Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa können bestimmte Ernährungsfaktoren offenbar die Wahrscheinlichkeit einer Remission deutlich erhöhen. Vorteile werden dabei zum Beispiel Obst, Salat und Kaffee zugeschrieben.
Ein belgisch-französisches Forschungsteam hat in einer Querschnittsstudie die Zusammenhänge zwischen der Ernährung und der klinische Remission bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachjournal „Digestive and Liver Disease“ veröffentlicht.
Ernährung ein wichtiger Faktor
Dass die Ernährung einen wesentlichen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko und den Verlauf von chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten haben kann, ist durch verschiedene frühere Studien hinlänglich belegt.
Beispielsweise wurden einzelne Lebensmittelzusatzstoffe bereits mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko in Zusammenhang gebracht und eine Studie aus dem Jahr 2022 kam zu dem Schluss, dass der Lebensmittelfarbstoff E129 entzündliche Darmerkrankungen auslösen kann.
Anderseits haben einzelne Untersuchungen auch auf eine vorteilhafte Wirkung von bestimmten Lebensmitteln hingedeutet und zum Beispiel können Brokkolisprossen die Darmflora stärken und Darmentzündungen lindern, wie eine relative aktuelle Forschungsarbeit belegt.
Welche Lebensmittel fördern die Remission?
Welche Ernährungsgewohnheiten grundsätzlich zu einer Remission der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen beitragen kann, haben die Forschenden nun in einer Querschnittsstudie mit über 2.500 Teilnehmenden aus 40 französischen und belgischen Behandlungszentren untersucht.
Von den Teilnehmenden litten 1.715 an Morbus Crohn und 799 an Colitis ulcerosa. Ihr Durchschnittsalter lag bei 42,4 Jahren und 52,3 Prozent waren Frauen. Zudem befand sich etwas mehr als die Hälfte (56,4 Prozent) der Teilnehmenden in klinischer Remission, so das Forschungsteam.
Alle Teilnehmenden wurden laut den Fachleuten ausführlich zu ihrer Ernährung und dem Verlauf ihrer Erkrankung befragt und anschließend die Zusammenhänge bestimmter Ernährungsfaktoren mit der klinischen Remission ermittelt.
Kaffee, Obst & Salat können helfen
Bei den Patientinnen und Patienten mit Morbus Crohn war ein höherer Verzehr von Obst und Kaffee mit einer deutlich erhöhten Wahrscheinlichkeit der Remission verbunden, während bei Colitis ulcerosa die klinische Remission mit einem höheren Verzehr von Obst und Salat assoziiert war, berichten die Forschenden.
Auch sei eine stärkere Einhaltung der mediterranen Ernährung mit der Remission bei Morbus Crohn verbunden, während allerdings kein solcher Zusammenhang bei Colitis ulcerosa bestand, so das Forschungsteam weiter.
Da es sich um eine Querschnittsstudie handelt, lässt sich hieraus jedoch keine direkte Kausalität ableiten und es bedarf nun weiterer Studien, um zu klären, ob und wie die genannten Ernährungsfaktoren den Verlauf von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa beeinflussen. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Lucile Fontaine, Sophie Geyl, et al.: Diet and clinical remission in patients with inflammatory bowel disease: A multicenter cross-sectional study; in: Digestive and Liver Disease (veröffentlicht 30.12.2025), sciencedirect.com
- Yun Han Kwon, Suhrid Banskota, Huaqing Wang, Laura Rossi, Jensine A. Grondin, Saad A. Syed, Yeganeh Yousefi, Jonathan D. Schertzer, Katherine M. Morrison, Michael G. Wade, Alison C. Holloway, Michael G. Surette, Gregory R. Steinberg, Waliul I. Khan: Chronic exposure to synthetic food colorant Allura Red AC promotes susceptibility to experimental colitis via intestinal serotonin in mice; in: Nature Communications (veröffentlicht 20.12.2022), nature.com
- Lola Holcomb: Anti-Inflammatory Interactions between Gut Microbiota and Broccoli Sprouts, University of Maine (veröffentlicht 16.06.2025) , library.umaine.edu
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