Ernährung: Abnehmen ist auch von der Darmflora abhängig

Die Art der Zusammensetzung der Darmflora hat einer aktuellen Studie zufolge Auswirkungen auf den Erfolg von Gewichtsabnahmen. (Bild: nobeastsofierce/stock.adobe.com)

Der Schlüssel zur Gewichtsabnahme kann im Darm liegen

Studien der letzten Jahre zeigten immer wieder, dass die Zusammensetzung der mikrobiellen Gemeinschaft im Darm (Darmmikrobiota / früher: Darmflora) weitreichende Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen hat. Eine aktuelle Untersuchung zeigt nun, wie sich Ernährungsmuster auf das Darmmikrobiom auswirken und welche Folgen dies auf Gewichtsabnahmen haben kann.

Die American Society of Nutrition weist darauf hin, dass eine vielfältige und robuste mikrobielle Gemeinschaft im Dickdarm der menschlichen Gesundheit zuträglich ist. Wie bereits zahlreiche Studien gezeigt haben, sind Ungleichgewichte in der Darmflora mit erhöhten Krankheitsrisiken verbunden. Dabei wirkt sich die vorwiegende Ernährungsform auf das mikrobielle Ökosystem im Darm aus und beeinflusst es, was erhebliche Folgen auf den Erfolg beim Abnehmen haben kann.

Ernährungsmuster wirken sich auf die Darmflora aus

In einer kürzlich im „Journal of Nutrition“ veröffentlichten Studie wurde der Zusammenhang zwischen Ernährungsmustern und der Zusammensetzung der Darmmikrobiota untersucht. Dabei zeigte sich, dass langfristige Ernährungsformen oft eine andere Zusammensetzung des Darmmikrobioms bewirken.

Enterotypen im Darm

Da sich im Darm mehr als 100 Billionen Bakterien von vielen unterschiedlichen Typen tummeln, haben Forschende die Bakterienstämme in Gruppen unterteilt. Durch diese sogenannten Enterotypen lässt sich der vorherrschende Bakterientyp bestimmen, der wiederum weitreichende Auswirkung auf die Verdauung und die Nährstoffverarbeitung haben kann.

Den Forschenden zufolge führt eine durch Ballaststoffe und Kohlenhydrate geprägte Ernährung eher zu einem Prevotella-Enterotyp. Eine westlich geprägte fettreiche Ernährung führt dagegen eher zu einem Bacteroides-Enterotyp.

Beeinflusst der Enterotyp Gewichtsabnahmen?

Forschende der Universität Kopenhagen untersuchten nun die These, ob der Enterotyp einer Person auch das Abnehmen beeinflusst. Das Team wählte 46 übergewichtige Erwachsene anhand ihrer Darmflora für die Studie aus. Getestet wurde, ob Menschen anders abnehmen, wenn sie einen bestimmten Enterotyp besitzen.

Es zeigte sich, dass Teilnehmende mit Prevotella-Enterotyp größere Gewichtsabnahmen verzeichneten, wenn sie eine Diät mit ballaststoffreicher Vollkornnahrung erhielten. Teilnehmende mit dem Bacteroides-Enterotyp blieben dagegen gewichtsstabil. Diese Ergebnisse unterstützen zum einen den Zusammenhang zwischen der regelmäßigen Aufnahme von Ballaststoffen mit der Prevotella-Häufigkeit und zum anderen, dass Gewichtsabnahmen durch Vollkornprodukte einfacher sind, wenn ein Prevotella-Enterotyp vorliegt.

Nicht nur die Kalorien zählen beim Abnehmen

Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass effektive Gewichtsabnahmen nicht nur von der Einschränkung der Kalorien abhängig sind, sondern auch von einer Übereinstimmung zwischen der Ernährung und dem mikrobiellen Enterotyp. Der vorliegende Enterotyp kann somit als vielversprechender Biomarker in der personalisierten Ernährung und zur Behandlung von Adipositas angesehen werden. (vb)

Autoren- und Quelleninformationen

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek
Quellen:
  • Christensen L, Vuholm S, Roager HM, u.a.: Prevotella abundance predicts weight loss success in healthy, overweight adults consuming a whole-grain diet ad libitum: A post hoc analysis of a 6-wk randomized controlled trial. The Journal of Nutrition, 2019, academic.oup.com
  • American Society of Nutrition: The key to weight-loss may be in the gut (Abruf: 29.12.2019), nutrition.org

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.