Diese Haushaltsgeräte sind nicht selten mit resistenten Bakterien befallen

Wie groß ist die Keimbelastung in Wasch- und Spülmaschinen?

Oftmals lauern auch im eigenen Haushalt gefährliche Keime. Beispielsweise können Schwämme und Wischlappen, die über einen längeren Zeitraum benutzt werden, regelrechte Keimschleudern bilden. In einer aktuellen Studie an der Fakultät Life Sciences der Hochschule Rhein-Waal wurden nun Wasch- und Spülmaschinen aus privaten Haushalten auf antibiotikaresistente Keime untersucht.


Zwar stellen Keime aus Wasch- und Spülmaschinen keine unmittelbare Gesundheitsgefährdung dar, doch „man muss auch etwas dafür tun“, so die Mitteilung der Hochschule Rhein-Waal. In Kooperation mit dem medizinischen Versorgungszentrum Dr. Stein und Kollegen aus Mönchengladbach haben die Wissenschaftler der Fakultät Life Sciences an der Hochschule Rhein-Waal die Haushaltsgeräte auf antibiotikaresistente Keime getestet. Ein Risiko kann laut Aussage der Forscher beispielsweise entstehen, wenn ausschließlich Niedrigtemperaturprogramme genutzt werden.

Geschirrspüler und Waschmaschinen können mit Beta-Laktamase bildenden Bakterien besiedelt sein. (Bild: TR/fotolia.com)

Keine MRSA-Besiedlung festzustellen

Laut Angaben der Wissenschaftler standen neben Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) auch sogenannte Beta-Laktamasen (von Bakterien gebildete Enzyme) im Fokus der Untersuchung. Diese Enzyme stellen ein Problem dar, weil sie verschiedene Antibiotika wie Penicilline oder Carbapeneme zerstören und unwirksam zu machen können. Erfreulicherweise waren laut Aussage der Forscher in den Wasch- und Spülmaschinen keine MRSA nachweisbar. Allerdings konnten in den die Hausgeräte häufiger als erwartet Besiedlungen mit Beta-Laktamase-bildenden Mikroorganismen festgestellt werden.

Beta-Laktamasen in einem Großteil der Haushaltsgeräte

Von den Besiedlungen mit Beta-Laktamasen waren den Forschern zufolge etwa 96 Prozent der Spülmaschinen betroffen und 79 Prozent der untersuchten Geräte bei den Waschmaschinen. Inwiefern sich die Waschvorgänge auf die resistenten Keime auswirken, untersuchten die Wissenschaftler in einem weiteren Schritt, bei dem sie Baumwoll-Teststoffproben mit nicht resistenten sowie resistenten Bakterienstämmen in die Geräte gaben. Diese wurden bei Waschgängen sowohl mit als auch ohne aktivierte Sauerstoffbleiche und mit Temperaturen zwischen 20 und 50 Grad Celsius gewaschen.

Bei höheren Temperaturen werden fast alle Keime abgetötet

Die Auswertung der Test-Waschgänge ergab, dass bei höheren Temperaturen die Verunreinigung durch die Keime zu nahezu 100 Prozent beseitigt wurde – sowohl bei den resistenten Erregern als auch bei den gewöhnlichen Keimen. Generell fiel die Reduktion bei den resistenten Bakterien allerdings etwas geringer aus, berichten die Forscher. „Antibiotikaresistente Bakterien können den üblichen Waschbedingungen zwar besser standhalten als nicht resistente Stämme, aber höhere Temperaturen und der Einsatz von Waschmitteln mit Sauerstoffbleiche können selbst diese Keime sicher entfernen“, so Professor Dr. Dirk Bockmühl, Professor für Hygiene und Mikrobiologie an der Hochschule Rhein-Waal und Leiter der Studie.

Mindestens 40 Grad Celsius angeraten

Zwar legen „die Ergebnisse keinesfalls eine direkte gesundheitliche Gefährdung durch die Haushaltsgeräte nahe, allerdings ist es sinnvoll, Wasch- und Spülmaschinen regelmäßig zu reinigen und nicht ausschließlich Niedrigtemperaturprogramme zu nutzen“, betont Professor Bockmühl. Insbesondere in Haushalten mit Säuglingen oder pflegebedürftigen Angehörigen empfehle es sich zudem, bei der Waschmaschine regelmäßig Waschprogramme von mindestens 40 Grad Celsius in Kombination mit pulver- oder perlenförmigem Vollwaschmittel zu nutzen.

Geschirrspüler unter Hygienegesichtspunkten die beste Wahl

Bei den Geschirrspülmaschinen bieten laut Aussage der Forscher fast alle verwendeten Programme einen sicheren Schutz vor Keimen. Gerade wenn hygienisch kritische Lebensmittel wie rohes Fleisch zubereitet wurden, sei der Geschirrspüler die beste Wahl für Geschirr und Besteck, das mit diesen Lebensmitteln in Kontakt gekommen ist, so Prof. Bockmühl. (fp)