Ernährung: Haben aufgewärmte Nudeln weniger Kalorien?

Haben aufgewärmte Nudeln wirklich weniger Kalorien als frisch gekochte? (Bild: Stanisław Błachowicz/stock.adobe.com)

Weniger Kalorien in aufgewärmten Nudeln?

Wenn leckere Pastagerichte zubereitet werden, kommt es immer mal wieder vor, dass etwas übrig bleibt. Doch dies ist kein Problem, die Speisen können am nächsten Tag bedenkenlos wieder aufgewärmt werden. Das hat sogar gesundheitliche Vorteile. Denn aufgewärmte Nudeln haben weniger Kalorien.

Wie die Techniker Krankenkasse (TK) erklärt, haben Nudeln oder Kartoffeln vom Vortag weniger Kalorien als frisch gekochte. Doch damit nicht genug. Sie fördern auch eine intakte Darmflora und wirken sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus.

Resistente Stärke

Nudeln, Kartoffeln oder Reis „vom Vortag“ haben zwar weniger Kalorien als frisch gekocht, doch die Kalorieneinsparung hält sich in Grenzen, erklärt die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern auf ihrer Webseite. Dennoch gibt es gesundheitliche Vorteile.

Es wurde lange angenommen, dass Stärke vollständig im Dünndarm abgebaut wird. Doch mittlerweile ist bekannt, dass ein kleiner Teil den Dünndarm unverdaut passiert. Diese Stärke, die resistente Stärke genannt wird, zählt zu den Ballaststoffen. Sie wird erst im Dickdarm – ähnlich wie andere Ballaststoffe – von den Dickdarmbakterien verarbeitet.

Resistente Stärke ist laut der Verbraucherzentrale vor allem in rohen kohlenhydratreichen Nahrungsmitteln, wie rohen Kartoffeln oder grünen Bananen, aber auch in Brot mit vielen ganzen Körnern und Hülsenfrüchten enthalten. Sie entsteht auch beim Abkühlen erhitzter, stärkehaltiger Lebensmittel wie zum Beispiel Nudeln und Kartoffeln.

Niedrigerer Kaloriengehalt

Laut den Fachleuten liegt der Kaloriengehalt von resistenter Stärke tatsächlich nur etwa halb so hoch wie der von verwertbaren Kohlenhydraten mit durchschnittlich vier Kilokalorien pro Gramm. Es wird jedoch nicht die gesamte enthaltene Stärke, sondern nur ein kleiner Teil zu resistenter Stärke umgebaut.

Wie die TK erklärt, macht sich die unverdauliche Stärke im Dickdarm noch einmal richtig nützlich. Denn während sie im Dickdarm abgebaut wird, entsteht der Krankenkasse zufolge unter anderem die Fettsäure Butyrat, eine Verbindung der Buttersäure. Den Angaben zufolge ist sie die wichtigste Energiequelle für die Zellen in der Schleimhaut des Dickdarms. Ausreichende Mengen an Butyrat beugen Entzündungen vor und fördern eine gesunde Darmflora. Zudem soll das Butyrat Blutzuckerspitzen einebnen und so regulierend auf den Blutzucker wirken.

Besser zu Vollkornnudeln greifen

Zu viel unverdauliche Stärke kann jedoch zu gesundheitlichen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung oder auch Durchfall führen. Das passiert besonders bei Menschen, die sich zuvor sehr ballaststoffarm ernährt haben. Die Zufuhr sollte deshalb langsam gesteigert werden. Dies gilt für Ballaststoffe aller Art.

Abschließend hat die Verbraucherzentrale noch einen Tipp: Vollkornnudeln enthalten mehr Ballaststoffe als „normale Nudeln“. Ballaststoffe machen satt und regen die Verdauung an und sie haben keine Kalorien. (ad)

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Alfred Domke
Quellen:

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Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.