, sagt Professor Kumar. Um die Gesundheit der Kinder zu schützen, sollten beispielsweise auch Alternativen zu den Autos gefördert werden, die mit Benzin und Diesel betrieben werden. (as)