Das Fasten in den Stunden vor dem Schlafengehen kann äußerst positive Effekte auf die Herzkreislaufgesundheit und den Stoffwechsel entfalten. So lassen sich beispielsweise Verbesserungen der Blutdruck- und Blutzuckerwerte erwarten.
Welchen Einfluss das Fasten in den Stunden vor der Schlafenszeit auf den Blutdruck, die Herzfrequenz beziehungsweise die Herzfrequenzvariabilität und die Glukoseregulation hat, überprüften Forschende der Northwestern University in einer aktuellen Studie. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Arteriosclerosis, Thrombosis, and Vascular Biology“ veröffentlicht.
Kurzübersicht der wichtigsten Inhalte
- Der Verzicht auf das Essen in den Stunden vor dem Schlafengehen hat positive Auswirkungen auf die kardiometabolische Gesundheit.
- Die verlängerte nächtliche Fastenzeit kann unter anderem Verbesserungen des Blutdrucks und der Blutzuckerwerte bewirken.
- Die positiven Effekte auf die Herz-Kreislauf- und Stoffwechselgesundheit halten teilweise auch tagsüber an.
- Insbesondere für Personen mit erhöhtem Risiko für kardiometabolische Erkrankungen ist ein Essensverzicht in den Stunden von dem Schlafen zu empfehlen.
Gesundheitsvorteile durch Intervallfasten
Dass eine zeitliche Begrenzung der täglichen Nahrungsaufnahme, wie beispielsweise beim Intervallfasten (intermittierendes Fasten) mit einem acht Stunden Zeitfenster für die Nahrungsaufnahme und 16 Stunden Fasten pro Tag , der Gesundheit auf verschiedenen Ebenen zugutekommen kann, ist durch frühere Studien bereits eindeutig belegt.
Beispielweise berichteten Forschende in dem „International Journal of Obesity“ vor gut einem Jahr, wie Intervallfasten den BMI, die Blutzucker- und Blutfettwerte beeinflusst, und eine andere Studie aus dem vergangenen Jahr deutete darauf hin, dass intermittierendes Fasten auch die Bildung von Blutgerinnsel verhindern und damit Herzinfarkten und anderen Herzkreislauferkrankungen vorbeugen kann.
Wie hilfreich ist verlängerte nächtliches Fasten?
Natürlicherweise fasten wird jeden Tag während wir schlafen und die Forschenden der Northwestern University vermuteten, dass ein individualisierter Ansatz, der diese nächtliche Fastenzeit verlängert, besonders vorteilhafte Effekte auf die Herzkreislaufgesundheit und den Stoffwechsel haben könnte.
In einer randomisierten klinischen Studie mit 39 übergewichtigen oder adipösen Teilnehmenden im Alter von 36 bis 75 Jahren überprüften die Forschenden nun die Wirkung einer verlängerten nächtlichen Fastenzeit auf wichtige Parameter der Herzkreislaufgesundheit und der Blutzuckerregulation.
Hierfür wurden die Teilnehmenden in zwei Gruppen eingeteilt, von denen eine über einen Zeitraum von 7,5 Wochen ihre nächtliche Fastenzeit um mindestens drei Stunden verlängerte, während die andere ihre gewohnte Nahrungsaufnahme beibehielt und als Kontrollgruppe diente, so das Forschungsteam.
Deutliche positive Effekte nachweisbar
Im Vergleich zur Kontrollgruppe beobachteten die Fachleute bei den Teilnehmenden der Interventionsgruppe einen signifikant stärkeren nächtlichen Abfall des diastolischen Blutdrucks.
Auch sekundäre Parameter wie beispielsweise die morgendlichen orale Glukosetoleranz, die nächtliche Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität sowie der nächtliche Cortisolspiegel verbesserten sich, berichten die Forschenden. Allerdings sei keine signifikante Verbesserung der Insulinsensitivität feststellbar gewesen.
So könnten Personen mit erhöhtem Risiko für kardiometabolische Erkrankungen nach Ansicht der Forschenden deutlich von einer Verlängerung des nächtlichen Fastens profitieren. Der Verzicht auf Nahrung in den Stunden vor dem Schlafengehen könne die kardiovaskuläre und metabolische Gesundheit sowohl im Schlaf als auch tagsüber verbessern.
„Nicht nur die Menge und Art der Nahrungsaufnahme ist entscheidend für die physiologischen Vorteile des zeitlich begrenzten Essens, sondern auch der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme im Verhältnis zum Schlaf“, fasst die Studienautorin Dr. Phyllis Zee zusammen.
„Die Abstimmung des Fastenzeitpunkts auf den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus des Körpers kann die Koordination zwischen Herz, Stoffwechsel und Schlaf verbessern“, ergänzt Dr. Daniela Grimaldi in einer Pressemitteilung der Northwestern University.
Auch angesichts der einfachen Umsetzbarkeit biete die Verlängerung der nächtlichen Fastenzeit einen besonders vielversprechenden nicht-pharmakologischen Ansatz, um die kardiometabolische Gesundheit zu stärken. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Daniela Grimaldi, Kathryn J. Reid, Sabra M. Abbott, Kristen L. Knutson, Phyllis C. Zee: Sleep-aligned Extended Overnight Fasting Improves Nighttime and Daytime Cardiometabolic Function; in: Arteriosclerosis Thrombosis and Vascular Biology (veröffentlicht 12.02.2026), ahajournals.org
- Northwestern University: Sleep-aligned fasting improves key heart and blood-sugar markers (veröffentlicht 12.02.2026), northwestern.edu
- Somsubhra De, Andrew Chiew, Sook Vui Chong, Jasmine Chiew, Natalie Pui Yee Lum, Yi Chen Khor, Madhumanti Barman, Sabyasachi Das, Adinegara Lutfi Abas: Effect of time restricted feeding with low carbohydrate, high protein and fat diet without calorie restriction on body weight, blood sugar and lipid profile over 6 months: a retrospective cohort study; in: International Journal of Obesity (veröffentlicht 23.07.2025), nature.com
- Zhiyong Qi, Luning Zhou, Shimo Dai, Peng Zhang, Haoxuan Zhong, et al.: Intermittent fasting inhibits platelet activation and thrombosis through the intestinal metabolite indole-3-propionate; in: Life Metabolism (veröffentlicht 20.01.2025), academic.oup.com
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